Hotelmarkt

Hohe Erwartungen in Hamburg

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Elbphilharmonie Hamburg: Das Konzerthaus ist zu einem Wahrzeichen und Tourismusmagneten der Hansestadt geworden
Elbphilharmonie Hamburg: Das Konzerthaus ist zu einem Wahrzeichen und Tourismusmagneten der Hansestadt geworden

Die Herausforderungen für die Hotellerie sind nach wie vor groß: Beim Umgang mit der Pandemie herrscht in der Politik und von Bundesland zu Bundesland immer noch ein gewisses Durcheinander.

Derzeit dreht sich die Diskussion um die aktuellen Corona-Maßnahmen um Themen wie 3G oder 2G, und anstelle der 7-Tage-Inzidenz soll die Hospitalisierungsrate in den Vordergrund rücken. Dass damit bei den Kriterien für mögliche Beschränkungen endlich berücksichtigt wird, dass ein großer Teil der Deutschen durchgeimpft ist, lässt ein New Normal immerhin näher rücken. Nicht nur die Freizeitnachfrage in der Hotellerie hat angezogen, auch Kongresshotels berichten von zunehmenden Anfragen für den Herbst.

Die Trendberichte der Hoteliers, die Fairmas und STR eingeholt haben, spiegeln ebenfalls eine von Monat zu Monat ansteigende Zuversicht wider (siehe Grafik). Da sich die Angaben jeweils auf die erwartete Veränderung der Kennzahlen Belegung, Netto-Zimmerpreis und RevPar (Erlös pro verfügbarem Zimmer) beziehen, ist das niedrige Ausgangsniveau zu berücksichtigen.

Lockdown im November 2020 verzerrt das Bild

Das gilt besonders für die November-Prognose, laut der exorbitante Steigerungsraten erwartet werden. Aber im vergangenen Jahr war zum 2. November gerade der zweite Lockdown in Kraft getreten, der das damals gut angelaufenen Herbstgeschäft der Ferienhotellerie dann komplett abgewürgt hatte. Damit begann ein Verbot touristischer Beherbergung, das bis dieses Jahr um Pfingsten herum anhalten sollte. Dass sich die Belegung im Vergleich zu diesen Bedingungen nun mehr als verfünffachen soll, wird also trotzdem sicher nicht dazu führen, dass die Hotels überrannt werden.


Die antizipierte Erhöhung des durchschnittlichen Zimmerpreises in der Hansestadt sieht mit 20 Prozent neben den beiden anderen Säulen geradezu bescheiden aus, ist aber eigentlich interessanter. Denn die Raten der Hotels sind in der Coronakrise vergleichsweise stabil geblieben. Eine deutliche Preiserhöhung wirkt ermutigend und ist sicher auch nötig, um den erhöhten Aufwand etwa für Kontrollen und Desinfektion abzudecken sowie dem Fachkräftemangel zu begegnen, zum Beispiel mit höheren Löhnen.

Hoteliers erwarten höhere Zimmerpreise

Auch für September (+6,3%) und Oktober (+5,8%) gehen die Hoteliers davon aus, ihre Raten erhöhen zu können. In Bezug auf die Auslastung sind die Aussichten ebenfalls gut. Im September erwarten die hanseatischen Gastgeber eine Belegung, die 15,3 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats liegt. Im Oktober soll das Plus dann sogar 72,8 Prozent betragen. Sehr dynamisch ist auch die Prognose für den RevPar. Dieser soll im September um 22,5 Prozent zulegen und im Oktober um 82,7 Prozent.

Im Sommer zeichnete sich bereits ab, dass die Hoteliers in der Hansestadt im Vergleich der Metropolen gut abschneiden. Die Juli-Zahlen, die Fairmas und STR der ahgz exklusiv zur Verfügung gestellt haben, zeichnen ein sehr positives Bild. Außer München war Hamburg die einzige A-Stadt, in der die Zimmerpreise im Juli stiegen. In der Hansestadt erhöhte sich die Rate im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,7 Prozent auf 92,30 Euro.

Damit erzielten die Hamburger Hoteliers den höchsten absoluten Zimmerpreis aller A-Destinationen. Auch bei der Auslastung waren die Nordlichter bei den absoluten Zahlen Spitzenreiter: 54,1 Prozent betrug im Juli die Belegung, nach 45,6 Prozent 2020. Auch beim RevPar ließ Hamburg mit 50 Euro alle anderen Metropolen hinter sich. Im Fokus der Tourismusmanager standen dabei auch die Hamburger und deren Besucher.

Seit dem Restart hat der Hamburger Hotelmarkt einige Neuzugänge verzeichnet. Dazu gehören das Motel One Fleetinsel, ein weiteres Premier Inn in St. Pauli sowie ein Boardinghouse-Projekt auf einem Areal des Reifenherstellers Phoenix.

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