Best-Preis-Klausel: Rückenwind für Booking.co...
Best-Preis-Klausel

Rückenwind für Booking.com

AHGZ
Der günstigste Preis: Um diese Forderung seitens der Portale geht es derzeit beim Oberlandesgericht Düsseldorf
Der günstigste Preis: Um diese Forderung seitens der Portale geht es derzeit beim Oberlandesgericht Düsseldorf

Ist die Best-Preis-Klausel eine „notwendige Nebenabrede“ zwischen Buchungsportalen und Hoteliers? Das lässt nun der Erste Kartellsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf prüfen.

DÜSSELDORF. Das Best-Preis-Verbot für das marktführende Portal Booking.com ist offenbar doch nicht ganz fix. Das Portal hatte Beschwerde gegen den Entscheid des Bundeskartellamts eingelegt. Denn das Kartellamt hatte Booking.com verboten, die Forderung nach dem „besten“ oder gleich günstigen Preis weiter aufrecht zu erhalten. Dieser Beschluss wird nun vom zuständigen Oberlandesgericht Düsseldorf offenbar angezweifelt. Es könnte sich nämlich bei der Best-Preis-Klausel um eine „notwendige Nebenabrede“ zwischen Portal und Hoteliers handeln, hat der Vorsitzende Richter des 1. Kartellsenat laut Medienberichten erklärt.

Wenn Hotels sich nicht an die Best-Preis-Klausel halten müssen, können Sie auf ihrer eigenen Website günstigere Preise als bei den Portalen einstellen. Dies könnte dazu führen, dass einige User sich zwar auf Booking.com über verfügbare Hotels informieren, aber dann auf der hoteleigenen Website buchen. Das Gericht spricht hier von einer möglichen „illoyalen Ausnutzung“ der Vermittlungsleistung von Booking.com durch die Partnerhotels.

Der Vorsitzende Richter sagte bei der gestrigen Verhandlung allerdings auch, dass die Entscheidung des Oberlandesgerichts in der Best-Preis-Sache noch offen sei. Bislang wurden weder ein weiterer Verhandlungs- noch ein Verkündungstermin bekannt gegeben.

Gegen die Best-Preis-Klausel, auch als Ratenparität bekannt, kämpfen die Hotellerie-Branchenverbände seit mehreren Jahren europaweit. Ihnen missfällt daran vor allem, dass die Hotels durch die Vorschriften der Portale auf ihrer eigenen Website keine günstigeren Raten einstellen dürfen. Das deutsche Portal HRS hat diese Forderung bereits Anfang 2014 per Kartellentscheid aus seinen Geschäftsbedingungen herausnehmen müssen, zumindest in Deutschland. Die Entscheidung gegen Booking.com erfolgte zwei Jahre später. Gegen Expedia, den dritten Player im Oligopol der großen Portale, läuft noch ein ähnliches Kartellverfahren.

stats