Nachhaltigkeit: „Die Gaspreise haben auf mein...
Nachhaltigkeit

„Die Gaspreise haben auf mein Unternehmen keinen Einfluss“

Franzi Schädel
Dank kluger Haustechnik unabhängig vom Energiepreis: Michaela Reitterer.
Dank kluger Haustechnik unabhängig vom Energiepreis: Michaela Reitterer.

Mit Nachhaltigkeit fährt Michaela Reitterer schon lange gut und muss sich um steigende Energiepreise nun keine Sorgen machen. Beim Digitalen Forum der ahgz gab sie Tipps, worauf Hoteliers bei der Grünen Wende achten sollten.

Kaum ein Hotelier blickt dieser Tage nicht mit bangen Blicken auf die Gaspreisentwicklung. Auf dem Digitalen Forum der ahgz verriet Jens Bernitzky, dass sein Unternehmen schon an Notfallplänen für eine mögliche Schließung arbeite, wenn die Gaspreise einen wirtschaftlichen Betrieb temporär gar nicht mehr möglich machen. Gerade Häuser mit energie-intensiven Angeboten wie Spa- und Saunalandschaften treffen die Preissteigerungen hart.


Eine glückliche Ausnahme ist hingegen Michalea Reitterer, Inhaberin des Boutiquehotels Stadthalle in Wien. "Die Gas-Diskussion hat auf mein Unternehmen keinen Einfluss", konnte sie selbstbewusst auf dem Digitalen Forum der ahgz erklären. Wie kommt es? Die Erklärung: Die Hotelière ist eine große Vorreiterin in Sachen Nachhaltigkeit.

Null-Energie-Bilanz

Im Jahr 2001 hat sie bereits eine Photovoltaik-Anlage auf das Dach gesetzt und als erstes Hotel Europas konnte im Jahr 2009 eine Null-Energie-Bilanz erreicht werden. Soll heißen: Das Haus produziert mit Sonne und Grundwasser genau so viel Energie, wie es verbraucht. "Null-Energie-Bilanz klingt zwar nicht sexy. Trotzdem haben wir jede Nacht wen anderen im Bett", wirbt das Haus frech.

Dieser Tage klingt eine Null-Energie-Bilanz allerdings ziemlich sexy. "Für mich hat sich das moralisch sofort amortisiert", berichtete Reitterer, aber bei den aktuellen Energiepreisen sei der Return of Invest auch immer schneller. Auf dem Digitalen Forum der ahgz gab Reitterer Tipps, worauf andere achten sollten.
Michaela Reitterer beim Digitalen Forum der ahgz vor ihrem hauseigenen Lavendelfeld.
DFV
Michaela Reitterer beim Digitalen Forum der ahgz vor ihrem hauseigenen Lavendelfeld.

Nicht ewig warten

Es gäbe immer welche, die sagen, man solle noch ein oder zwei Jahre warten, dann kämen die günstigeren Panels oder die bessere Technik. Irgendwann müsse man sich aber entscheiden. "Wenn ich immer auf das bessere Gerät warte, dann habe ich keines", fasste Reitterer das Dilemma zusammen.

"Wir hatten beim zweiten Haus den Vorteil, das Gebäude um die Haustechnik drumherum bauen zu können." Es lohne sich, jemanden im Haus zu haben, der Hotel und Technik zusammen denken kann. "Man sollte den Technikern schon auf die Finger schauen", riet Reitterer. 

Smarte Technik

Eine spezialisierte Haustechnik biete dann auch besondere Synergien. So pumpt eine Grundwasserwärmepumpe zum Beispiel warmes Wasser in das Hotel. Dort wird dem Wasser zur Energiegewinnung die Wärme entzogen. Das nun kalte Wasser benutzt das Hotel in den Toilettenspülungen und zur Bewässerung des hauseigenen Lavendelfelds. 

Sie riet ihren Kollegen zum Umdenken: Nicht nur Teppiche und Vorhänge müssten regelmäßig erneuert werden, sondern auch die Haustechnik. 
Grüne Oase mitten in Wien: Das Boutiquehotel Stadthalle.
Boutiquehotel Stadthalle/ Tina Herzl
Grüne Oase mitten in Wien: Das Boutiquehotel Stadthalle.

stats