Jahresbilanz 2020: Booking erzielt trotz Umsa...
Jahresbilanz 2020

Booking erzielt trotz Umsatzeinbruch noch Gewinn

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Booking.com: Künftig sollen über die Plattform unter anderem mehr Flüge vermittelt werden
Booking.com: Künftig sollen über die Plattform unter anderem mehr Flüge vermittelt werden

Das US-Unternehmern Booking Holdings, deren größte Tochter das gleichnamige Hotelportal ist, ist 2020 noch profitabel geblieben. Im laufenden Jahr sollen über Booking.com verstärkt weitere Leistungen wie Flüge vermittelt werden.

Nach Jahren steten Wachstums bildete 2020 auch für Booking Holdings eine Zäsur. Der vermittelte Umsatz sank gegenüber dem Vorjahr um 63 Prozent auf 35,4 Mrd. US-Dollar, geht aus der nun vorgelegten Jahresbilanz hervor. Der Eigenumsatz, im wesentlichen Provisionseinnahmen, sank um 55 Prozent auf 6,8 Mrd. Dollar. Dabei ist der Anteil des Umsatzes, den Booking als Händler erzielt, schon fast halb so hoch wie der als Vermittler. Booking.com war als reiner Mittler groß geworden, hat aber in den vergangenen Jahren das sogenannte Merchant-Modell hochgefahren.

Mit Abstand wichtigste Marke der Gruppe ist Booking.com mit Sitz in den Niederlanden. Daneben gehören weitere Portale wie das in Asien starke Unterkunftsportal Agoda, Priceline, Rentalcars, Open Table und die Metasearcher Kayak und Momondo dazu.

CEO Glenn Fogel, der sowohl die Holding als auch Booking.com führt, nennt die Corona-Pandemie "die größte Störung des modernen Reisens", die die Welt je gesehen habe. "Dennoch buchten Reisende im Jahr 2020 355 Mio. Übernachtungen über unsere Plattformen, und wir blieben mit einem Ergebnis vor Steuern von rund 880 Mio. US-Dollar profitabel." Er bezieht sich dabei auf das operative Ergebnis (bereinigtes Ebitda).


Aber selbst beim Gewinn nach Steuern steht in der Bilanz noch ein Plus von 59 Mio. Dollar – nach stolzen 4,9 Mrd. Dollar im Vorjahr. Damit ist Booking erneut profitabler als Konkurrent Expedia Group. Expedia weist für 2020 bei einem vermittelten Umsatz von 36,8 Mrd. Dollar (minus 66 Prozent) einen Nettoverlust von 2,7 Mrd. Dollar aus.
Auch Booking musste sparen. So wurden weltweit, auch in Deutschland, Stellen abgebaut. Insgesamt reduzierte das Unternehmen sein Personal im Jahr 2020 um etwa 23 Prozent, was zu einer Kosteneinsparung von 370 Mio. Dollar führte. Einer der größten Kostenblöcke, das Marketing, wurde mehr als halbiert und auf 2,2 Mrd. Dollar zurückgefahren. Darin ist das umfangreiche Online-Marketing, vor allem bei Google, enthalten.

Für das laufendende Jahr setzt Fogel drei Prioritäten: Die Gruppe wolle die eigene Zahlungsplattform, die verbundene Reise und den Marktanteil in den USA – wo Expedia dominiert – ausbauen. Über die eigene Payment Platform seien 2020 bereits 22 Prozent aller Buchungen abgewickelt worden. Als "verbundene Reise" bezeichnet Fogel Buchungen, bei denen neben der Übernachtung weitere Komponenten gebucht werden. Ziel sei es, ein "robustes Flug-Produkt" auf Booking.com zu etablieren. Zudem sollen verstärkt weitere Leistungen wie Ausflüge, Transfers und Restaurantbuchungen (über die eigene Plattform Open Table) und noch mehr Ferienhäuser vermittelt werden. 








Dieser Text erschien zuerst auf www.fvw.de.

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