Hotelmarkt: Neue Hotels für den Pott
Hotelmarkt

Neue Hotels für den Pott

Messe Essen/Rainer Schimm
Messehaus Süd: Die E-World brachte der Essener Hotellerie trotz höherer Raten einen niedrigeren RevPar als im Vorjahr.
Messehaus Süd: Die E-World brachte der Essener Hotellerie trotz höherer Raten einen niedrigeren RevPar als im Vorjahr.

Essen. In der zweiten Februarwoche fand die Messe E-World in der Ruhrgebietsmetropole statt, die den Hoteliers der Stadt Auslastungswerte von bis zu 98 Prozent und einen Spitzen-RevPar (Erlös pro

Essen. In der zweiten Februarwoche fand die Messe E-World in der Ruhrgebietsmetropole statt, die den Hoteliers der Stadt Auslastungswerte von bis zu 98 Prozent und einen Spitzen-RevPar (Erlös pro verfügbarem Zimmer) von 194,20 Euro bescherte. Im Vergleich zum Vorjahr sind Belegung (-7,4%) und RevPar (-1,7%) zur E-World allerdings gesunken. Dagegen erhöhte sich die Durchschnittsrate um 6,2 Prozent.

Dabei war die Entwicklung der Kennzahlen abhängig von der Hotelkategorie uneinheitlich. So verzeichneten die Häuser der 4- und 5-Sterne-Kategorie ein RevPar-Minus von 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dagegen verbesserten sich die Hotels der 1-Stern- bis 3-Sterne-Kategorie beim RevPar um 5,3 Prozent.

Im Durchschnitt lag die Auslastung bei der europäischen Leitmesse der Energie- und Wasserwirtschaft 2017 bei 80,1 Prozent. Der Netto-Zimmerpreis betrug 135,80 Euro, und der RevPar erreichte 108,80 Euro. Betrachtet man die Entwicklung der Kennzahlen zur E-World zwischen 2013 und 2017, sind die durchschnittlichen jährlichen Wachstumsraten trotz Schwankungen für alle drei Werte im Plus. Bei der Rate beträgt das durchschnittliche Jahreswachstum demnach 2,7 Prozent, beim RevPar sogar 3,1 Prozent. Im Vergleich zu den Kennzahlen, die die Hotellerie im Ruhrgebiet im Durchschnitt -- ohne Events -- erreicht, sind die Zahlen zur E-World jedenfalls nicht zu verachten. Denn wie die Tabelle oben zeigt, lag der durchschnittliche Zimmerpreis im Raum Essen, Bochum und Duisburg 2016 lediglich bei 67,90 Euro und der RevPar bei 47,70 Euro.

Für Essen, das den Hotelmarkt des Ruhrgebiets bisher dominiert, wächst mit Dortmund derzeit ein ernst zu nehmender Konkurrent heran (AHGZ vom 28. Januar). Das zeigen aktuelle Zahlen der Schollen Entwicklung GmbH in Wuppertal, Herausgeber des 2015 erstmals erschienenen „Hotelmarkt Report NRW“.

Von den beiden mit Abstand größten Städte im Ruhrgebiet, die jeweils rund 600.000 Einwohner haben, rangierte Essen bei den Übernachtungszahlen jahrelang vor Dortmund auf Platz vier unter den Top-15-Destinationen im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen. Zuletzt zeichnet sich aber eine Trendwende ab. Zwar hat sich von 2005 bis 2015 die Zahl der Betten in Essen um 37,2 Prozent erhöht (Dortmund +32,9 %), im gleichen Zeitraum stiegen aber die Übernachtungen in Dortmund um starke 63,1 Prozent auf absolut 1,13 Mio. an, während Essen nur um 45,8 Prozent auf 1,41 Mio. zulegen konnte. Zugleich schraubte Dortmund die mittlere Bettenauslastung von 35,8 Prozent auf 44,7 Prozent hoch und zog an Essen vorbei, das nur einen kleinen Zuwachs von 41,6 Prozent auf 42,7 Prozent schaffte.

Dortmund und Essen weisen seit dem Kulturhauptstadtjahr 2010 eine positive Entwicklung der Zimmerauslastung auf, die sich in Dortmund dynamischer darstellt. Durch die als sicher geltenden neuen Hotelprojekte werden in Essen in absehbarer Zeit etwa 650 zusätzliche Zimmer an den Markt gebracht, in Dortmund werden rund 550 hinzukommen.

Ende 2016 ist in Essen bereits das Ghotel mit 174 Zimmern an den Start gegangen (siehe Seite 23). Im laufenden Jahr sollen ein NH Hotel der gleichnamigen spanischen Hotelkette mit 182 Zimmern, ein Haus der Novum-Eigenmarke Style mit 145 Zimmern sowie das 40-Zimmer-Projekt Hotel auf Zollverein hinzukommen. Entweder 2017 oder 2018 soll dann auch ein Ibis Budget der Accorhotels mit 140 Zimmern seine Pforten öffnen. Durch die Stagnation bei den Übernachtungszahlen dürfte sich der Konkurrenzdruck in Essen weiter erhöhen.

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