Hotelimmobilie des Jahres 2021: Die Nominiert...
Hotelimmobilie des Jahres 2021

Die Nominierten für den Immobilienpreis im Profil

Hotel
Stay Kooook Bern: Raumkonzept mit beweglichem Element
Stay Kooook Bern: Raumkonzept mit beweglichem Element

Die ahgz stellt die Kandidaten vor, die die Chance haben, bei der – erneut hybrid ausgerichteten – Veranstaltung am 13. Oktober den Titel zu holen.

Hier die Finalisten in alphabetischer Reihenfolge.

Ameron München Motorworld: Historie trifft auf Pferdestärken

Das Hotel der Althoff-Gruppe ist komplett in die automobile Erlebniswelt der Motorworld im Norden der bayerischen Landeshauptstadt integriert. Das außergewöhnliche Haus in der spektakulären Lokhalle bietet 156 Zimmer, ein Spa und das neue Restaurantkonzept Bacio della Mamma mit römischen Spezialitäten direkt aus der Showküche. Das Interior-Design prägt einerseits die Hommage an den Motorsport, andererseits der industrielle Charakter des historischen Bahnausbesserungswerks – Stahlträger blieben im Original erhalten. Die knalligen Lacke der Autos der 60er- und 70er-Jahre finden sich in öffentlichen Bereichen und Zimmern wieder. Diese bieten meist einen Blick in die Halle und die 120 beleuchteten Glaskuben mit Old- und Youngtimern, Saisonfahrzeugen und Luxusautos. Drei Car&Bike-Studios im Erdgeschoss sind durch eine bodentiefe Glasfront mit einer privaten Design-Garage für das eigene Gefährt verbunden.

 

CAB20 Hamburg: Boxen mit Gemeinschaftsbad im schicken Gym-Look

Die Unterkunft, die sich zentral im Stadtteil St. Georg befindet, verfolgt ein besonderes Konzept. Viel Style auf wenig Fläche ist das Prinzip. Inspiriert wurde das Ganze von japanischen Kapselhotels. Die Idee: Gästen so zum Preis einer Übernachtung im Mehrbettzimmer einen privaten Schlafbereich anzubieten. Die Wohneinheiten sind als Kabinen gestapelt, es gibt sie als Einzel- oder Doppelzimmervariante. Die eigens entwickelten Cabins sind schallgedämmt. Sie verfügen über eine einstellbare Lüftung und eine spezielle Beleuchtung, die Tages- und Nachtstimmungen erzeugt. Außedem ist smarte Technik installiert wie Bluetoothspeaker oder drahtlose Ladestationen und es gibt leistungsstarkes W-Lan. Die Architektur ist, nicht unwichtig in der zentralen Lage, ansprechend: Über drei Vollgeschossen befindet sich ein Staffelgeschoss, dessen Fassaden von besonderer Bedeutung für die natürliche Belichtung des Gebäudes sind. Die durchsichtigen Fenster wurden in gleichmäßiger Rasterung mit farbigen Blindfenstern ergänzt und so von außen ein offenerer Gebäudeausdruck und eine harmonische Anpassung an das Umfeld erzielt. Nachts werden die farbigen Elemente beleuchtet.

Das Schlafwerk in Korntal-Münchingen: Praktisch und robust mit originellem Design

Mit dem neuen, schlanken Budget-Produkt, das sowohl im Longstay- als auch im Shortstay-Bereich agieren möchte, geht das Unternehmen DQuadrat Living nahe Stuttgart an den Start. Das Gebäude mit überdachtem Innenhof, in dem gegrillt werden kann, befindet sich in einem Gewerbegebiet. In 97 Zimmern ist Platz für 312 Betten. Zu DQuadrat gehören bereits die Marken Harbr Hotel & Boardinghouse (Upper Midscale, Innenstadtlage) und Be:At (Studenten). Zielgruppe von Schlafwerk sind insbesondere Handwerker-Teams, aber auch Familien oder Backpacker. „Wir bringen ein gebrandetes, professionelles Budget-Produkt für Langzeitgäste auf den Markt, das auf dem deutschen Beherbergungsmarkt bisher fehlte“, beschreibt es Jens Philipsenburg, Geschäftsführer von DQuadrat Living aus Ludwigsburg. Entwickelt werden die Immobilien von der Muttergesellschaft, DQuadrat Real Estate. Weitere Projekte entstehen in Hannover und Köln.

Falkensteiner Hotel Kronplatz: Modern alpin in Südtirol

Bei Bruneck befindet sich das neue Haus der Hotelgruppe Falkensteiner. Eine Besonderheit ist die Konzeption als Adults-only-Hotel. Gestaltet wurde das Hotel Kronplatz durch Matteo Thun. Das Design-Motto ist inspiriert von den vier Jahreszeiten und zieht sich als roter Faden durch das Urlaubshotel. Alpin, modern und sehr wohnlich kommt das Haus daher. Zum Hotel gehören ein riesiger Wellness-Bereich und eine Indoor-Kletterhalle. Bekannte Bergsportler aus der Region haben die 12 Meter hohe Kletterwand gestaltet. Die knapp 100 Zimmer sind mindestens 35 Quadratmeter groß und verfügen alle über Balkon oder Terrasse. Zielgruppe des ganzjährig geöffneten Hotels sind Aktivurlauber, was sich etwa in sportlichen Utensilien auf den Zimmern widerspiegelt: Sprossenwand, Medizinball und Yogamatte gehören dazu.

„Viele Neubauten haben es ins Finale geschafft. Einige spielen in ihrem Konzept Themen wie Digitalisierung, aber auch Coliving-Konzepte überzeugten“
Marina Behre, ahgz

Koncept Hotel International in Köln: Multikulti und voll digital

Das Koncept Hotel International in Köln ist eine Umnutzung eines Verwaltungsgebäudes. Hinter der Gruppe steht Martin Stockburger, der neben dem ganzheitlichen Nachhaltigkeitsanspruch vor allem die Effizienz und Resilienz gegen Pandemie-Bedingungen herausstellt. Hintergrund ist das digitalisierte Herangehen an das Thema Hotel. So kommt man nur mit Buchung und Schlüsselcode in das Hotelgebäude hinein. Witzige Anekdote: Als der Hotelier für sein erstes Hotel der Marke 2016 die Genehmigung beantragte, kam diese zurück mit dem Vermerk, man habe die Rezeption vergessen. In Zeiten von Corona und Fachkräftemangel sind digitalisierte Betriebe mit wenig Mitarbeitern im Trend. Das Haus hat 60 Zimmer. Die Vergangenheit des Gebäudes, in dem einst Asylbewerber untergebracht waren, wird bei der Gestaltung mit internationalen Bezügen aufgegriffen.

Papa Rhein Hotel & Spa in Bingen: Kreuzfahrt-Feeling direkt am Rhein

Privathotelier Jan Bolland hat sein Papa Rhein auf einer zuvor als Parkplatz genutzten Fläche direkt am Rheinufer errichtet. Das neue Haus kann offenbar vom touristischen Restart und dem derzeitigen Trend zum Urlaub im Nahbereich profitieren, ist jedenfalls extrem gut gebucht und kann deutlich höhere Raten erzielen als ursprünglich geplant. Die Einrichtung mit vielen natürlichen Materialien und lokalen Bezügen verantwortete der Innenarchitekt, der auch die Bretterbude von Jens Sroka ausgestattet hat, einen der früheren Gewinner des Titels Hotelimmobilie des Jahres. Auch das Papa Rhein kommt modern-maritim daher, mit viel Vintage-Charme, passend zum Standort am Binger Winterhafen, zwischen Hafen und der Uferpromenade. Das Haus verfügt über 114 Zimmer. Das Gebäude soll dem Gast den Eindruck eines Kreuzfahrtschiffs vermitteln, das vorübergehend im Hafen angelegt hat. Ein lässiges Gastrokonzept ergänzt das Hotelangebot ebenso wie das Spa. Eine Besonderheit ist die Kletterwand an der Fassade.

Stay Kooook Bern: Wandelbares Raumkonzept

Die erste Eigenmarke des Betreibers SV Hotel ist explizit auf Longstay-Gäste ausgerichtet. Dass die Fläche der Einheiten knapp bemessen ist, soll nicht zuletzt ein besonderes Raumelement wettmachen, das über eine Gleitfunktion verfügt und sich im Zimmer verschieben lässt. The Slide ist Schrank, Sofa, Bett und Küchenelement in einem und verbindet alle diese Elemente im Zimmer miteinander. Bewegen lässt sich das Wohnelement mit einer Metallkurbel, die stilistisch an einen Roll-Aktenschrank in alten Archiven erinnert. Auf kleiner Fläche werden mittels charmanter Designdetails Aufenthalts-, Wohn- und Freiräume geschaffen, die durch verschiedene Lichtinstallationen, Farbgestaltung in Pastelltönen und frische Accessoires die Marke verspielt in Szene setzt. Eine Rezeption oder separate klassische Bar gibt es nicht. Empfangen wird der Gast von einem Gastgeber (Host), und ab da ist alles auf eine digitale Customer Journey abgestimmt. Jeder Gast gestaltet seinen Aufenthalt selbst per eigens kreierter Smartphone-App. Das ganze Konzept ist digitalisiert, was Personal spart und zu Corona-Zeiten der gewünschten Kontaktvermeidung dienlich war. Eigentlich soll jedoch dem Gemeinschaftsgedanken Raum gegeben werden und für den Gast ein „home away from home“ geschaffen werden. Insgesamt gibt es 59 Studios in dem Haus in Bern. Herzstück des öffentlichen Bereichs ist der Backyard. Es gibt Arbeitsbereiche ebenso wie Entspannungszonen und eine offene Küche, in der gemeinsam gekocht werden kann. Ein zweites Haus der Marke in der Schweizer Hauptstadt ist bereits geplant.

Ruby Luna Düsseldorf: Denkmalschutz und Aufbruchstimmung

Die Hotelgruppe Ruby hat mit dem Ruby Luna ihr drittes Haus in der NRW-Landeshauptstadt eröffnet. Die Aufbruchstimmung der Sechzigerjahre ist das Thema in den 206 Zimmern und 13 Etagen in zentraler Lage. Die Münchner Gruppe um Gründer und CEO Michael Struck hat sich mit der Immobilie an einem der teuersten Bürostandorte der Stadt, mit dem weithin sichtbaren, denkmalgeschützten ehemaligen Commerzbank-Gebäude, an ein anspruchsvolles Projekt gewagt und dabei mehrere Mitbewerber aus dem Feld geschlagen. Die offene Betonstruktur sowie die Aufständerung im Erdgeschoß, die das Gebäude gefühlt schweben lassen, waren in den 60er-Jahren wegweisend. Der Aufbruch der Menschheit ins All hat das Interior-Design in allen Bereichen des Hotels inspiriert.

Superbude Wien Prater: Vogelhäuschen überm Fahrgeschäft

Das neue Haus der aus Hamburg bekannten Marke Superbude, erfunden von 25hours-Mitgründer Kai Hollmann, teilt sich das Gebäude mit dem Coliving-Konzept Zoku. Den attraktiven Standort direkt am großen Vergnügungspark der österreichischen Hauptstadt bespielt die Superbude mit dem von 25hours bekannten Gastrokonzept Neni der Wiener Gastronomin Haya Molcho, mit Dachterrasse und langen Wartelisten. Die 178 Zimmer in 17 Varianten heißen Buden und sind individuell mit viel Fantasie gestaltet. Das Weltraumthema hat auch hier die Macher inspiriert, wie im Ruby Ella in Düsseldorf. Zentrales Thema beim Design ist das Abenteuer Reisen, wofür der erste Ballonfahrer Österreichs Pate stand: Johann Georg Stuwer wurde zu Zeiten der Kaiserin Maria Theresia mit Feuerwerk im Prater bekannt. Hoch oben an der Schmalseite der Fassade fällt ein kleines Vogelhaus mit verglastem „Einflugloch“ ins Auge – der Erker eines Zimmers.

Villa Copenhagen: Neues Leben in der alten Post

In die einstige zentrale Verwaltung von Post und Telekom in der dänischen Hauptstadt ist mit der Villa Copenhagen ein Hotel eingezogen. Das riesige Gebäude zu bespielen, ist eine Herausforderung, die der Betreiber angenommen hat – gleich nach der Aufhebung der Corona-Beschränkungen ging in dem Haus ein Kongress über die Bühne. 450 Zimmer bietet das Haus, das in Kopenhagen eine Lücke im Angebot unterhalb der teuersten Hotels schließt. Das Hotel punktet mit einigen architektonischen Besonderheiten. Dazu gehört etwa der große überdachte Innenhof, der in kühler skandinavischer Eleganz gehalten ist. Ein weiterer Innenhof wartet mit einem spektakulären Pool auf. Das ehemalige Post Office wurde zur Bar umgestaltet mit vielen typischen Einrichtungselementen – das einzige traditionell wirkende Outlet im Haus. Insgesamt gibt es sechs Restaurants im Hotel.

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