Österreichische Hoteliervereinigung: Neuer ÖH...
Österreichische Hoteliervereinigung

Neuer ÖHV-Chef: "Betriebe müssen noch agiler werden"

ÖHV
Einstimmig gewählt: Walter Veit.
Einstimmig gewählt: Walter Veit.

Der Hotelier Walter Veit ist seit Montag neuer ÖHV-Präsident, seine Vorgängerin Michaela Reitterer wurde zur Ehrenpräsidentin gewählt. Rolf Westermann stellte beiden je 3 Fragen zum Aus- und Rückblick.

 

Walter Veit, herzlichen Glückwunsch zur Wahl. Wie schwierig ist es, das Präsidentenamt mitten in der Corona-Pandemie zu übernehmen?

Veit: Vielen Dank! Die klassischen 100 Tage Schonfrist gibt es da natürlich nicht. Nachdem ich seit 2004 in der ÖHV engagiert bin, die Branche und als langjähriger Vizepräsident und Landesvorsitzender in Salzburg die Materie gut kenne, bin ich zuversichtlich, mich ab Tag 1 voll und ganz der ÖHV und den Anliegen unserer Mitglieder widmen zu können.

Was sind Ihre wichtigsten Themen in diesem Jahr?

Veit: Neben der Pandemie ist der Arbeitsmarkt das Top-Thema der nächsten Jahre. Wenn die Branche es da nicht schafft zu reüssieren, ist alles andere sekundär. Das eine große Rad, an den man drehen muss und alles ist besser, gibt es da leider nicht. Da spielen viele Ebenen – Politik, Gesellschaft, Bildung und natürlich auch die Betriebe und Branche – zusammen. Da werden wir ganzseitig ansetzen und Vieles zum Besseren bewegen.

Wie muss sich die Hotellerie verändern, um fit für die Zukunft zu werden?

Veit: Die Betriebe müssen noch agiler, noch kreativer werden. Dass unser Geschäft die Vermietung von Betten ist, war nicht einmal mehr in den frühen 2000er-Jahren korrekt. Die Branche ist vielschichtiger geworden, und da rede ich nicht nur von der Digitalisierung: Die ist ein ganz großer Brocken, aber beileibe nicht alles. Diese Entwicklungen müssen wir neben den Herausforderungen, die die Pandemie und die Wirtschaftskrise noch länger mit sich bringen, unter einen Hut bringen.

ÖHV-Ehrenpräsidentin Michaela Reitterer.
Michaela Reitterer, Sie waren neun Jahre an der Spitze des Verbands. Fällt es Ihnen schwer, dass Sie gerade jetzt nicht mehr gewählt werden können?

Reitterer: Natürlich! Wenn man etwas so lange mit Herzblut macht, fällt es einem nie leicht. Aber Erneuerung ist wichtig und gut. Und mit Walter Veit an der Spitze weiß ich, dass die ÖHV in den bestmöglichen Händen ist.

Fast zwei Jahre standen im Zeichen der Pandemie. Welche Learnings gibt es daraus?

Reitterer: Dass man selbst die größten Herausforderungen bewältigen kann, wenn alle an einem Strang ziehen. Gemeinsam mit meinen Verbands-Kolleginnen und -Kollegen, dem gesamten Team der ÖHV und den engagierten Betrieben im ganzen Land haben wir es geschafft, die Branche durch die wohl schwerste Krise seit dem 2. Weltkrieg zu bringen. Das war für alle Seiten ein Kraftakt – der leider noch nicht zu Ende ist.  

Was ist Ihr größter Erfolg und was war Ihre größte Enttäuschung?

Reitterer: Dass die ÖHV in der Krise allen Widrigkeiten zum Trotz gewachsen ist, auf den Rekordmitgliederstand von mehr als 1600. Das war der schönste Zuspruch und Bestätigung für unsere Arbeit für die Branche. In puncto Enttäuschung hätte ich mir von der Politik mehr Zug zum Tor und eine bessere Abstimmung mit der Branche gewünscht. Das hat sich in den letzten Jahren verbessert, doch es gibt sicher noch Luft nach oben.  

Die ahgz hat Walter Veit zusammen mit seinen Amtskollegen Otto Lindner (Hotelverband Deutschland) und Andreas Züllig (Hotellerie Suisse) zum Deutschen Hotelkongress am 14. Juni im Europa-Park in Rust eingeladen.

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