Dehoga-Neujahrsempfang: Erstmals mehr als 4 M...
Dehoga-Neujahrsempfang

Erstmals mehr als 4 Mio. Übernachtungen in Stuttgart

Rainer Lang
Auf ein gutes Neues: Der Stuttgarter Dehoga-Kreisvorsitzende Markus Hofherr (links) mit Finanzbürgermeister Thomas Fuhrmann
Auf ein gutes Neues: Der Stuttgarter Dehoga-Kreisvorsitzende Markus Hofherr (links) mit Finanzbürgermeister Thomas Fuhrmann

Bei der Dehoga Kreisstelle Stuttgart freut man sich über Rekordzahlen im Tourismus. Dennoch wächst bei manchen Betrieben die Unsicherheit, unter anderem wegen der Bettensteuer.

STUTTGART. Die gerade zu Ende gegangene Tourismusmesse CMT hat mit einem Rekord von 300.000 Besuchern auf der Landesmesse eindrucksvoll belegt, dass der Boom in der Tourismusbranche ungebrochen ist. Davon profitiert auch die baden-württembergische Landeshauptstadt. Beim Neujahrsempfang der DEHOGA-Kreisstelle Stuttgart im Hotel Le Méridien würdigte ihr Vorsitzender Markus Hofherr am 20. Januar seine Branche als Hauptleistungsträger der Tourismuswirtschaft, die einen Umsatz von 2,5 Mrd. Euro in der Region erwirtschaftet.

Er sieht Hotellerie und Gastronomie als „Jobmotor“ mit rund 13.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Nach seinen Angaben sind allein in den vergangenen zehn Jahren 4.000 neue Stellen entstanden, was einem Anstieg um 40 Prozent entspricht. In 1.800 Betrieben werden 1,1 Mrd. Euro erwirtschaftet. Auch Hofherr konnte einen Rekord verkünden: In der Hotellerie wurden 2019 erstmals mehr als 4 Mio. Übernachtungen verzeichnet.

Mit einer Bettenauslastung von 52 Prozent zeigte sich Hofherr sehr zufrieden, vor allem angesichts der rasant wachsenden Kapazitäten. Waren es 2009 noch 15.000 Betten, ist ihre Zahl auf 21.000 gestiegen. Allein innerhalb des vergangenen Jahres sind 1.200 dazugekommen. „Die gute Auslastung spricht für den Standort Stuttgart und das gute Angebot der Hotels“, betonte Hofherr.

Geschäftsreisen sind immer noch der Hauptumsatzbringer

Doch es ist nicht alles rosig fürs Stuttgarter Gastgewerbe. Getrübt wird das Bild unter anderem durch die wachsende Unsicherheit im Firmengeschäft. So gab es unter anderem Berichte über stornierte Cateringaufträge. Geschäftsreisen machen gut zwei Drittel der Übernachtungen in der Landeshauptstadt aus. Hofherr ist überzeugt, „dass wir im Städtetourismus zulegen können“. Er setzt dabei weiter auf die Kooperation mit der Stadt, wenn er sich auch bitter enttäuscht über die Ende 2019 vom Gemeinderat gebilligte Bettensteuer für Kulturprojekte zeigte.

„Wir hätten uns mehr Anerkennung gewünscht für unsere Leistung“, klagte Hofherr. Durch die einseitige Belastung von Hotellerie und Privatreisenden sei die „Chance für gemeinsame Lösungen im Tourismus verpasst worden“, so Hofherr. Er hofft nun darauf, dass vor dem Bundesverfassungsgericht ein „solches Bürokratiemonster“ endgültig scheitert. Für die Zukunft hofft er auf eine gemeinsame Strategie mit der Stadt.

Ebenfalls zu Neujahrsempfang gekommen war Stuttgart Finanzbürgermeister Thomas Fuhrmann. Er bekräftigte in seiner Ansprache erneut seine Ablehnung der Bettensteuer aufgrund des bürokratischen Aufwands sowohl bei den Hotels als auch der Verwaltung. Er versprach, eine für alle Beteiligte „gute Lösung“ suchen.

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