Online-Marketing: Nicht jeder Blogger ist ein...
Online-Marketing

Nicht jeder Blogger ist ein Werbeträger

Stuttgart. Ein Gratis-Wochenende in einem Luxus-Designhotel in den Schweizer Bergen? Kein Problem, denkt sich so mancher Blogger. Man muss nur etwas darüber im Netz veröffentlichen und dann laden

Stuttgart. Ein Gratis-Wochenende in einem Luxus-Designhotel in den Schweizer Bergen? Kein Problem, denkt sich so mancher Blogger. Man muss nur etwas darüber im Netz veröffentlichen und dann laden die Hotels freiwillig ein. Doch so ist es nicht. Jedes Hotel, das strategisches Marketing betreibt, sollte die Blogger, die eingeladen werden, sorgfältig auswählen. Und das ist vielerorts auch nötig, allein schon wegen der Menge der Blogger, die sich in der Social-Media-Szene tummeln. „Wir bekommen fünf bis zehn Anfragen pro Woche“, berichtet Yvonne Gross, Stellvertretende Direktorin des Hotels The Cambrian im Schweizerischen Adelboden. Eingeladen wird in dem Resort aber im Schnitt nur ein Blogger pro Monat.

„Für uns ist die Reichweite des Blogs und die thematische Spezialisierung wichtig“, erläutert Yonne Gross ihre Vorgehensweise. Professionelle Blogger würden bei der Anfrage meist schon ein sogenanntes Media Kit mitschicken, in dem Reichweiten und Zugriffszahlen sowie der inhaltliche Schwerpunkt ihrer Webseite zusammengestellt sind.

Das bestätigt auch Markus Pendl, der bei der Falkensteiner Gruppe für die Blogger Relations zuständig ist. Dort achtet man ebenfalls auf die Reichweite und die Zielgruppe der Autoren, zudem analysiert die österreichische Hotelgruppe nach so einer Einladung den Erfolg oder Misserfolg der Kooperation. Etwa, ob der Blogger die Erwartungen erfüllt und sich an alle getroffenen Absprachen gehalten hat. Letztlich zählt auch die Authentizität der jeweiligen Seite. Bei der Scandic-Kette beispielsweise, die viel mit Bloggern zusammenarbeitet, kommen daher vor allem solche zum Zuge, die ehrlich über ihre Erlebnisse in den Hotels berichten und keine plumpen Werbebotschaften transportieren.

Doch nicht immer sind die anfragenden Schreiberlinge tatsächlich auf die Hotellerie spezialisiert, wie es etwa Yvonne Gross vom Schweizer Hotel The Cambrian schon festgestellt hat. „Problematisch ist es bei Bloggern, die ihren Fokus gar nicht auf Hotelprodukte setzen, sondern zum Beispiel auf Handtaschen. Diese sprechen eine ganz andere Klientel an. Ihre Leser interessieren sich für Mode und nicht für Hotels.“

Nur einmal kurz erwähnt zu werden, ist dem Designhotel einfach eine zu geringe Gegenleistung für eine Einladung. Zudem haben die Blogger-Anfragen in den vergangenen zwei bis drei Jahren stark zugenommen. Das hat sowohl Yvonne Gross in der Schweiz als auch die Falkensteiner Gruppe festgestellt. Und natürlich stellt die sorgfältige Auswahl dann einen Zeitfaktor dar. Yvonne Gross sieht es zugleich als Chance: „Wenn ich unter fünf Anfragen eine sehr gute habe, ist das ja auch etwas Wert.“ Man muss übrigens nicht immer gleich einladen. Das The Cambrian bietet Bloggern, die zu wenig Reichweite haben, stattdessen Upgrades oder Spezialpreise an.

Mehr Tipps zum Umgang mit Bloggern gibt es unter www.ahgz.de/thema/blogger

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