Digitale Intergastra am Montag: Mutmacher, Me...
Digitale Intergastra am Montag

Mutmacher, Menschlichkeit und Gastro-Erlebnisse

Messe Stuttgart
Breites Spektrum: Die Intergastra digital vom 8. bis 10. März
Breites Spektrum: Die Intergastra digital vom 8. bis 10. März

Wegen der Corona-Pandemie findet die Intergastra erstmals online statt. Die ahgz liefert einen Überblick zum ersten Messetag.

Die erste digitale Intergastra ist gestartet. Bis Mittwoch findet der große Branchentreff im Süden als virtuelles Live-Event für die Gastronomie, Hotellerie und den Außer-Haus-Markt statt. Über das Messeportal stellen sich die Teilnehmer ihr Programm selbst zusammen. Auch die Redaktionen von ahgz, foodservice und gv-praxis zeigen Flagge. Lesen Sie hier das Messebriefing der ahgz zum ersten Messetag.

Bodo Janssen: Der Wandel unserer Teamkultur

Mitarbeitermotivation und Team-Entwicklung sind in der Coronakrise für viele Unternehmer von existenzieller Bedeutung. Neues Führungsverständnis ist gefragt. Impulse dazu lieferte der Beitrag von Upstalsboom-Chef Bodo Janssen. Seine These: "Wenn wir noch lange an der Führungspyramide festhalten, wird das verlorengehen, was wir in Hotellerie brauchen werden: das Thema Menschlichkeit." 
Bodo Janssen: "Es braucht Demut, Geduld und Gelassenheit"
Brit Glocke
Bodo Janssen: "Es braucht Demut, Geduld und Gelassenheit"

Es braucht Sinnorientierung, um die Zukunft bestreiten zu können, ist Janssen sicher. Und um den Wandel weg von der Führungspyramide hin zum Organismus beziehungsweise zum Führen auf Augenhöhe vollziehen zu können. „Doch die Abkehr von der Pyramide ist in der Leistungsgesellschaft nicht en vogue“, so Janssen. „Aber Entwicklung und Wachstum entstehen nicht aus Bewegung, sondern aus der Stille heraus. Der Lockdown bietet uns Möglichkeiten zu reflektieren: Was ist nicht in Ordnung – und wie wollen wir damit umgehen, um künftig noch besser aufgestellt zu sein?“ Was darüber hinaus für einen gelingenden Wandel notwendig ist, lesen Sie hier. brg

Erster Mutmacher-Talk mit Torsten Petersen und Ana Maria Myers del Alamo

Recht zuversichtlich in die Zukunft blicken Torsten Petersen, Geschäftsführer der Enchilada-Gruppe, und Ana Maria Myers del Alamo vom Frankfurter Frühstückskonzept Sunny Side Up. Mit foodservice-Redakteurin Charlotte Holzhäuser sprechen sie im ersten Mutmacher-Talk über Corona-Strategien und Perspektiven. Beide Gastronomen sind bisher relativ gut durch die Krise gekommen. „Wir haben beim ersten Lockdown sehr schnell reagiert und innerhalb von 24 Stunden einen Onlineshop aufgebaut“, berichtet Myers del Alamo. „Da wir 80.000 Follower auf Instagram hatten, lief das sehr gut an."


Will trotz Corona expandieren: Ana Maria Myers del Alamo vom vegetarischen Frankfurter Frühstückskonzept Sunny Side Up
Bernhard Eck
Will trotz Corona expandieren: Ana Maria Myers del Alamo vom vegetarischen Frankfurter Frühstückskonzept Sunny Side Up

Auch für Petersen war der vergangene Sommer sehr positiv. Es habe eine gute Zusammenarbeit mit den diversen Stadtverwaltungen gegeben. Außenflächen konnten erweitert und Öffnungszeiten verlängert werden. Was macht ihnen Mut für die kommenden Wochen? „Gastro wird nie aussterben, und die Menschen warten nur darauf dass es wieder losgeht“, sagt Myers del Alamo. Und Torsten Petersen ist sich sicher: "Nach dem Restart wird es noch besser laufen als im vergangenen Sommer." Was die beiden Gastronomen sonst noch bewegt, lesen Sie hier. eck

ahgz Talk: Das Gastgewerbe in der Politik 

Chefredakteur Rolf Westermann diskutierte mit Fritz Engelhardt, Vorsitzender des Dehoga Baden-Württemberg, Marcel Klinge, FDP-Bundestagsabgeordneter und Mitglied im Tourismusausschuss sowie Alexander Aisenbrey, Geschäftsführer Öschberghof und Initiator verschiedener Initiativen wie Fair Job Hotels über die Lage der Branche in Corona-Zeiten und ihren Stellenwert bei den verantwortlichen Politikern dieses Landes. Dabei wurde noch einmal deutlich, wie sehr Gastronomen und Hoteliers unter der Coronakrise leiden, und dass die Geduld der Unternehmer bald ein Ende hat.

Die Runde in einem Studio der Messe Stuttgart: (von links) Alexander Aisenbrey, Marcel Klinge, Fritz Engelhardt und Rolf Westermann
Isabel Diez
Die Runde in einem Studio der Messe Stuttgart: (von links) Alexander Aisenbrey, Marcel Klinge, Fritz Engelhardt und Rolf Westermann

Alexander Aisenbrey: "Eine Schließung bis in den Mai will ich nicht hinnehmen." Fritz Engelhardt wird bis zum nächsten Bund-Länder-Treffen am 22. März weiter intensiv mit maßgeblichen Politikern sprechen, aber wenn sich in Sachen Öffnung nichts tut, "auch den Klageweg beschreiten". Ist die Branche gegenüber der Politik zu brav? Auf diese Frage von Rolf Westermann antwortete ausgerechnet der Politiker in der Runde so: "Das Gastgewerbe sollte seine vornehme Zurückhaltung aufgeben." Wie die beiden Branchenvertreter sich zu dieser Frage äußerten, lesen Sie hier. hz

Michael Neef & Pierre Nierhaus: Retail & Gastronomie

„Retail & Gastronomie“ – darüber diskutierten Michael Neef, kulinarischer Direktor der Breuninger Gastronomie, und Trendexperte Pierre Nierhaus. „Erlebnis ist vielen Menschen wichtiger als der bloße Einkauf von Dingen“, so Nierhaus. Der Stellenwert der Gastronomie im stationären Handel wachse massiv. Gut inszenierte F&B-Angebote im Haus und in unmittelbarer Nachbarschaft seien zudem ein Weg, um den boomenden Onlinehandel in die Schranken zu weisen.

Breuninger-Gastro-Chef Michael Neef: Er weiß um den Stellenwert von F&B
Christoph Aichele
Breuninger-Gastro-Chef Michael Neef: Er weiß um den Stellenwert von F&B

Wie das geht, zeigt die Kaufhauskette Breuninger (11 Standorte bundesweit) nicht nur am Stammsitz Stuttgart, sondern auch in sechs weiteren Städten. F&B-Chef Michael Neef nannte die Zahlen, die manch regulärer Gastronom gerne verbuchen würde: 2000 bis 3000 Gäste etwa im Casual-Dining-Restaurant Karls Kitchen im Obergeschoss und „viele Menschen, die viel Champagner trinken – ein paar Hundert Flaschen täglich“ an der Champagnerbar in der Karlspassage.

Erfolgreich sei die Kooperation mit der Gastromarke Sansibar, die sich im neuen Dorotheenquartier befindet, einem städtebaulichen Großprojekt der Firma Breuninger. Die hauseigene Marke Eduards dort sei ebenfalls ein Renner und mittlerweile an weiteren Standorten präsent. „Qualität, Innovation, Ausprobieren" – so umriss Neef sein Rezept. Und dazu einen breiten Zielgruppenmix und gastliche Offerten für fast jede Tageszeit zu durchweg selbstbewussten Preisen. Mehr zum Thema in Kürze auf ahgz.de und in der Printausgabe der ahgz. ai


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