Lockdown-Debatte: Bleibt Deutschland bis nach...
Lockdown-Debatte

Bleibt Deutschland bis nach Ostern "dicht"?

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Lockdown: Es ist kein Ende und keine Besserung in Sicht
Lockdown: Es ist kein Ende und keine Besserung in Sicht

Das Robert-Koch-Institut (RKI) sendet klare Signale, die Kanzlerin spricht bereits von Ostern, und die Länderchefs im Süden stimmen auf viele harte Wochen ein.

Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI)

Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI)
Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI)
"Für mich ist das kein vollständiger Lockdown", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler beim jüngsten Presse-Briefing. Dabei ging es um die derzeitigen Zahlen, die sich nicht maßgeblich bessern und wie lange der aktuelle Lockdown noch weitergehen müsse. "Bleiben Sie bitte zu Hause, wenn immer möglich." Der Bund hatte in Abstimmung mit den Ländern die jüngsten Corona-Maßnahmen bis zum 31. Januar angesetzt.
"Bitte bleiben Sie Zuhause, wenn immer möglich", appelliert Wieler. Es gelte, sich immer und überall an die Regeln zu Abstand, Hygiene, Alltagsmaske und Lüften zu halten - gerade auch vor dem Hintergrund der entdeckten Corona-Mutationen.
"Bitte bleiben Sie Zuhause, wenn immer möglich", appelliert Wieler. Es gelte, sich immer und überall an die Regeln zu Abstand, Hygiene, Alltagsmaske und Lüften zu halten - gerade auch vor dem Hintergrund der entdeckten Corona-Mutationen.
 Nachbesserungen forderte Wieler vor allem am Arbeitsplatz - noch zu viele Firmen ermöglichten kein Homeoffice. Zudem werde in Altenheimen zu wenig getestet. Klar ist mittlerweile, dass die Schulen und Kitas im Süden bis dahin dicht bleiben - darüber war vor allem in Baden-Württemberg bis zuletzt debattiert worden.

Dieser Termin wird allenfalls ein weiterer Meilenstein - womöglich für ein noch härteres Paket? Politiker bauen schon vor, dass womöglich Ausganssperren in den Abendstunden, ein eingeschränkter Bewegungsradius für Hotspots und die FFP2-Maskenpflicht in Läden, Bussen und Bahnen (in Bayern) noch nicht ausreichen. "Wir müssen davon ausgehen, dass wir den Lockdown verlängern müssen", sagte der Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Donnerstag in Stuttgart. Als Grund nannte er die weiterhin hohen Infektionszahlen im Land und die neu aufgetretenen Mutationen aus Großbritannien und Südafrika, über deren Verbreitung man noch wenig wisse. Der Grünen-Politiker dringt darauf, dass die ursprünglich für den 25. Januar angesetzte Videokonferenz zwischen Kanzlerin Angela Merkel und den Länderchefs vorgezogen wird. Er warnte vor einem Abwärtstrend und will vorsorglich schärfere Maßnahmen durchsetzen, um einen Kollaps des Gesundheitsssytems zu vermeiden. Könnte bedeuten: Ausgangssperren auch untertags oder den Stillstand der öffentlichen Verkehrsmitteln.

Bereits vor einigen Tagen hatte der Focus auf Informationen aus dem inneren Kreis um Merkel verwiesen, wo sie gesagt haben soll, dass sie mit einer Verlängerung der harten Maßnahmen für mindestens zwei Monate, eventuell sogar bis Ostern rechne. Für Gastgeber sehen die Regelungen weiterhin wie folgt aus: Keine touristischen Übernachtungsgäste und in Restaurants ist lediglich Take-away-Angebot oder Lieferservice möglich. Allerdings hat gestern eine bekannte bayerische Gastronomie (mit Konditorei) in einem Facebook-Post dargestellt, dass sogar hier sich die Lage noch verschlechtern kann: Weil in ihrer Region die 15-Kilometer-Regel greift, lohnt sich für sie das Geschäft gar nicht mehr. So wird den Gastgebern des Café Winklstüberl in Fischbach nun die letzte Einnahmequelle genommen.

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