Hotelmarkt München: Die Baubranche bringt Ums...
Hotelmarkt München

Die Baubranche bringt Umsatz

Die alle zwei Jahre stattfindende Fachmesse Bau sorgt für gute Kennzahlen in der Münchner Hotellerie. Die vielen Hotelneubauten verstärken aber den Konkurrenzdruck an dem lukrativen Standort.

München. Alle zwei Jahre findet in der bayerischen Landeshauptstadt die Messe Bau statt. Dieses Jahr Mitte Januar war es wieder einmal soweit. Für die Hotellerie in der Stadt ist die Veranstaltung ein lohnendes Geschäft: Rund 250.000 Besucher strömten dieses Jahr auf das Messegelände. Mit 2120 Ausstellern aus 45 Ländern wurde sogar eine Rekordbeteiligung registriert.

Die durchschnittliche Auslastung der Münchner Hotels durch das Event war jedoch mit 84,5 Prozent im Vergleich zur vorangegangenen Veranstaltung 2015 leicht rückläufig (-1,1%). Trotzdem gelang es den Hoteliers, höhere Zimmerpreise durchzusetzen. Diese stiegen im Durchschnitt um 2,5 Prozent auf 197,10 Euro. Dieser Effekt übertraf den negativen Einfluss der Auslastung und führte so zu einem um 1,4 Prozent höheren RevPar (Erlös pro verfügbarem Zimmer). Dieser erreichte letztlich 166,50 Euro.

Auch in den Jahren zuvor zeigte der Trend für die Veranstaltung gerade bei Zimmerpreis und RevPar nach oben: Zwischen 2013 und 2017 betrug die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des Netto-Zimmerpreises 5 Prozent, die des RevPar sogar 5,4 Prozent. Das gilt für den gesamten Hotelmarkt München über alle Hotelkategorien hinweg. In einzelnen Kategorien fällt das Wachstum noch einmal deutlich stärker aus. So legten die 3-Sterne-Häuser im gleichen Zeitraum jährlich um mehr als 10 Prozent bei der Rate zu, beim RevPar um mehr als 6 Prozent. In der 4-Sterne-Kategorie wuchs der Zimmerpreis zur Bau im Durchschnitt zwischen 2013 und 2017 um 8,3 Prozent, der RevPar ebenso. Auch die Luxuskategorie mit fünf Sternen profitierte überdurchschnittlich. Dort betrug die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate beim Zimmerpreis 6,6 Prozent, beim RevPar 9 Prozent.

Auch die Kennzahlen für die einzelnen Messetage der diesjährigen Veranstaltung können sich sehen lassen. Am Dienstag, dem 17. Januar, erreichte die Auslastung mit stolzen 98 Prozent ihren Spitzenwert. Die Rate erreichte an diesem Tag 218,90 Euro. Am nächsten Tag, dem Mittwoch, lag sie mit 220,10 Euro sogar noch etwas höher. Der RevPar allerdings war am Dienstag mit 214,50 Euro am höchsten -- der hohen Auslastung sei Dank.

Dass die Belegung zur Messe die einzige Kennzahl der Münchner Hotellerie ist, die im Langzeitvergleich schwächelt, ist nicht weiter verwunderlich. Schließlich macht der Hotelbauboom auch vor der Bayernmetropole nicht Halt. Und dieser Wachstumstrend hält an. Fairmas listet unter Bezug auf das Portal Statista mehr als 30 Projekte auf, die in den nächsten paar Jahren an den Start gehen sollen und die zusammen mehr als 6800 Zimmer umfassen.

Darunter sind bekannte Marken internationaler Ketten wie Holiday Inn, Hilton Garden Inn, Adina, Ramada oder Super 8 vertreten. Auch mit jungen oder hierzulande neuen Marken wie Moxy, Residence Inn (beide Marriott) oder Andaz (Hyatt) positionieren sich die Konzerne an der Isar. Auf Expansionskurs sind auch Meininger, die neuerdings zu Accorhotels gehörende 25hours-Gruppe, Leonardo Hotels, Steigenberger oder die schicken Roomers-Häuser. Die in München residierende Kette Motel One ist beim Bauen ebenso fleißig dabei wie einzelne Privathoteliers, etwa die Geisel-Brüder. Hinzu kommen junge Ketten wie Ruby oder Bold, sowie die ganz neue Marke Gambino.

Mit urbanem Lifestyle und Konzentration aufs Wesentliche will Gambino in Kürze auf dem Münchner Hotelmarkt punkten. Das erste Haus soll unter den Namen Gambino Cincinnati München-Fasangarten im Mai 2017 starten. Übernachtungen werden dort ab 69 Euro zu buchen sein. Dahinter stehen die Geschwister Sabrina Gambino-Kreindl und Alessandro Gambino, die die gleichnamige Consulting- Agentur und außerdem bereits zwei Stadthotels betreiben. Die neue Marke soll modernen, multikulturellen Lifestyle mit der Individualität eines Familienunternehmens verbinden. Im Parterre sollen Bäckereien oder Café-Betreiber einziehen. Nach dem Hotel im Fasangarten soll im August 2018 ein weiteres starten, das Piazza Maria in München-Pasing.

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