Zwei-Stufen-Modell: HRS führt Hygiene-Audit f...
Zwei-Stufen-Modell

HRS führt Hygiene-Audit für Hotels ein

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Abstand bitte: Auch an der Hotel-Rezeption gilt es in Corona-Zeiten auf mehr Distanz zu achten
Abstand bitte: Auch an der Hotel-Rezeption gilt es in Corona-Zeiten auf mehr Distanz zu achten

Der Dienstleister reagiert damit auf ein in Folge der Corona-Pandemie gestiegenes Schutz- und Sicherheitsbedürfnis bei Geschäftsreisenden und Travel Managern.

HAMBURG/KÖLN. Der Gesundheitsschutz der Mitarbeiter ist mittlerweile bei vielen Unternehmen zu einem der wichtigsten Buchungskriterien bei Geschäftsreisen geworden. So ergab eine Umfrage von HRS unter den eigenen Firmenkunden kürzlich, dass 86 Prozent von ihnen in Zukunft bei der Buchung solche Hotels bevorzugen werden, die spezielle Covid-19-Hygienemaßnahmen getroffen haben. Darauf hat der Dienstleister nun reagiert, und in Zusammenarbeit mit dem internationalen Zertifizierungsunternehmen SGS ein eigenes Audit-Programm in Sachen Gesundheitsschutz für die Hotelpartner entwickelt.

Clean & Safe Protocol nennt sich das auf Sauberkeit und Hygiene ausgerichtete Programm für die weltweite Hotellerie. Bei Hotels, die sich zertifizieren lassen, zeigt HRS das entsprechende Label in all seinen Sourcing- und Buchungskanälen – auch in Online-Buchungsmaschinen wie Cytric oder Concur. Mit dem Standard wolle man für Orientierung und Vergleichbarkeit sorgen, erläutert Martin Biermann, bei HRS für die Produktentwicklung verantwortlich. Es bringe wenig, wenn jede der allein etwa 2000 bei HRS gelisteten Hotelketten mit einem eigenen Hygiene-Label werbe.

Grundlage des Clean & Safety Protocols von HRS ist ein umfassender Maßnahmenkatalog, der auf Empfehlungen der WHO, dem World Travel & Tourism Council und des Centers for Disease Control and Prevention für Hotelaufenthalte sowie dem Research Institute for Exhibition and Live Communication basiert.

Zu den verlangten Maßnahmen zählen unter anderem eine verbesserte Hygiene in den Zimmern und den öffentlichen Hotelbereichen, Einhaltung von Mindestabständen je nach regionalen Vorgaben, ein Tracing-System für Mitarbeiter und Gäste, das festhält, wer sich zu welchem Zeitpunkt im jeweiligen Hotel aufgehalten hat, sowie Schulungen von Mitarbeitern und Lieferanten. Insgesamt enthält das Gesundheitsprotokoll 34 Maßnahmen und Punkte, von denen 26 von den Hotels verpflichtend eingehalten werden müssen.

Daneben gibt es eine zweite Checkliste, die greift, wenn Hotels noch zusätzlich bestimmte Leistungen und Services anbieten, wie zum Beispiel Fitnessräume, eine Sauna oder auch Meeting-Räume. Von den 18 hier gelisteten Maßnahmen und Prozessen ist die Hälfte obligatorisch.

Hotels, die sich zertifizieren lassen wollen, können dabei zwischen zwei Stufen wählen. Wobei die Kennzeichnung entsprechend unterschiedlich ausfällt. So reicht für die kostenfreie Stufe eins – Clean & Safe Self Inspected – eine Selbstauskunft der Hotels, mit der sie bestätigen, dass sie die verpflichtenden Auditierungskriterien einhalten. Bei der zweiten, härteren Stufe werden die Betriebe dann von SGS-Experten unter die Lupe genommen. Wobei dies sowohl durch einen SGS-Kontrolleur vor Ort oder aber auch virtuell mittels entsprechender IT-Tools stattfinden kann.

Hotels, die sich für die zweite Stufe, das Expert-Inspected-Testat, entscheiden, zahlen dafür einen niedrigen dreistelligen Betrag an SGS. Zeitlich begrenzt ist das HRS-Testat erst einmal nicht. Auch nachträgliche Kontrollen sind nicht geplant. HRS setzt hier ganz auf die Einsicht der Hotelpartner, die Hygiene-Maßnahmen stets auf dem geforderten Stand zu haben. Hotels, so heißt es, könnten es sich in diesen Zeiten schon aus Image-Gründen nicht leisten, gegen Schutzmaßnahmen zu verstoßen, zu denen sie sich eigentlich verpflichtet haben.

Dieser Beitrag erschien zuerst in unserer Schwesterzeitschrift fvw.

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