Betriebsführung: Im Dorfleben fest verankert
Betriebsführung

Im Dorfleben fest verankert

Astrid Filzek-Schwab
Gastronomen mit Herzblut: Konrad und Petra Bentenrieder.
Gastronomen mit Herzblut: Konrad und Petra Bentenrieder.

Hörbach. Das Wirtshaus Zum Sandmeir in Hörbach ist kein gewöhnlicher Landgasthof: Die Inhaber Konrad und Petra Bentenrieder kombinieren in ihrem Lokal alte Wirtshaustradition mit zeitgenössischer

Hörbach. Das Wirtshaus Zum Sandmeir in Hörbach ist kein gewöhnlicher Landgasthof: Die Inhaber Konrad und Petra Bentenrieder kombinieren in ihrem Lokal alte Wirtshaustradition mit zeitgenössischer Gastronomie und Unterhaltung. Ob Schauspieler Ottfried Fischer, Kabarettist Dieter Hildebrandt oder die bayerische Musikgruppe Biermösl-Blosn – sie alle waren schon mal beim „Hörbacher Montagsbrettl“ in der „ältesten Kleinkunstbühne Bayerns“.

Gelegen im westlichen Fürstenfeldbrucker Landkreis – zwischen München und Augsburg – ist der Gasthof aus dem Dorfgeschehen nicht mehr wegzudenken. Die Inhaber haben ein enges Verhältnis zu ihren Stammgästen und immer ein Ohr für deren Sorgen und Nöte. „Die Stammgäste erzählen uns regelmäßig, wo der Schuh drückt“, erzählt die Chefin. „Die kommen nicht nur wegen meines Bratens.“

Vor rund 17 Jahren haben die beiden Gastronomen den Familienbetrieb übernommen. Die 54-Jährige ist gelernte Köchin, Konrad Bentenrieder ist Quereinsteiger und gelernter IT-Fachmann. Daher herrscht „strikte Gewaltenteilung“: Petra Bentenrieder ist Küchenchefin und für den Service zuständig. Der 58-Jährige steht am Zapfhahn und ist für Technik sowie Buchhaltung zuständig. 2006 wurde ein Wintergarten angebaut und die Stuben umgebaut, Holzboden verlegt und kleinere Tische aufgestellt. „Das Ambiente muss schön sein und die Küche gut – außerdem muss es immer wieder etwas Neues geben“, ist Petra Bentenrieder überzeugt, die sich kulinarisch gern auf ihren Reisen inspirieren lässt.

„Wildfleisch ist Bio-Fleisch“



Die Karte ist bayerisch-schwäbisch: So gibt es etwa Cordon bleu vom Schwein mit Kartoffel-Endiviensalat (12,50 Euro), Schupfnudeln mit Waldpilzsauce (11,90 Euro) oder gebratenes Saiblingsfilet mit Gemüse und gebackener Kartoffel (16,90 Euro). Reh und Wildschwein stammen aus der eigenen Jagd. Konrad Bentenrieder geht mindestens einmal in der Woche in der Region jagen. Zudem ist er in Inzell und Garmisch auf der Pirsch nach Rotwild und Gams. „Wildfleisch ist Bio-Fleisch“, so der Jäger, der im Keller einen Räucherofen hat. Nach einem Familienrezept werden hier Wildschweinschinken und Leberpastete geräuchert.

Die Gäste kommen aus dem Umland, aus Augsburg oder München: „Auch viele Wanderer kehren ein, die im Haspelmoor unterwegs sind“, so Bentenrieder. Samstagmittag sind es meist ältere Gäste oder Familien mit Kindern. Am Wochenende finden viele Hochzeiten, Geburtstagsfeiern, Kommunionen oder Taufen statt. Auch viele Stammtische treffen sich: Donnerstag kommen die Schützen, Freitag die Kartenspieler und Sonntag nach der Kirche die älteren Herren.

Dennoch: Das Angebot ist abwechslungsreich. Jeden letzten Sonntag im Monat gibt es einen Brunch, Donnerstags stehen Tapas auf der Karte, am Freitag Steaks und am Samstagmittag kommen Dampfnudeln auf den Tisch. Besonders beliebt: Ofenfrischer Schweinebraten. Doch wie bei vielen Landgasthöfen ist auch in Hörbach die Zukunft ungewiss. Sohn und Tochter studieren derzeit. „Vielleicht will einer das Wirtshaus übernehmen“, hofft Bentenrieder. Astrid Filzek-Schwab

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