So meistert die Branche die Folgen

Hoteliers und Gastronomen müssen Engpässe und Preissteigerungen in fast allen Bereichen verkraften. Um das abzufedern, drehen sie an vielen Stellschrauben.

Lebensmittel, Energie, Personal - Gastgeber müssen die enormen Preissteigerungen auch an ihre Gäste weitergeben.
IMAGO / Steinach

Inzwischen gibt es kaum einen Lebensbereich, in dem die Auswirkungen von Lieferengpässen und Preissteigerungen nicht zu spüren sind – dazu zählen auch viele Bereiche der Hotellerie und Gastronomie.

So legten laut Statistischem Bundesamt (Destatis) im März vor allem Speisefette und Speiseöle (+17,2%) sowie frisches Gemüse (+14,8%) gegenüber dem Vorjahresmonat Februar noch einmal deutlich zu. Die Preise für Waren insgesamt erhöhten sich von März 2021 bis März 2022 um 12,3 Prozent. Absoluter Preistreiber bleibt der Energiesektor: Besonders stark stiegen die Preise für Energieprodukte, die im März 2022 um 39,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats lagen (Februar 2022: +22,5%).

Preisdruck bei Getränken und Lebensmitteln

Innerhalb des Experten-Panels Hox sind laut Angaben der Befragten die Auswirkungen von Lieferengpässen und massiven Preiserhöhungen besonders bei Lebensmitteln (85,5%), Verbrauchsmaterial (53,9%) sowie bei Getränken (39,5%) spürbar (Grafik).
Leider werden wir nicht drumherum kommen, Karten neu zu kalkulieren und Preise gegebenenfalls anzupassen.
Katherina Klimke, VP Operations der 25hours Hotels
Es folgen Reinigungs- und Desinfektionsmittel (28,9%), Verpackungen und Hoteltechnik mit je 23,7 Prozent sowie Einrichtung und Mobiliar (22,4%).


ahgz/BTG


„Durch die steigenden Preise für Rohstoffe und erhöhte Produktions- und Lieferkosten werden wir momentan in allen Bereichen mit höheren Kosten konfrontiert, die das operative Ergebnis negativ beeinflussen. Das fängt bei Servietten an und reicht über Lebensmittel, Getränke, Wäschekosten, Uniformen bis hin zu Guest Room Amenities und vielem mehr. Vor allem in der Gastronomie ist das beunruhigend, da die Margen ohnehin nicht so groß sind und wir eigentlich einen noch größeren Fokus auf Nachhaltigkeit, lokale und Bio-Produkte legen möchten, die natürlich noch teurer sind“, berichtet Katherina Klimke, VP Operations der 25hours Hotels, gegenüber der ahgz.

Lagerbestände erhöhen und langfristig planen


Doch was ist zu tun? Insgesamt 60,5 Prozent der Befragten des Hox-Panels erhöhen die Lagerbestände soweit möglich, planen den Bedarf mit den Lieferanten frühzeitig (59,2%) und setzen auf die direkte Zusammenarbeit mit lokalen Erzeugern (59,2%), um Lieferengpässen entgegenzuwirken (Grafik).


ahgz/BTG


Fast alle Befragten geben an Preisanpassungen vorzunehmen (93,4%), 53,9 Prozent der Befragten ersetzen einzelne Produkte durch vergleichbare Alternativen und etwas mehr als die Hälfte (52,6%) reduziert das Angebot (Grafik).

ahgz/BTG


Bei 25hours werden die Preiserhöhungen zwar nicht 1:1 an die Gäste weitergeben, aber: „Wir können die Erhöhungen nicht alleine absorbieren. Leider werden wir nicht drumherum kommen, Karten neu zu kalkulieren und Preise gegebenenfalls anzupassen, um diesem Trend entgegenzuwirken. Das muss allerdings mit Bedacht geschehen und unter Berücksichtigung dessen, was der Gast bereit ist, mitzutragen“, so Katherina Klimke.
Der HOX-Club
Was sind die aktuellen Brennpunktthemen der Branche? Wie stehen Hoteliers und Gastronomen zu Entwicklungen im Gastgewerbe? Diesen Fragen und noch vielem mehr gehen wir im Rahmen regelmäßiger Online-Studien auf den Grund. Auch Sie können als Partner dabei sein, denn Ihre Meinung ist uns wichtig! Die Mitgliedschaft ist kostenlos. Es winken attraktive Prämien und Club-Vorteile. www.hox-club.de

stats