Gastgewerbe: Deutlich weniger Insolvenzanträg...
Gastgewerbe

Deutlich weniger Insolvenzanträge als im Vorjahr

IMAGO / Alexander Limbach
Im Oktober sank die Zahl der Insolvenzanträge
Im Oktober sank die Zahl der Insolvenzanträge

Viele Unternehmen des Gastgewerbes stehen weiterhin unter wirtschaftlichem Druck. Dennoch ist die Zahl der Insolvenzanträge im Oktober im Vorjahresvergleich deutlich gesunken – und liegen sogar noch niedriger als 2019. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) hervor.

Demnach wurden im Oktober 2021 im Gastgewerbe 92 Insolvenzverfahren beantragt. Das sind 24 Prozent weniger als noch im Oktober 2020. Von den 92 Verfahren eröffneten die Amtsgerichte 56, 36 wurden wegen mangelnden Vermögens des Schuldners abgelehnt.

Der Langzeit-Blick auf die tatsächlich eröffneten Insolvenzverfahren zeigt: Trotz der nicht mehr ausgesetzten Insolvenzantragspflicht seit Mai 2021 ist die Zahl der Insolvenzverfahren im Gastgewerbe nicht gestiegen, sondern deutlich gesunken.

Weniger Insolvenzen auch insgesamt

Auch für die Gesamtwirtschaft ging die Zahl der Insolvenzen zurück. Von Januar bis einschließlich Oktober 2021 meldeten die Amtsgerichte 11.738 Unternehmensinsolvenzen. Das waren 13,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Im Oktober vergangenen Jahres war die Zahl der Firmenpleiten nach Angaben der Wiesbadener Behörde mit 1056 um 2,7 Prozent niedriger als im Oktober 2020. Das Niveau von Oktober 2019, also vor der Coronakrise, wurde noch deutlicher unterschritten - und zwar um 33,7 Prozent. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte im Oktober 2021 auf knapp 1 Milliarde Euro. Im Oktober 2020 hatten sie noch bei etwa 2,1 Milliarden Euro gelegen. 

Um eine Pleitewelle infolge der Pandemie abzuwenden, hatte der Staat die Pflicht zum Insolvenzantrag bei Eintritt von Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit zeitweise ausgesetzt. Seit dem 1. Mai 2021 gilt die Insolvenzantragspflicht wieder in vollem Umfang. Daher war mit einem Anstieg der Insolvenzen gerechnet worden. Ausnahmen gibt es noch für Betriebe, die im Sommer Schäden durch Starkregen oder Überflutungen erlitten haben.

Zahlen könnten zu Jahresende wieder steigen

Hinweise auf die künftige Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen gibt die Zahl der beantragten Regelinsolvenzverfahren. Im Dezember 2021 stieg diese Zahl nach vorläufigen Angaben um 18 Prozent gegenüber November 2021, nachdem sie bereits im Vormonat deutlich zugenommen hatte (+43,8 % im November 2021 gegenüber Oktober 2021). Im Vergleich zu Dezember 2020 lag die Zahl um 24,8 Prozent höher. Damals war die Antragspflicht noch vollumfänglich ausgesetzt. 

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