Best-Preis-Streit: Gericht weist Klage gegen ...
Best-Preis-Streit

Gericht weist Klage gegen Expedia ab

Hotels müssen unter bestimmten Umständen eine verschlechterte Listung auf dem Portal hinnehmen. Geklagt hatte ein Hotel, das sich wegen Nicht-Einhaltung der Best-Preis-Klausel abgestraft sah.

KÖLN. Expedia kann weiterhin die Sichtbarkeit bestimmter Hotels in seiner Listing verschlechtern, wenn es diese zum Beispiel als weniger konkurrenzfähig erachtet. Das hat das Landgericht Köln entschieden, das jetzt eine Klage des Rheinhotels Dreesen abgewiesen hat, wie eine Gerichtssprecherin der AHGZ berichtete.

Das Hotel hatte im Frühjahr festgestellt, dass es bei Expedia ohne Fotos und ohne Bewertungen dargestellt worden war. Die Hotelierfamilie Dreesen und der Hotelverband Deutschland, dessen Vorsitzender Hotelbesitzer Fritz G. Dreesen damals noch war, hatten daraufhin den Verdacht, dass das Hotel wegen Nicht-Einhaltung der Best-Preis-Klausel abgestraft werden sollte.

Allerdings: Dem Portal Expedia ist die Forderung nach dem "besten" oder zumindest gleich günstigen Preis in Deutschland bislang auch noch nicht formal verboten worden. Bisher hat das Bundeskartellamt nur den Mitbewerbern HRS und Booking.com das Bestehen auf die Best-Preis-Klausel untersagt. Gegen Expedia läuft ein ähnliches Verfahren, dass jedoch noch nicht abgeschlossen ist.

Die Dreesens erachteten das Weglassen von Fotos und Bewertungen seitens Expedia dennoch als klaren Wettbewerbsnachteil und hatten mit Unterstützung der IHA Klage gegen Expedia eingereicht. Denn, so Geschäftsführer Olaf Dreesen damals, „ein Hotel ohne Fotos wird seltener oder gar nicht gebucht."

Expedia rechtfertigte sich im vergangenen Jahr zu dem Vorwürfen auf Anfrage der AHGZ so: "Auf dem Expedia Marketplace können Hotels um die Sichtbarkeit gegenüber Verbrauchern, die die Webseite besuchen, konkurrieren. Konkurrenzfähigere Angebote sind demnach für Verbraucher sichtbarer als weniger konkurrenzfähige Angebote. Dies ist für Verbraucher sowie für Hotels mit wettbewerbsfähigen Angeboten gut." Wer sich nicht an die Best-Preis-Klausel hält, gilt bei dem Portal also offenbar weniger konkurrenzfähig.

Das Rheinhotel Dreesen hat bei seiner Klage jedoch keinen Erfolg gehabt. Als Kläger muss es nun die Kosten des Rechtstreits tragen. rk

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