Arbeitsmarkt: Für 10,1 Millionen Beschäftigte...
Arbeitsmarkt

Für 10,1 Millionen Beschäftigte Kurzarbeit beantragt

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Kaum zu tun: Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit steigen seit März rapide.
Kaum zu tun: Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit steigen seit März rapide.

Jüngste Zahlen der Bundesagentur für Arbeit: Die Arbeitslosenzahl ist auf 2,64 Millionen gestiegen. Die Coronakrise setzt dem Arbeitsmarkt stärker zu als die Finanzkrise 2008/2009.

NÜRNBERG. „Die Corona-Pandemie dürfte in Deutschland zur schwersten Rezession der Nachkriegszeit führen. Dadurch gerät auch der Arbeitsmarkt stark unter Druck“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung seien erstmals in einem April gestiegen. „Die Anzeigen für Kurzarbeit steigen auf ein noch nie dagewesenes Niveau. Und die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern ist regelrecht eingebrochen.“, so Scheele.

Arbeitslosenquote steigt auf 5,8 Prozent

Die Zahl der Arbeitslosen sei von März auf April infolge der Coronakrise „außerordentlich kräftig“ um 308.000 auf 2.644.000 gestiegen. Bereinigt um die saisonalen Einflüsse wird für den April ebenfalls ein starker Zuwachs von 373.000 im Vergleich zum Vormonat errechnet. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Arbeitslosenzahl um 415.000 erhöht. Die Arbeitslosenquote steigt um 0,7 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent.

"Nie da gewesene Zahl"

Im März und bis zum 26. April 2020 wurden bei den Agenturen für Arbeit 751.000 Anzeigen für Kurzarbeit erfasst für insgesamt bis zu 10,1 Millionen Personen. Das heiße aber nicht, so der BA-Chef, dass diese Menschen auch alle kurzarbeiten werden. Dennoch sei das eine im Vergleich zu den letzten Jahrzehnten nie da gewesene Zahl und übersteige noch um ein Vielfaches die Zahl der Anzeigen während der Großen Rezession 2008/2009. Im gesamten „Krisenjahr“ 2009 gingen bei den Agenturen für Arbeit Anzeigen für 3,3 Millionen Menschen ein.

Dehoga erneuert Forderungen nach Finanzhilfen

„Das sind katastrophale Zahlen. Für Unternehmer wie Mitarbeiter ist das eine dramatische Ausnahmesituation. Das Gastgewerbe liegt am Boden“, kommentiert Dehoga-Präsident Guido Zöllick den BA-Bericht. Im März und April seien im deutschen Gastgewerbe für 1.025.512 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt worden. Damit seien insgesamt mehr als 95 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Gastgewerbe betroffen. „Der Rettungsfonds mit direkten Finanzhilfen muss schnell auf den Weg gebracht werden, ansonsten werden viele Betriebe den Mai nicht überleben“, warnt Zöllick. Ebenso fordert der Dehoga eine Gesetzesänderung, die einen Anspruch auf Pachtminderung beinhaltet. red/eck

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