Deutscher Hotelkongress: In den Kundendaten l...
Deutscher Hotelkongress

In den Kundendaten liegt die Macht

Thomas Fedra
Chef-Panel beim Deutschen Hotelkongress
Chef-Panel beim Deutschen Hotelkongress

Beim Chef-Panel diskutierten die Teilnehmer über Expansionsstrategien, Investoren und Distributionsmacht.

BERLIN. Beim Deutschen Hotelkongress 2017 holte AHGZ-Chefredakteur Rolf Westermann als Moderator des Chef-Panels Daniela Schade von Accorhotels, Roland Paar von Plateno, Marco Nussbaum von Prizeotel und Holger Hutmacher von A-ja auf die Bühne. "Neue Vertriebswege, neue Kunden, Konsolidierung am Markt - aktuelle Herausforderungen für die Hotellerie und Lösungsansätze" lautete das Thema der Diskussionsrunde.

Dass Accorhotels im Zuge von Zukäufen in verschiedenen Bereichen wie Luxus und Lifestyle nicht die Richtung verliert, versicherte Daniela Schade. "Wir wollen uns in beiden Segmenten ganz gezielt breiter aufstellen. Gemeinsam mit 25hours ist ein Innovation Lab geplant", verriet sie. Distributionsmacht und Employer Branding sind für Marco Nussbaum wichtige Argumente, einen finanzkräftigen Investor mit ins Boot zu holen. Holger Hutmacher siht A-ja gut genug aufgestellt, um die Wachstumsziele in den Region DACH aus eigenen Kräften stemmen zu können.

Als Experte für den Investitionsschub aus China hierzulande kam Roland Paar zu Wort, der gerade selbst mit der chinesischen Plateno-Gruppe in Europa expandiert. Er betonte, dass die Kulturunterschiede durchaus als Bereicherung gesehen werden können, indem man das beste beider Welten zusammenbringt. Als besonders spannend schilderte er die Affinität der Chinesen zu neuen Technologien. Als Beispiel nannte er We chat, eine Plattform, über die Chinesen nicht nur kommunizieren, sondern auch alles mögliche einkaufen. So laufen in China auch bereits mehr als 80 Prozent aller Verkaufsentscheidungen über mobile Geräte.

Distributionskraft ist das Schlüsselwort für die Öffnung der Vertriebsplattform der Accorhotels für externe Hotels. Wichtiges Argument für die teilnehmenden Häuser ist laut Daniela Schade, dass die Hoteliers den vollen Zugriff auf ihre Kundendaten behalten. "Denn sonst sind die Hotels irgendwann nur noch abhängige Zulieferer."

Und wie wird die Entwicklung am deutschen Hotelmarkt weitergehen? Für die nähere Zukunft sind die Teilnehmer positiv gestimmt, sehen aber durchaus Risiken am Horizent. Roland Paar etwa politische Unwägbarkeiten, und Marco Nussbaum warnt, dass der Boom bereits mehr von Investoren getrieben sei als von Hotelgesellschaften. "Ich denke, dass es 2020 richtig knallen wird", so der Prizeotel-Chef.

stats