Tourismus: Durchwachsene Bilanz in Dresden
Tourismus

Durchwachsene Bilanz in Dresden

Plus bei den Ankünften, Minus bei den Übernachtungen. Dresden meldet für 2016 eine leichte Stabilisierung zum Vorjahr. Im Städtevergleich behauptet sich die Elbmetropole weiter auf Platz 7.

DRESDEN. Leichte Rückgänge und schwierige Rahmenbedingungen bestimmen die Tourismusbilanz Dresdens für 2016. Das meldet die Dresden Marketing GmbH (DMG). Demnach sind die Ankünfte um 0,5 Prozent auf 2,09 Mio. angestiegen. Die Übernachtungen liegen mit -0,8 Prozent ( 4,27 Mio.) jedoch noch leicht im Minus gegenüber Vorjahr. Insgesamt behauptet sich Dresden damit weiterhin auf dem siebten Rang der Städtereiseziele in Deutschland, gemessen an den Übernachtungen 2016. 79,5 Prozent der Übernachtungen in Dresden kommen aus dem Inland: 2016 waren es 3,39 Mio. (-0,9%), bei 1,67 Mio. Ankünften (+0,7%).

Pegida-Folgen immer noch spürbar

Laut DMG leidet der Tourismus der Elbmetropole aber noch unter den Folgen der Pegida-Bewegung. Die negative Berichterstattung über Dresden habe vor allem im Inland Sympathien gekostet und sich auf das Reiseverhalten ausgewirkt. Rückgänge aus dem Ausland seien unter anderem auf Sicherheitsbedenken im Hinblick auf Europareisen, der Abwertung des Britischen Pfunds nach dem Brexit, der weiter andauernden Russlandkrise und dem USA-Wahlkampf zurückzuführen, aufgrund dessen Amerikaner eher im eigenen Land geblieben sind.

Das Ausland mit seinem Übernachtungsanteil von 20,5 Prozent brachte es auf 875.294 Übernachtungen (-0,5%) und 417.793 Ankünfte (-0,1%). Zu den Top-Auslandsmärkten gehören – gemessen an den Übernachtungen – die Schweiz (absolut 83.238, +1,9 %), gefolgt von den USA (absolut 78.948, -8,1 %) und Österreich (absolut 72.155, +19,3 %).

Größter Gewinner unter den Top 10-Märkten ist Polen auf Platz 6 mit plus 25,1 % (absolut 46.483 Übernachtungen), begründet vor allem im guten Wirtschaftswachstum, damit gesteigerter Kaufkraft und der ausgebauten Vermarktung über Messepräsenzen, Plakat- und Onlinewerbung. Dem folgen Österreich und die Niederlande (+14,0 %, 53.267).

„Der KLM-Direktflug Amsterdam-Dresden hat den Städtereiseverkehr gesteigert. Zudem präsentieren wir Dresden gemeinsam mit vielen Tourismus- und Kulturpartnern in diesem viertgrößten Auslandsmarkt noch stärker als bislang“, sagt DMG-Geschäftsführerin Bettina Bunge. Größter Verlierer ist Japan mit -11,8 Prozent, ein Markt, der erfahrungsgemäß schnell und stark auf Sicherheitsbedenken reagiert und auch in Deutschland insgesamt 3,2 Prozent an Übernachtungen verloren hat.

Fokus auf Kongress- und Tagungsakquise

Bewegung aus den Auslandsmärkten bestätgt zugleich die Dresdner Hotellerie: „Wir konnten feststellen, dass zunehmend Gäste aus den USA und der Schweiz unser Hotel buchen. Intensive Kooperationen mit Reiseveranstaltern und umfangreiche Vertriebsaktivitäten in den Märkten zahlen sich langfristig aus", sagt etwa Corinne Miseer, Director of Sales and Marketing im Swissotel am Schloss. "Von großer Bedeutung ist es, den Fokus verstärkt auf die Kongress- und Tagungsakquise zu setzen. Mit diesem Segment erzielen wir die erwünschten Raten, um dauerhaft wirtschaftlich erfolgreich zu sein.“

"2016 hat sich der Tourismus nach dem schwierigen Jahr 2015 wieder stabilisiert", kommentiert sagt Annekatrin Klepsch, Beigeordnete für Kultur und Tourismus der Landeshauptstadt Dresden. "Das ist sehr erfreulich, zumal lokale wie globale Ereignisse spürbaren Einfluss auf das touristische Geschäft hatten. Das Jahresergebnis ist für mich ein Beleg, dass sich unsere Investitionen in Kultur langfristig auszahlen."

Potenzial im Reformationsjubiläum

Erst im Dezember 2016 hat die Stadt ihr neues Kultur- und Kreativzentrum, das Kraftwerk Mitte Dresden, mit zwei Theaterneubauten an die Öffentlichkeit übergeben. Dort soll auch bis Ende 2018 ein Hotel Indigo der Intercontinental Hotels Group (IHG) entstehen (AHGZ berichtete).

Touristisches Potential sieht die DMG für 2017 im welthistorisch bedeutsamen Reformationsjubiläum, das nicht nur religiös motivierte Besucher zu den Wirkungsstätten Martin Luthers nach Mitteldeutschland bringen wird. "Veranstaltungshöhepunkt ist dann das gemeinsame Feiern am Reformationstag, dem 31. Oktober“, so Bunge weiter. red/brg
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