Ärger mit OTA: Hotel verspricht Freibier für ...
Ärger mit OTA

Hotel verspricht Freibier für alle, die bei Booking.com stornieren

JanPietruszka/Colourbox.de
Verlockend für alle Liebhaber des Gerstensafts: Beim Umstieg von Booking.com auf Direktbuchungen gibt's im Schwarzen Bock ein Freibier
Verlockend für alle Liebhaber des Gerstensafts: Beim Umstieg von Booking.com auf Direktbuchungen gibt's im Schwarzen Bock ein Freibier

Das Hotel Schwarzer Bock in Ansbach geht viral in die Offensive.

ANSBACH. "Bier gegen Booking" - das ist der neue Slogan fürs Direktmarketing im Familienbetrieb Schwarzer Bock im fränkischen Ansbach. Konkret soll nun jeder Kunde, der bei Booking.com bucht und diese wieder storniert und auf eine Direktbuchung umsteigt, vom Hotelchef persönlich ein Bier ausgegeben bekommen.

Hotelier Christian H. Fuhrmann postete auf der Facebook-Seite des Hotels sowie auf Youtube ein persönliches Video, in dem er die Gäste über die Höhe der Provisionen bei Booking.com und anderen Online Travel Agencys (OTAs) aufklärt und zum Direktbuchen aufruft. Er als Privathotelier will sich deren Vorgehensweise nicht weiter gefallen lassen, zumal Booking.com mehrfach behauptet habe, das Hotel sei geschlossen bzw. er sei nicht da.  

Hotel verspricht Freibier für alle, die bei Booking.com stornieren



Fuhrmann hat, nach diversen Enttäuschungen in der Zusammenarbeit mit Booking.com, den Vertrag für den Schwarze Bock mit dem Portal gekündigt - zum Ende des Jahres 2020. Nun standen aber bis Jahresende noch Buchungen über Booking.com aus, die für das Hotel eingegangen waren. Und eben diese Buchungen hat das Portal nun einseitig storniert, wie Hotelchef Fuhrmann berichtet. "Das heißt, Booking macht mit ihren Buchungen, liebe Gäste, liebe Reisende, was sie wollen", warnt der Hotelier nun im Video. Und er setzt noch einen oben drauf, bezeichnet Booking aufgrund teils hoher Provisionen von mehr als 20 Prozent als "Blutsauger" und stellt klar, dass er mit solchen nichts mehr zu tun haben will.

Branchenkollegen pflichten dem Schwarzen Bock bei. Auf Facebook gratuliert ihm ein anderer Hotelier, und weitere berichten, dass sie ebenfalls bemüht sind diese Buchungen zurückzufahren und sich der geplanten Sammelklage des Hotelverbands Deutschland (IHA) angeschlossen haben. 
Dabei sollen Millionenbeträge an Provisionen zurückgefordert werden, die deutsche Hotels in den Jahren 2006 und 2015 aus Sicht des Verbands zu Unrecht an Booking.com gezahlt haben, da dieses damals die inzwischen untersagte Best-Preis-Klausel noch praktiziert hatte.

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