Marktdaten: Anuga pusht die Kennzahlen in Köl...
Marktdaten

Anuga pusht die Kennzahlen in Köln

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Anuga Köln: Die Fachmesse brachte den Hotels in der Stadt endlich wieder ein Hoch bei Belegung, Raten und RevPar
Anuga Köln: Die Fachmesse brachte den Hotels in der Stadt endlich wieder ein Hoch bei Belegung, Raten und RevPar

Die Hoteliers in Köln konnten sich endlich wieder über eine große Messe vor Ort freuen, die internationale Aussteller und Besucher in die Stadt zog: die 36. Ausgabe der Anuga, die vom 9. bis 13. Oktober stattfand. Die Weltleitmesse für Lebensmittel und Getränke war die bislang größte Messe nach Ausbruch der Corona-Pandemie.

An der Anuga 2021 beteiligten sich 4643 Unternehmen aus 98 Ländern auf einer Bruttoausstellungsfläche von 244.400 m². Davon waren 400 Aussteller aus Deutschland sowie 4243 Aussteller aus dem Ausland. Der Auslandsanteil unter den Ausstellern betrug damit 92 Prozent. Zur Anuga 2021 kamen mehr als 70.000 Fachbesucher aus 169 Ländern, der Auslandsanteil lag hier bei 76 Prozent. Zum Vergleich: Bei der letzten Auflage 2019 kamen fast 8000 Aussteller und 170.000 Besucher aufs Messegelände.

Das Großevent pushte nach der Krise aber auch so die Kennzahlen der Hotellerie, wie die Zahlen belegen, die Fairmas und STR der ahgz exklusiv zur Verfügung stellen. An den Messetagen kostete das Zimmer im Durchschnitt 211,90 Euro, bei einer Auslastung von 73,7 Prozent. Der RevPar (Erlös pro verfügbarem Zimmer) erreichte im Durchschnitt 156,10 Euro.

Jürgen Amann, Geschäftsführer von Köln Tourismus, betonte: „Es ist ein wichtiges Signal für den Tourismus, dass das Messegeschäft nach 1,5 Jahren Zwangspause endlich wieder aufgenommen wird. Für Köln sind Geschäftsreisen und Mice ein signifikanter Wirtschaftsfaktor.“

Geschäftsreisen und Mice entscheidende Faktoren

Die fehlenden Einnahmen im Kongress- und Messegeschäft könnten aufgrund ihrer Ausgabenstruktur nicht vollumfänglich durch eine gute Entwicklung im Freizeittourismus kompensiert werden, so Amann. Seit 2020 unterstützt die von Köln Tourismus initiierte Brancheninitiative „Cologne. Ready when you are“ den Messe- und Kongress-Standort und bildet die Klammer um alle individuellen Anstrengungen der Kölner Partner im Umgang mit Corona.

 

Die Performance der Kölner Hotels im laufenden Jahr zeigt die Tabelle. Deutlich ist zu sehen, wie Belegung und RevPar seit April im Vergleich zum Vorjahresmonat ins Plus drehen. Der Zimmerpreis dagegen schafft es erst im September, den Vorjahresmonat zu übertreffen: mit einem Anstieg um fast 15 Prozent auf 96,30 Euro. Bei den kumulierten Zahlen der ersten neun Monate liegt die Auslastung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 23,1 Prozent niedriger, die Rate ist mit 14,1 Prozent im Minus und der RevPar mit 33,9 Prozent.

Das entspricht der Tourismusentwicklung: Im Zeitraum von Januar bis August 2021 lagen die Zahlen deutlich unter denen aus dem Jahr 2020, was auf die langen Einschränkungen zu Beginn des Jahres im Zuge der Corona-Pandemie zurückzuführen ist. In den Monaten Juli (+12,5%) und August (+29,6%) verzeichnete Köln im Vergleich zum Vorjahr aber Zuwächse bei den Übernachtungen. Wie von Tourismusexperten prognostiziert, kommt der Großteil der Übernachtungsgäste aus Deutschland (80,5%). Die stärksten Auslandsmärkte sind laut Köln Tourismus Belgien und die Niederlande. Köln Tourismus hatte in den Sommermonaten verstärkt im Inland um Gäste geworben. Zudem wurden Online-Travel-Agency-Kampagnen in den Nachbarländern Niederlande und Belgien gefahren.

Fairmas und STR zeigen auch die Entwicklung der Kennzahlen in den vergangenen Jahren auf. 2019 boomte die Kölner Hotellerie noch – die Belegung stieg im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 Prozent auf 73,6 Prozent, der Netto-Zimmerpreis um 5,3 Prozent auf 112,30 Euro und der RevPar um 9,4 Prozent auf 82,60 Euro. Wegen Corona folgte 2020 ein massiver Einbruch. Die Auslastung fiel um fast 60 Prozent auf nur noch 30 Prozent im Jahresdurchschnitt. Auch der Durchschnittspreis gab in Köln um 18 Prozent und damit relativ stark nach auf 91,80 Euro. Der RevPar brach dadurch um zwei Drittel auf 27,60 Euro ein.

Neue Hotels auf dem Kölner Markt

In letzter Zeit sind in Köln einige neue Hotels eröffnet worden. Dazu gehört das Adina Apartment Hotel Messe mit rund 170 Einheiten. Die Marke, die zu einem australischen Tourismusunternehmen gehört und auf Longstay spezialisiert ist, expandiert derzeit stark im deutschsprachigen Raum und ist seit Kurzem auch in München vertreten.

Die Budget-Design-Hotelgruppe Motel One eröffnete im Sommer ihr viertes Hotel in der Rheinmetropole. Der Neubau liegt im Herzen des neuentwickelten Stadtquartiers Messecity in Köln-Deutz und damit in unmittelbarer Nähe zur Messe. Die Ghotel Group eröffnete im Juli das Moxy Köln Bonn Airport. Das Hotel, das über eine direkte Terminalanbindung verfügt, betreibt Ghotel als Franchisenehmer von Marriott. Im Sommer 2022 soll ein Moxy-Hotel im neuen Quartier I/D Cologne folgen.

Die Apartment-Marke Stayery kommt mit 30 Einheiten an den Rhein. Auch die lokale Gruppe Koncept Hotels, die sich durch ein komplett digitalisiertes Hotelprodukt auszeichnet, startet noch dieses Jahr mit einem weiteren Haus im Heimatmarkt, dem Boutique-Hotel Josefine mit 40 Zimmern. Für 2024 ist ein Loginn by Achat mit rund 100 Zimmern und Apartments in Porz avisiert. Das spektakulärste Hotelprojekt in Köln ist der Großumbau des Domhotels in der Luxuskategorie, das einmal von der Althoff Gruppe betrieben werden soll. Der Termin für die Fertigstellung des Bauprojekts hat sich in den vergangenen Jahren jedoch immer wieder verschoben.

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