Wegen Coronavirus: ITB 2020 findet nicht stat...
Wegen Coronavirus

ITB 2020 findet nicht statt

Tom Maelsa/Messe Berlin
Internationale Reisemesse: Die ITB sollte am Mittwoch kommende Woche eröffnet werden
Internationale Reisemesse: Die ITB sollte am Mittwoch kommende Woche eröffnet werden

Die Auswirkungen und finanziellen Einbußen sind auf allen Ebenen massiv. Zur ITB wäre in Berlin ein Großteil der Hotels voll ausgelastet gewesen.

BERLIN. Die Internationale Tourismusbörse (ITB) ist wegen des gefährlichen Coronavirus abgesagt worden. Die Messe Berlin GmbH hatte sich am Nachmittag mit den öffentlichen Behörden auf Bundes- und Landesebene über das weitere Vorgehen abgestimmt. Einige Stunden zuvor war bereits die Entscheidung gefallen, dass das IHIF wegen der Gefahr vor dem Coronavirus abgesagt und verschoben wird.

Der Grund für die Absage sind neue Sicherheitsauflagen des Krisenstabs der Bundesregierung wegen des Coronavirus. Die neuen Richtlinien sehen vor, dass alle Messebesucher rückverfolgbar sein müssen. Das dürfte bei den erwarteten 150.000 Besuchern kaum möglich sein. Die ITB sollte am kommenden Mittwoch beginnen.

„Angesichts der aktuellen Lage und Ausbreitung des Coronavirus ist die Absage der ITB eine schmerzliche aber auch die einzig richtige Entscheidung und ein Gebot der Verantwortung. Sicherheit und Gesundheit ihrer Gäste haben für die Branche traditionell höchste Priorität. Um die Freiheit des Reisens auch in Zukunft sicherzustellen, muss derzeit oberstes Ziel im Interesse der Menschen und Unternehmen die schnelle Eindämmung des Coronavirus sein. Die Absage der weltgrößten Reisemesse ITB stellt einen harten auch wirtschaftlichen Einschnitt für die Branche dar, ist unter den gegebenen Umständen jedoch eine notwendige Maßnahme, um das Risiko einer weiteren Ausbreitung des Virus zu reduzieren“, so das Statement von Michael Frenzel, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW).

Hohe Einbußen

Die Auswirkungen und Einbußen sind auf allen Ebenen massiv. Zur ITB sind normaleweise nahezu alle Hotels in Berlin ausgelastet. Die durchschnittliche Auslastung zum Messeauftakt lag im vergangenen Jahr bei 96 Prozent. Zudem ist nach dieser Entscheidung umso klarer, dass der Reiseverkehr und Tourismus langfristig unter der Corona-Krise leiden werden.

Bereits im Vorfeld hatten wichtige Player (HRS, Deutsche Hospitality) und eine Menge Aussteller aus der Branche abgesagt. Das Ausmaß geht aber noch weiter. "Firmen sagen auch schon für die Folgemonate weltweit Veranstaltungen ab. In den nächsten drei Monaten wird alles nach unten gehen", schätzt der Berliner Hotelier Zeev Rosenberg, der auch im Namen der HSMA spricht. In seinen Augen fatal: "Die Kollegen werden massiv mit den Preisen nach unten gehen. Aber die Gäste, die reisen müssen, kommen ja noch. Vielleicht haben manche Hoteliers Reserven und müssen nicht zu tief gehen mit den Preisen. Im Anschluss wieder hochzukommen, ist sehr schwer." Niels Schröder, Geschäftsführer der Fairmas GmbH fügt hinzu: "Wer in Krisenzeiten mit weniger Gästen konfrontiert wird und dann noch Zimmer rabattiert, schreibt doppelten Schaden."

Die ITB Berlin gilt als die führende Messe der weltweiten Reiseindustrie. Hotelketten und Reiseveranstalter, aber auch Destinationen und Tourismusverbände aus der ganzen Welt präsentieren dort jedes Jahr Anfang März ihr Angebot. Außerdem sind bei der ITB zahlreiche Zulieferer aus der Hospitality-Industrie vertreten.

Das IHIF (Das International Hotel Investment Forum) gilt als einer der wichtigsten Termine für Entscheider der Hospitality- und Immobilienbranche. Erwartet wurden vom 2. bis 4. März rund 2000 Hotelbesitzer, Investoren und Geschäftsführer sowie Anwälte, Designer und Architekten. Die Veranstaltung sollte im Hotel Intercontinental Berlin stattfinden - im Vorfeld zur ITB.

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