konjunkturpaket: Gastgewerbe will mehr „Wumms...
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Gastgewerbe will mehr „Wumms“

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Guido Zöllick:
„Die geplanten Summen sind zu gering.“
Guido Zöllick: „Die geplanten Summen sind zu gering.“

Berlin.Der Bund hat ein neues Programm aufgelegt, mit dem er die Auswirkungen der Corona-Pandemie bekämpfen will. Es sieht Hilfen von rund 130 Mrd. Euro vor. Bundesfinanzminister Olaf Scholz glaubt,

Berlin.Der Bund hat ein neues Programm aufgelegt, mit dem er die Auswirkungen der Corona-Pandemie bekämpfen will. Es sieht Hilfen von rund 130 Mrd. Euro vor. Bundesfinanzminister Olaf Scholz glaubt, dass Deutschland so „mit Wumms aus der Krise kommen“ werde.

Das Konjunkturpaket besteht aus einer Reihe von Entlastungen und Hilfen, darunter eine befristete Senkung der Mehrwertsteuer mit einem Volumen von rund 20 Mrd. Euro sowie ein Bonus für Familien in Höhe von 300 Euro pro Kind. Dehoga-Präsident Guido Zöllick begrüßte „die wichtigen und impulsgebenden Maßnahmen“. Dazu gehören auch die Begrenzung der Sozialversicherungsbeiträge auf 40 Prozent, die Entlastung bei der EEG-Umlage, die Erweiterung des steuerlichen Verlustrücktrags, die degressive Abschreibung sowie die vereinbarte Ausbildungsprämie.

Besonders interessant fürs Gastgewerbe: Die Koalitionsspitzen legten im Rahmen des Pakets auch eine zusätzliche Unterstützung fest speziell für Branchen, die von der Coronakrise besonders belastet sind. Für diese Wirtschaftszweige, zu denen auch Hotellerie und Gastronomie gehören, soll es „Überbrückungshilfen“ im Umfang von maximal 25 Mrd. Euro geben. Zöllick sagte dazu, es sei mehr als offen, ob diese Überbrückungshilfen ausreichen werden, die Betriebe und die Arbeitsplätze zu retten. „Die geplanten Summen sind zu gering. Überbrückungshilfen für drei Monate greifen zudem in unserer besonders betroffenen Branche deutlich zu kurz. Hier ist eine Ausweitung auf sieben Monate zwingend notwendig.“ Nun komme es maßgeblich auf die Ausgestaltung der Detailfragen an, zum Beispiel, welche Fixkosten erstattungsfähig seien. „Es bleibt zu hoffen, dass dabei der in der Vereinbarung betonten besonderen Betroffenheit des Hotel- und Gaststättengewerbes Rechnung getragen wird.“

Im Ausland kommt das Konjunkturpaket unterdessen gut an. Die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) fordert, dies analog umzusetzen. „Die ÖHV hat der Regierung schon im April vorgeschlagen, Lohn- und Umsatzsteuer über alle Branchen befristet, aber merklich zu senken: Das schafft Arbeitsplätze und kurbelt so den Wirtschaftskreislauf nachhaltig an. Deutschland macht es uns vor", sagte ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer.rw

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