Pandemiemaßnahmen: Saarland startet landeswei...
Pandemiemaßnahmen

Saarland startet landesweites Öffnungsmodell

Imago/BeckerBredel
Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) und Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) stellen am Donnerstag (25.3.2021) eine neue Strategie für das Saarland vor: Impfen, Testen, Öffnen nennt sich die Leitlinie
Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) und Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) stellen am Donnerstag (25.3.2021) eine neue Strategie für das Saarland vor: Impfen, Testen, Öffnen nennt sich die Leitlinie

Das Tübinger Modell inspiriert: Im Saarland soll es nach Ostern im Rahmen eines Modellprojekts landesweite Öffnungen geben Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisiert dies scharf.

 
Das kündigt Ministerpräsident Tobias Hans an. Der CDU-Politiker spricht von einem "derzeit moderaten" Infektionsgeschehen in dem Bundesland an der Grenze zu Frankreich. Mehr privates und öffentliches Leben ist Hans zufolge ab dem 6. April geplant. Demnach werden dann Außengastronomie und bestimmte Sportveranstaltungen wieder erlaubt sowie der Besuch von Kinos und Theatern. Dies werde mit ausgeweiteten Testungen und beschleunigten Impfungen verknüpft. Bedingung für Teilhabe an den Öffnungen sei die Vorlage eines tagesaktuellen Tests, erklärt Hans.

Kritik von Karl Lauterbach

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat mit Blick auf gefährliche Virusmutationen die Entscheidung des Saarlands kritisiert, nach Ostern den Lockdown für ein Modellprojekt zu öffnen. "Der Kurs des Saarlandes ist fahrlässig. Die Modellregion im Saarland ist ein Experiment, das zu einer schnellen Verbreitung gefährlicherer Mutationen in Deutschland führen kann", sagte Lauterbach der "Rheinischen Post". "Das Saarland hat von anderen Bundesländern mehr Impfstoff gegen Mutanten bekommen und geht jetzt ins Risiko. Das macht keinen Sinn", so der SPD-Politiker.


Lauterbach fordert zudem grundsätzlich zeitlich befristete Ausgangssperren in Gebieten mit hohen Inzidenzwerten. "Bund und Länder sollten jetzt dringend Ausgangssperren von 20.00 Uhr bis 06.00 Uhr in Regionen verhängen, wo die Inzidenzwerte über 100 liegen. Auch an Ostern", sagt Lauterbach der Rheinischen Post. Ausnahmen solle es in der Nacht lediglich für Menschen geben, die aus beruflichen Gründen ihre Wohnung verlassen müssen. "Wir wissen von Bewegungsdaten, dass die Menschen sich abends noch zu oft besuchen. Das treibt die Pandemie. Ein solches auf zwei Wochen befristetes Ausgangsverbot hat in England, Irland und Portugal das Wachstum der B117-Variante gestoppt", ergänzt er.

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