BGH-Entscheid: Erwachsenenhotel verstößt nich...
BGH-Entscheid

Erwachsenenhotel verstößt nicht gegen das Diskriminierungsverbot

Eine Familie mit fünf Kindern hatte sich benachteiligt gefühlt und geklagt. Die höchste Instanz stellt nun aber klar, dass kinderfreie Hotels ein zulässiges Geschäftsmodell darstellen.

KARLSRUHE. Die Beschränkung eines Hotelbereichs oder gar des ganzen Betriebs auf Erwachsene kann gerechtfertigt sein. Ein reines Erwachsenenhotel habe damit durchaus seine Existenzberechtigung, bestätigte nun der Bundesgerichtshof (BGH). Es folgte damit der Argumentation der Anwälte eines Hotels im brandenburgischen Bad Saarow. Geklagt hatte eine Familie mit fünf minderjährigen Kindern, die sich diskriminiert gefühlt hatten. 

Laut BGH und den Vorinstanzen können Bereiche, in denen Erwachsene unter sich sind, sachlich gerechtfertigt sein (Urteil vom 27. Mai 2020, Az. VIII ZR 401/18). Laut den Anwälten des Hotels könne das Erholungsbedürfnis älterer Menschen in einem ruhigen Bereich ein solcher Grund sein, zumal dann, wenn – wie im vorliegenden Fall – genügend Ausweichmöglichkeiten für den Urlaub mit Kindern vorhanden sind. 

Die klagende Familie hatte, da das Hotel nur Gäste aufnimmt, die älter als 16 Jahre sind, in ihrer Klage eine  Entschädigung von 500 Euro je Kind gefordert. Dies hatten jedoch bereits das Amtsgericht Fürstenwalde/Spree (Az.12 C 7/17) und das Landgericht Frankfurt Oder (Az. 15 S 165/17) abgelehnt und klar gestellt, dass das Hotel mit dem Ausschluss von Kindern unter 16 Jahre nicht willkürlich handele, sondern ein nachvollziehbares Ziel im Rahmen seines Geschäftsmodells zugrunde lege. red/rk

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