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Fake-Bewertungen: Portale müssen stärker dagegen vorgehen

Olivier Le Moal/Colourbox.de
Mehr Verantwortung: Anbieter von Bewertungen müssen künftig stärker sanktionieren, wenn unseriöse Urteile eingehen
Mehr Verantwortung: Anbieter von Bewertungen müssen künftig stärker sanktionieren, wenn unseriöse Urteile eingehen

Das Bundeskartellamt will die Praktiken der Anbieter so nicht länger hinnehmen - ganz im Sinne des Hotelverband Deutschland.

BERLIN. Das Bundeskartellamt will, dass Bewertungen auf Portalen schärfer kontrolliert und selektiert werden. "Unsere Ermittlungen zu Nutzerbewertungen im Internet zeigen vor allem eines: Portale und Plattformen müssen für die von ihnen dargestellten Bewertungen deutlich mehr Verantwortung übernehmen", so der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, in einer Erklärung.

Portale, die Dienstleistungen oder Produkte anbieten, müssten zielgenauer nach gefälschten oder eingekauften Bewertungen filtern und mehr Transparenz für Verbraucher schaffen - etwa darüber, ob kostenlose Produkttests im Spiel oder Vermittler von Bewertungen im Einsatz waren. Für viele Verbraucher seien Online-Bewertungen heute eine wichtige Orientierung.

Bei der Untersuchung der Behörde standen auch sieben Anbieter aus der Reisebranche auf dem Prüfstand. Die Erkenntnisse wertet Markus Luthe, Hauptgeschäftsführer des Hotelverbandes Deutschland (IHA), positiv: „Die Sektoruntersuchung hat Missstände bei Nutzerbewertungen aufgedeckt. Nicht-authentische Bewertungen sind nicht nur ökonomisch schädlich, sie stellen auch Verbraucherrechtsverstöße dar. Nach derzeitigem Recht und der hierzu entwickelten Rechtsprechung haften die Plattformbetreiber jedoch nur sehr eingeschränkt für die auf ihren Seiten veröffentlichten Inhalte. Die Portale sollten daher stärker in die Pflicht genommen werden, nichtauthentische Bewertungen auf ihren Seiten zu identifizieren und zu entfernen. Wir pflichten dem Bundeskartellamt auch in der vorläufigen Schlussfolgerung bei, dass insbesondere Portale im Bereich von Dienstleistungen (wie z.B. Hotels oder Ärzte) eine Vorab-Überwachung hinsichtlich manipulierter Bewertungen vornehmen sollten. Generell wäre es aus Sicht des Hotelverbandes zu begrüßen, wenn das Bundeskartellamt zusätzlich die Befugnis erhielte, etwaige Rechtsverstöße auch per behördlicher Verfügung abzustellen.“

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