Tourismus-Trends: Rosige Zeiten für deutsche ...
Tourismus-Trends

Rosige Zeiten für deutsche Urlaubsziele

Helmut Heigert
Im Plus: Schleswig-Holstein legte im vorigen Jahr um 20 Prozent zu, im Bild Timmendorfer Strand.
Im Plus: Schleswig-Holstein legte im vorigen Jahr um 20 Prozent zu, im Bild Timmendorfer Strand.

Das Reisen ist des Deutschen Lust. Weder Bomben oder Barrikaden noch die Ergebnisse von Präsidentschaftswahlen können die Reiseleidenschaft der Bundesbürger beeinträchtigen. Die Deutschen

Das Reisen ist des Deutschen Lust. Weder Bomben oder Barrikaden noch die Ergebnisse von Präsidentschaftswahlen können die Reiseleidenschaft der Bundesbürger beeinträchtigen. Die Deutschen verreisen immer öfter, bleiben sogar wieder länger vor Ort und lassen sich den Urlaub mehr als je zuvor kosten – zu diesem Ergebnis kommt die 33. Deutsche Tourismusanalyse der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen, die bei der Messe Reisen Hamburg vorgestellt wurde.

Ganz vorn in der Gunst der Bundesbürger liegt als Reiseziel das eigene Land. Nach Angaben des Wissenschaftlichen Leiters der BAT-Stiftung, Ulrich Reinhardt, verbrachte mehr als jeder dritte Reisende 2016 seinen Urlaub zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen. Ganz oben in der Beliebtheitsskala lag Bayern, mit einem Plus von 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Schleswig-Holstein auf dem zweiten Platz legte gar um 20 Prozent zu. Baden-Württemberg erreichte mit einem Plus von 15 Prozent den dritten Rang.

Etwas weniger Gäste als im Vorjahr verbrachten ihren Haupturlaub in Mecklenburg-Vorpommern. Dennoch zählt die Küste zwischen Priwall und Usedom zu den beliebtesten Ferienregionen Deutschlands. „Mecklenburg-Vorpommern kann auch in der Nebensaison punkten“, hebt Reinhardt hervor. Zu den Vorzügen des Bundeslandes zählten eine weitgehend intakte Natur, eine sehr gute Infrastruktur, ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis und ein hoher Anteil an Stammgästen: „Ostdeutsche fahren überwiegend nach Mecklenburg-Vorpommern“, fügte Reinhardt hinzu.

Reisedauer steigt wieder



Nach Angaben des Wissenschaftlers hat sich zum zweiten Mal in Folge die Reisedauer wieder verlängert. Nach dem Tiefpunkt im Jahr 2014 mit 12,1 Tage machen die Bundesbürger inzwischen wieder durchschnittlich 12,9 Tage Urlaub. „Jeder Dritte ist wieder mindestens zwei Wochen unterwegs“, sagte Reinhardt. Das gilt für alle Ziele. Ein Inlandsurlaub dauert demnach durchschnittlich 10,7 Tage.

Auch die durchschnittlichen Reisekosten haben sich auf 1166 Euro pro Urlaub oder 90 Euro am Tag erhöht. Allerdings geben die Bundesdeutschen im Binnenland nur durchschnittlich 831 Euro aus, während eine Fernreise mit 2144 Euro zu Buche schlägt. Die Ausgaben sind auch abhängig vom Alter der Reisenden. Während jüngere Leute zwischen 14 und 34 Jahren durchschnittlich 1000 Euro insgesamt beziehungsweise 78 Euro am Tag im Urlaub ausgeben, verbrauchen Best Ager über 55 Jahre durchschnittlich 1264 Euro beziehungsweise 98 Euro am Tag.

Ruheständler verreisen öfter



Auch die Reiseintensität hängt vom Einkommen ab. Während Singles und Familien mit Kindern durchschnittlich einmal im Jahr ihre Koffer packen, verreisen 44 Prozent der Ruheständler mindestens zweimal im Jahr. Bei den Besserverdienenden mit einem Nettoeinkommen von mehr als 3500 Euro waren es sogar 45 Prozent, die mehrmals im Jahr in den Urlaub fuhren. Trotz Brexit-Verhandlung und mehreren Wahlen in Euroland stehen die Zeichen der Reisebranche nach Ansicht von Reinhardt auf grün. „Vieles deutet darauf hin, dass die Bundesbürger 2017 noch häufiger unterwegs sein werden als 2016“, so Reinhardt. Allerdings wisse mehr als jeder dritte Befragte noch nicht, wohin diesmal die Reise gehen soll. Helmut Heigert

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