Gastbeitrag: Jörg T. Böckeler: "Erlebnis, der...
Gastbeitrag

Jörg T. Böckeler: "Erlebnis, der wahre Luxus!"

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Jörg T. Böckeler: "Es ist wichtig, sich vom angestaubten Kettenluxus vergangener Generationen zu unterscheiden"
Jörg T. Böckeler: "Es ist wichtig, sich vom angestaubten Kettenluxus vergangener Generationen zu unterscheiden"

Was macht eine anspruchsvolle Hotelmarke im Jahr 2020 aus? Darüber schreibt der Dorint-Manager für die ahgz.

Wir leben in einer Zeit, in der sich Luxus nicht mehr so sehr durch Besitz definiert, sondern durch Erlebnisse. Jeder hat zu wenig Zeit und jeder will die knappe Zeit bestmöglich nutzen. Gerade für hochkarätige Zielgruppen ist ein einmaliges Reise-Erlebnis nachhaltiger und wichtiger, als die nächste Handtasche. Diese Erkenntnis steht im Mittelpunkt unserer neu gegründeten Hommage Luxury Hotels Collection.

Eine neue Marke im hart umkämpften Luxussegment zu etablieren, bedeutet natürlich mehr, als nur ein neues Logo zu entwickeln. Daher haben wir uns intensiv damit beschäftigt, was sich unsere Zielgruppe unter Luxus vorstellt. Es war schnell klar, dass Individualität und Authentizität die Basis für ein neues Konzept sein müssen. Gerade die neue, jüngere Generation von Gästen, die über ein hohes Einkommen verfügt, hat hohe Ansprüche und ganz andere Erwartungen als frühere Generationen. Dazu verknüpfen wir respektvollen und leisen Service auf Augenhöhe und die spürbare Referenz an den jeweiligen Standort.

Jedes Haus hat seine Geschichte

Das ist wichtig, um sich vom angestaubten Kettenluxus vergangener Generationen zu unterscheiden. Aus diesen Faktoren ist ein differenziertes, zeitgemäßes Nischen-Konzept entstanden. Mit den legendären Häusern Söl’ring Hof Sylt, Parkhotel Bremen, Nassauer Hof Wiesbaden und Maison Messmer Baden-Baden sind kürzlich die ersten vier Luxushotels in die neue Kollektion aufgenommen worden. Und die Expansion geht weiter, an mehreren Standorten verhandeln wir zurzeit mit den Eigentümern bedeutender Hotels. Allerdings ist die Zahl individueller Luxushotels mit Top-Standort und großer Geschichte in Deutschland begrenzt. Daher ist aus unserer Sicht ein realistisches Wachstum auf ein Hommage-Hotel pro Jahr begrenzt.

Ein ganz wichtiger Aspekt in unserem Konzept ist es, die Häuser auch zukünftig weiter unter ihren jeweiligen Eigennamen zu vermarkten. Dafür haben wir für jedes Hotel eine neue Corporate Identity geschaffen, die die individuelle Persönlichkeit betont und deutlich sichtbar macht. In der Kombination der Häuser – national und international – werden wir gemeinsam unter der Dachmarke Hommage Luxury Hotels Collection auftreten. So geben wir unseren Gästen gleich das Signal, dass er im gewünschten Luxussegment bucht, eben bei einer Hotelpersönlichkeit, und zugleich die Qualität der Kollektion immer gewährleistet ist. Als Betreiber können wir durch diesen Zusammenschluss der Hotels wertvolle Synergien für jedes einzelne Haus erzielen.

Ganz besondere Augenblicke schaffen

Unser Credo für die Hommage Luxury Hotels Collection lautet: „Where moments make memories“ – und das meinen wir ernst. Wir wollen für unsere Gäste ganz besondere Augenblicke schaffen, die sie nicht vergessen. Das ganz spezielle Erlebnis – das ist der Luxus den wir unseren Gästen in jedem Hotel bieten, immer bezogen auf den Standort, die Kultur und die Umgebung. Jedes unserer Hotels hat seine eigene Geschichte, einen besonders prominenten Standort, ein einzigartiges Ambiente – und jedes Haus ist verankert in der lokalen Kultur- und Kunstszene. Daraus entstehen individuelle Angebote für unsere Gäste, wie zum Beispiel die Austernernte am frühen Morgen auf Sylt oder der nächtliche Museumsbesuch, den wir für unsere Gäste in Baden-Baden organisieren.

Wir sind sicher, dass wir so die Erwartungen unserer Gäste im jeweiligen Hotel nicht nur erfüllen, sondern sogar übertreffen. Einen großen Beitrag dazu leisten natürlich unsere motivierten Mitarbeiter, auf die ich sehr stolz bin. Alle waren von Anfang an total „committed“ die Idee der Hommage zum Leben zu erwecken und die neuen Anforderungen mehr als zu erfüllen. Jeder Einzelne wächst über sich hinaus, die Trainings und Schulungen sind auf fruchtbaren Boden gefallen. Ich freue mich, dass unsere Gäste im Service heute nicht nur eine neue Qualität erleben, sondern auch eine große Leidenschaft spüren.

Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal in unseren Hotels ist der Salon, der unseren Gästen vorbehalten ist und das Herzstück in jedem unserer Häuser bildet. Wir wollen den Mythos der Salonkultur neu und zeitgemäß wiederbeleben. Es geht um einen Treffpunkt für Begegnungen mit Kunst und Kultur, einen Rahmen für ein kultiviertes Miteinander und einen Ort für Austausch in entspannter Atmosphäre. Wir sind sicher, dass unsere Gäste diesen Rückzugsort gern annehmen und in anderen Hotels vermissen werden.

Spa, Yoga und gehobene Kulinarik

Eine Auszeit nehmen, Zeit für sich haben, für Gesundheit und Wohlbefinden, der Rückzug für Körper, Geist und Seele. Das hört und liest man nicht nur oft in diesen Tagen, sondern wir wissen auch, dass unsere Gäste genau das suchen und schätzen. Deshalb haben wir die Spa-Philosophie der bestehenden Hommage-Häuser noch mehr auf die individuellen Bedürfnisse unserer Gäste angepasst. Ein weiteres Thema ist Achtsamkeit. Wir beantworten dieses Bedürfnis mit Yoga-Kompetenz. Mit Hilfe einer international bekannten Yoga-Lehrerin bilden wir für jedes Haus kompetente Trainer aus, die ein umfassendes Yoga-Angebot in jedem Haus möglich machen.

Ein Punkt, der in der Luxushotellerie seit jeher eine zentrale Rolle spielt, ist die Kulinarik. Wir haben uns vorgenommen, in jedem unserer Häuser ganz besondere Angebote zu machen, die die Ansprüche unserer Gäste kreativ und individuell erfüllen. Dafür sorgen zum einen unsere Sterneköche Johannes King und Jan-Philipp Berner im Söl’ring Hof Sylt und Michael Kammermeier in der Ente im Hotel Nassauer Hof Wiesbaden. Zum anderen wollen wir aber auch legere Gastronomie und regionale Küche mit lokalen Zutaten offerieren.

Die Quintessenz: Ziel ist es, den Gästen immer wieder einzigartige Momente zu ermöglichen. Wir wollen aus einem Hotelaufenthalt eine Erinnerung machen. Und so interpretieren wir Luxus im Jahr 2020: Modern, offen und mehr aufs Erleben als aufs Besitzen fokussiert.

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