Luxushotellerie: Es darf etwas mehr sein
Luxushotellerie

Es darf etwas mehr sein

Thomas Imo/imago images/photothek
Schwung zum Jahresende:Gerade in der HauptstadtBerlin waren die Hotelsder Spitzenkategoriezu Silvester gut gebucht.
Schwung zum Jahresende:Gerade in der HauptstadtBerlin waren die Hotelsder Spitzenkategoriezu Silvester gut gebucht.

Welche Hotelkategorien schneiden bei der Entwicklung der Kennzahlen gerade besser ab, welche schlechter? Diese Frage treibt Investoren und Betreiber gleichermaßen um.

Welche Hotelkategorien schneiden bei der Entwicklung der Kennzahlen gerade besser ab, welche schlechter? Diese Frage treibt Investoren und Betreiber gleichermaßen um. Fairmas und STR haben sich exklusiv für die ahgz angeschaut, wie sich in Deutschland in den vergangenen Jahren die 4- und 5-Sterne-Hotellerie entwickelt haben.

Betrachtet man den Zeitraum von 2016 bis 2019, so schneiden insgesamt die Häuser der Luxusklasse besser ab als die Gesamtheit der deutschen Hotels. Die Auslastung hat sich dabei zwar im Gleichtakt entwickelt – sowohl Luxushotels als auch alle anderen weisen eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 0,2 Prozent auf –, aber bei Netto-Zimmerpreis und RevPar (Erlös pro verfügbarem Zimmer) hat die 5-Sterne-Kategorie stärker zugelegt. Sie steigerten ihre Rate im jährlichen durchschnitt um 1,4 Prozent, während die deutschen Hotels aller Kategorien zusammen nur auf 0,6Prozent kamen. Dementsprechend wuchs der RevPar in diesem Zeitraum jedes Jahr um 1,6 Prozent und damit doppelt so stark wie der Durchschnitt der Hotellerie.

Gerade im vergangenen Jahr hat sich dieses Bild allerdings gedreht. Im Jahr 2019 haben sich die Kennzahlen der Gesamthotellerie beim RevPar besser entwickelt als die der 5-Sterne-Häuser. So erhöhten diese ihre Auslastung im Vergleich zum Vorjahr kaum (+0,1%). Allerdings weisen die 5-Sterne-Häuser auch eine Belegung auf, die mit 72,7 Prozent sogar leicht oberhalb des Gesamtmarkts (72,2%) liegt. Die anderen Häuser haben bei der Belegung zuletzt also aufgeholt, denn die durchschnittliche Auslastung aller Häuser hat sich im vergangenen Jahr um 0,7Prozent auf 72,2 Prozent erhöht. Bei der Rate hat hingegen die Luxushotellerie knapp die Nase vorn. Sie steigerte den Zimmerpreis im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent auf 171,50 Euro. Insgesamt erhöhte sich die Rate mit 0,5 Prozent weniger stark auf 101,70 Euro. Dadurch legte der RevPar in der deutschen 5-Sterne-Hotellerie um 0,7 Prozent auf 124,60 Euro zu. Über alle Hotelkategorien hinweg wuchs der RevPar hingegen um 1,2Prozent auf 73,40 Euro.

Im Luxussegment betrug der RevPar im September im Durchschnitt 157,90 Euro und im Oktober 148,40 Euro

Ein detaillierter Blick auf das Jahr 2019 zeigt, dass die 5-Sterne-Hotellerie von den zwölf Kalendermonaten in acht Monaten einen RevPar oberhalb des Vorjahres erzielte. Besonders stark fiel der Mai aus, als der RevPar um 10,6Prozent zulegte und 128,90 Euro erreichte. Darauf folgten allerdings gleich die vier Monate mit RevPar-Einbußen gegenüber dem Vorjahr: Von Juni bis September schwächelte die5-Sterne-Hotellerie in Deutschland.

Fairmas und STR haben die absoluten Zahlen bei Belegung, Netto-Zimmerpreis und RevPar in der 4- und 5-Sterne-Hotellerie für 2019 in den einzelnen Monaten einander gegenübergestellt. Für beide Kategorien brachten die Monate September und Oktober den höchsten RevPar. In der gehobenen Mittelklasse waren das im September 91 Euro und im Oktober 85,70 Euro. Im Luxussegment betrug der RevPar im September im Durchschnitt 157,90 Euro und im Oktober 148,40 Euro.

Den größten Unterschied wiesen beide Kategorien im Dezember auf. Zum Jahresende hin betrug die Auslastung der 4-Sterne-Hotels lediglich 64,8 Prozent, während die 5-Sterne-Häuser mit 68,9 Prozent besser ausgelastet waren. Offenbar haben sich Urlauber bei Kurzreisen, etwa zu Silvester, gern eine höhere Hotelkategorie gegönnt als zu anderen Anlässen.

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