Jubiläum: Förderverein für Top-Ausbildung fei...
Jubiläum

Förderverein für Top-Ausbildung feiert 30. Geburtstag

Jan Bürgermeister
Illustres Trio: (von links) FHG-Vorsitzender Bernhard Zepf, Landesminister Guido Wolf und FHG-Gründer Hermann Bareiss
Illustres Trio: (von links) FHG-Vorsitzender Bernhard Zepf, Landesminister Guido Wolf und FHG-Gründer Hermann Bareiss

Im Jahr 1989 haben Hermann Bareiss und seine Mitstreiter erkannt, dass Spitzenhotels und -restaurants ebensolche Mitarbeiter brauchen, wenn sie eine Zukunft haben wollen. Das FHG-Modell war geboren.

Jubiläum: Förderverein für Top-Ausbildung feiert 30. Geburtstag



BAIERSBRONN/ETTLINGEN. Der Förderverein und Karrierepartner für den Nachwuchs der Tophotellerie und -gastronomie in Deutschland, FHG, wird 30 Jahre alt. Beim Festakt im Gründerhaus Hotel Bareiss in Baiersbronn-Mitteltal, zogen die Sprecher in Anwesenheit des baden-württembergischen Ministers der Justiz, für Europa und Tourismus, Guido Wolf (CDU), sowie des DEHOGA-Landesvorsitzenden Fritz Engelhardt und des Ehrenpräsidenten Ernst Fischer eine positive Bilanz des FHG-Ausbildungsmodells

Vier Aus- und Weiterbildungsgänge hat der Verein FHG auf den Weg gebracht für die zentralen Ausbildungsberufe in Küche, Restaurant- und Hotelfach mit staatlich geprüften Abschlüssen vom Erwerb der Fachhochschulreife, Gesellenbrief, Berufskollegiat bis hin zum Master.

Alle vier Modelle sind dual angelegt. Den betrieblichen Part leisten bundesweit führende, vielfach ausgezeichnete Mitgliedsbetriebe. Für den schulisch-akademischen Part stehen zur Verfügung die Landesberufsschule in Bad Überkingen, di als eine der besten Berufsschulen Deutschlands gilt (unter den Gästen: Direktor Dieter Manz) sowie die Duale Hochschule Baden-Württemberg (Ravensburg), die IUBH in Bad Honnef und die Hotelfachschule The Hague, Amsterdam und Den Haag, beim Festakt vertreten unter anderem durch die Professoren Wolfgang Fuchs, Karl Heinz Hänssler, Jan Specht, Conny Mayer-Bonde und The Hague-Gründer Arnold van Delft.

Flankiert wird die von Mitgliedsbetrieben und Sponsoren finanzierte Förderarbeit und Karrierebegleitung, die in 30 Jahren rund 1500 Azubis absolviert haben mit zum Teil weltweit erfolgreichen Karrieren in Führungspositionen der Spitzenhotellerie, von zahlreichen Engagements. Unter anderem schulfachliche Tutorien, Lehrmittelunterstützung (iPads für jeden Schulanfänger), Infotage zur Karriereempfehlung, Personaler-Treffen, Teilnahme an Akquise- und Ausbildungsmessen, Networking.

Im Mittelpunkt der Aktivitäten steht die persönliche Betreuung der Auszubildenden durch die Vorstände: von der Begrüßung an der Schule im ersten Lehrjahr mit der Übergabe von Starter-Sets über die Begleitung der jährlichen dreitägigen internationalen Fachexkursion (u.a. Berlin, Hamburg, Paris, Barcelona) bis zur festlichen Verabschiedung zum Abschluss des dritten Lehrjahrs.

Kollegialität und Herzensbildung

Die Redner des Festakts - darunter FHG-Vorsitzender Bernhard Zepf, Hermann Bareiss, Matthias Hahn, FHG-Absolvent, heute Chef Corporate von Alain Ducasse und in einer Videobotschaft Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann - würdigten nicht nur das die Professionalität aller Ausbildungsmodelle, sondern auch die Vermittlung eines Werten wie Kollegialität und Herzensbildung, die die Förderarbeit des FHG trägt und prägt.

Von diesem Werteverständnis sprach auch der baden-württembergische Tourismusminister Guido Wolf, als er von einem großartigen Nachwuchs sprach, der für die Branche brenne und mit Leidenschaft für den Gast da sei. Ein Verdienst des FHG, der früher als andere erkannt habe, sich um den Nachwuchs zu kümmern und ihm ein Ausbildungsangebot zu machen, das sich „in keinem anderen Bundesland in einer vergleichbaren Aus- und Weiterbildungsinitiative der freien Wirtschaft in dieser Breite und Tiefe bisher hat etablieren können.“

Wolf positionierte sich auch eindeutig zu den derzeit brennenden Branchenthmen: Wer glaube, dem Gastgewerbe Prügel zwischen die Beine werfen zu sollen - Mehrwertsteuerdiskussion, starre Arbeitszeitregelung - habe die Herausforderungen nicht begriffen. Deshalb brauche die Politik zur Schaffung der richtigen Rahmenbedingungen den „Impetus visionären Denkens“, wie ihn der FHG vermittle, der sich auch in Zukunft verstehen solle als „Innovationstreiber“ im Land.

Offensive Imageverbesserung der gastronomischen Berufe 

Hermann Bareiss seinerseits formulierte für die Zukunft des FHG drei Ziele: die offensive Imageverbesserung der gastronomischen Berufe und ihrer Karrierechancen, die Sicherstellung der Exzellenz von Ausbildung für die „Champions League“ der Branche sowie, ein hoher Anspruch, die „Europäisierung des FHG“.

Dem Jubiläumsfest war am Vortag vorangegangen eine Mitgliederversammlung mit der Neuwahl des Vorstandes, in der für die nächsten zwei Jahre in ihren Ämtern bestätigt wurden: Bernhard Zepf (Vorsitzender, Hotel-Restaurant Erbprinz, Ettlingen), als seine beiden Vertreter Christian Ottenbacher (Hotel Adler, Asperg) und Uta Schlagenhauf (Hotel Bareiss, Baiersbronn), als Schriftführer Hans Peter O. Breuer (Journalist, Köln) und Michael Sänger (Colombi Hotel, Freiburg) Schatzmeister. red/hz

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