Betriebsübergabe: So gelingt die Nachfolgereg...
Betriebsübergabe

So gelingt die Nachfolgeregelung in der Privathotellerie

In der Privathotellerie muss dieses Thema oft von langer Hand geplant werden. Doch oft kommt es doch zu Konflikten oder Problemen.

STUTTGART. In der Privathotellerie ist das Thema Nachfolgeregelung aktuell wie eh und je. Das langfristige gesellschaftliche Denken und der Wunsch der Eltern, den Betrieb in einem möglichst einwandfreien Zustand in die Hände der Kinder zu übergeben, steht dabei klar vor einer kurzfristigen Umsatzmaximierung. Dies ist wohl auch der Grund, warum gesunde Familienunternehmen gerade in wirtschaftlich rauen Zeiten oft robuster sind. Aber, wie kann eine Übergabe erfolgreich gemeistert und der richtige Nachfolger gefunden werden?

1. Planung der Nachfolge mit Mitte 50

Oft fällt es der älteren Generation schwer loszulassen, vor allem wenn sie ihr Unternehmen als Lebenswerk ansieht. Auch mangelt es häufig an einer zusätzlichen Altersvorsorge. Daraus resultiert, dass ein wichtiges Thema wie die Nachfolgeregelung aufgeschoben wird. Da erfahrungsgemäß eine Übergabe drei bis fünf Jahre dauert, sollte ein Privathotelier bereits ab einem Alter von Mitte 50 nach einem kompetenten Nachfolger suchen.

2. Idealer Nachfolgeplan in fünf Schritten

Schritt 1: Analyse der persönlichen Situation

Schritt 2: Ist-Analyse des Hotelbetriebs

Schritt 3: Regelung der formalen Übergabe treffen

Schritt 4: Festlegung der eigenen künftigen Rolle als scheidender Inhaber

Schritt 5: Planung der Übergangsphase mit dem Nachfolger

3. Externen Nachfolger finden

Wenn die Nachfolgefrage durch die Familie nicht lösbar ist, gilt es, einen externen qualifizierten Nachfolger zu finden. Das kann sich in der klein- und mittelständisch geprägten Brache als problematisch erweisen. Dieser Herausforderung haben sich die Industrie- und Handelskammern angenommen. Als bundesweite Börse für Unternehmensnachfolge ist beispielsweise „nexxt-change“ (www.nexxt-change.org) zu nennen. Hier können interessierte Unternehmensnachfolger und nachfolgesuchende Unternehmer in Kontakt kommen.

4. Berater einbeziehen

Oft empfiehlt es sich, Hilfe von externen Beratern anzunehmen, um sicherstellen, dass nichts Essenzielles bei der Regelung der Unternehmensnachfolge vergessen wird und eine kompetente Moderation erfolgt.

5. Satt Chef Stellvertreter sein

In der Zeit der Übergabe hilft es, wenn der alte Chef eine Stellvertreter-Rolle einnimmt. Dadurch entsteht ein weicher Übergang vom bisherigen zum neuen Inhaber. Der Nachfolger kann bei auftretenden Problemen im alltäglichen Geschäft die erfahrene Generation um Hilfe bitten. Auch die Mitarbeiter, Geschäftspartner und Kunden haben die Möglichkeit, sich an den neuen Chef zu gewöhnen, während die frühere Geschäftsführung noch greifbar ist.

6. Finanzielle Schwierigkeiten des Nachfolgers

Diese resultieren meist aus unterschiedlichen Vorstellungen beim Kaufpreis beider Parteien oder überzogener Pachtvorstellungen des Eigentümers. Aber auch aus Investitionsstaus. Ein guter Finanzierungs- und Investitionsplan vor der Übergabe stellt sicher, dass der Nachfolger weiß, worauf er sich einlässt.

7. Wenn Stammgäste abwandern

Privathotels verzeichnen nach der Übergabe immer einen Verlust der ursprünglichen Stammgäste, da für sie der frühere Inhaber des Unternehmens von Bedeutung war. Die Akzeptanz bei den Gästen, Geschäftspartnern und Mitarbeitern zu gewinnen, ist Chefsache und hat hohe Priorität.

8. Das Haus im neuen Gewande

Stehen Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten an, sollte das Vorhaben vor der Unternehmensübergabe geprüft werden. Denn, wenn durch eine Fehleinschätzung der Bau- und Einrichtungsinvestitionen nachfinanziert werden muss, kann die Rentabilitätsrechnung schnell ein negatives Ergebnis aufweisen und die Hausbank von einer weiteren Finanzierung Abstand nehmen. Dies könnte zeitnah zu Liquiditätsproblemen führen.

Auszug aus dem Buch: „ErfolgReich in der Privathotellerie“ von Burkhard von Freyberg, Axel Gruner und Marina Lang

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