Dehoga-Umfrage: Gastgewerbe: Ein Drittel bang...
Dehoga-Umfrage

Gastgewerbe: Ein Drittel bangt um Existenz

Svea Pietschmann/Dehoga Bundesverband
Dehoga-Präsident Guido Zöllick berichtet von 23,7 Prozent Verbandsmitgliedern, die sich aktuell mit einer möglichen Betriebsaufgabe konfrontiert sehen
Dehoga-Präsident Guido Zöllick berichtet von 23,7 Prozent Verbandsmitgliedern, die sich aktuell mit einer möglichen Betriebsaufgabe konfrontiert sehen

Im Vorfeld der Ministerpräsidenten-Konferenz hat der Dehoga-Bundesverband seine Mitglieder in einer Blitzumfrage online befragt: 37 Prozent der gastgewerblichen Betriebe bangen weiter um ihre Existenz, lautet ein Ergebnis. Präsident Guido Zöllick ist überzeugt: "Impfungen sind der sicherste Weg, um aus der Pandemie zu finden."

Nach insgesamt neun Monaten Lockdown erhole sich das Gastgewerbe nur langsam. Hotels und Restaurants in Ferienregionen berichteten zwar von einer guten Nachfrage, doch beklagen Stadt- und Tagungshotels, Event-Caterer sowie Clubs und Diskotheken weiterhin erhebliche Umsatzausfälle. Für Juli meldeten die Betriebe insgesamt 11 Prozent Umsatzrückgang im Vergleich zum Juli 2019.

Ein Viertel denkt über Betriebsaufgabe nach

Die Umfrage des Bundesverbandes zeigt: 37,2 Prozent der Betriebe bangen mit Blick auf die fehlenden Umsätze weiterhin um ihre Existenz. 23,6 Prozent der befragten Hotels und Restaurants sehen sich sogar konkret vor einer Betriebsaufgabe. Auf der Ministerpräsidentenkonferenz am Dienstag, 10. August, müssten deshalb die Grundlagen für eine dauerhafte Öffnung aller Betriebe geschaffen werden, fordert der Dachverband. "Im 18. Corona-Monat liegen nicht nur vielfältige und wertvolle wissenschaftliche Erkenntnisse vor, sondern stehen mit Impfungen und Testungen auch wirkungsvolle Instrumente zur Bekämpfung der Pandemie zur Verfügung", so Zöllick. 

3G-Regel umstritten

Besondere Bedenken haben die Verbandsvertreter etwa gegenüber der  Einführung einer 3G-Regel. Sollten tatsächlich nur Geimpfte, Genesene und Getestete in Restaurants zugelassen sein, müssten etwa Kontaktbeschränkungen wegfallen. Die Umfrage ergab, dass knapp 60 Prozent der Teilnehmer die geplanten Verschärfungen als "schlecht" bewerten. Jedoch befinden 64 Prozent der Betriebe es "gut", dass es grundsätzlich mehr Freiheiten für Geimpfte und Genesene geben sollte. 72,3 Prozent würden ihren Betrieb weiter geöffnet halten, auch wenn der Zugang dann nur noch für Geimpfte und Genesene erlaubt wäre.

Abschließend betont Zöllick, dass das Gastgewerbe noch lange mit den Krisenfolgen zu ringen habe und damit weiter auf staatliche Unterstützungsleistungen angewiesen sein werde. Er fordert, dass Instrumente wie Kurzarbeitergeld und Überbrückungshilfe verlängert werden, um die Branche und ihre Akteure zu unterstützen. "Es wäre fatal, diese Betriebe jetzt im Stich zu lassen", betont er. Diese Unternehmen wie aber auch die ganze Branche benötigten Planungssicherheit.

An der Blitz-Umfrage des Dehoga-Bundesverbandes zur wirtschaftlichen Lage beteiligten sich in der Zeit vom 3. bis 8. August fast 5500 gastgewerbliche Betriebe aus ganz Deutschland.

Dieser Text erschien zuerst auf www.food-service.de.

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