Bilanz: Ringhotels verzeichnen mehr Privatbuc...
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Ringhotels verzeichnen mehr Privatbuchungen

Rolf Westermann/AHGZ
Wie sind man Veränderungen zu schaffen? Susanne Weiss (rechts) im Gespräch mit Bernd Fritzges
Wie sind man Veränderungen zu schaffen? Susanne Weiss (rechts) im Gespräch mit Bernd Fritzges

Jüngere Gäste und längere Aufenthaltsdauer sorgen bei der Hotelkooperation für Optimismus.

LÜNEN. Der geschäftsführende Vorstand der Ringhotels, Susanne Weiss, sieht trotz Coronakrise eine positive Grundstimmung bei der Kooperation mit 99 Mitgliedern. „Im Privatbereich verzeichnen wir eine Buchungszuwachs“, sagte sie der ahgz am Rande der 52. Jahreshauptversammlung im Ringhotel am Stadtpark in Lünen bei Dortmund. „Das macht die Ausfälle im Geschäfts- und Tagungssegment aber nicht wett.“

Bei der Veranstaltung mit strengem Sicherheitskonzept waren 68 Vertreter von 41 Hotels dabei. Zu Beginn wurde von jedem Teilnehmer die Temperatur gemessen und es bestand eine Abstands- sowie weitgehend eine Maskenpflicht. Darüber hinaus verteilte ein Dienstleister ansteckbare Tags, die eine datenschutzkonforme Nachverfolgbarkeit gewährleisten soll, welcher Tagungsteilnehmer mit wem im engeren Kontakt gewesen ist. Im Fall der Fälle können die Teilnehmer benachrichtigt werden.

Tagungen sind wieder mehr gefragt

Susanne Weiss betonte, dass kleinere Tagungen mit zehn bis 20 Personen, ein wichtiges Geschäft für die Ringhotels, wieder in Gang komme. Auch Rad- und Wanderangebote sowie Wellness seien gefragt. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer habe sich verlängert und es kämen mehr jüngere Gäste. Bei den 30- bis 50-Jährigen verzeichnet die Kooperation einen Anstieg von einem Viertel im Vergleich zum Vorjahr. „Diese Gäste wollen wir auf jeden Fall behalten“, erklärte Weis.

Nach dem ersten Corona-Schock im April hätten sich die Klickraten auf die Webseiten auf 10.000 Zugriffe am Tag verdreifacht. Das von den Ringhotels vor einiger Zeit gewählte Oberthema Heimat und Genuss mache sich bezahlt, betonte Weiss. Die Kooperation wurde 1973 gegründet. Ziel der Gründer war es, einen Gegenpol zu den großen internationalen Hotelgesellschaften auf dem deutschen Markt zu gründen.

Mehr als 17 Mrd. Euro Umsatz schon verloren 

Markus Luthe, Hauptgeschäftsführer des Hotelverbands IHA sagte, immer noch seien fünf Prozent der Hotels in Deutschland noch geschlossen. In der Hochphase der Krise seien es zwei Drittel gewesen. Die Auslastung liege im September nur bei 23 Prozent und gehe seit dem Sommer wieder zurück. "Die Stadthotellerie leidet", betonte Luthe. In diesem Jahr seien schon mehr als 17 Mrd. Euro Umsatz verloren gegangen und die Arbeitslosigkeit ziehe an. Kleiner Lichtblick: Im August habe es einen Durchschnittserlös von 78 Euro pro Zimmer gegeben, das seien nur fünf Prozent weniger als im Vergleichszeitraum.

Kernproblem sei das Verhältnis Mieter/Vermieter. Nach einer Umfrage seien in 40 Prozent der Fälle Zahlungen gestundet worden, aber in weiteren 40 Prozent habe es gar kein Entgegenkommen gegeben. "Das ist das Hauptproblem."

Der Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Veranstaltungsorganisatoren (VDVO), Bernd Fritzges, sagte: „Es wird keinen Weg zurückgeben. Es kommt eine Welt danach mit viel Potenzial und vielen Möglichkeiten.“ Er setze auf einen Innovationsschub. Digitalisierung alleine müsse jedoch nicht immer sinnvoll sein. Am Abend wurde das Ringhotel Mersch aus Warendorf mit dem Goldenen Kompass ausgezeichnet.  

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