Petition: Steuernachzahlung trotz Kurzarbeit ...
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Steuernachzahlung trotz Kurzarbeit - ein Unding

IMAGO / Joko
Steuernachzahlung: Das droht Millionen Beschäftigten
Steuernachzahlung: Das droht Millionen Beschäftigten

"Keine zusätzlichen Steuern wegen Lohnersatzleistungen - auch nicht bei Kurzarbeit" - das fordert die Gewerkschaft Verdi und hat eine entsprechende Petition gestartet. 

Millionen Beschäftigte, die coronabedingt Lohnersatzleistungen erhalten haben oder noch erhalten, müssen wegen des sogenannten Progressionsvorbehalts mit Steuernachzahlungen rechnen. Darauf weist die Gewerkschaft Verdi hin. Dies seien vor allem Kurzarbeitergeld, Arbeitslosengeld I, Kinderkrankengeld oder auch Verdienstausfallentschädigungen nach dem Infektionsschutzgesetz.

Die "Spezialitäten" des Steuerrechts

Der Grund: Die empfangenen Lohnersatzleistungen seien zunächst steuerfrei. Sie führten aber zu einem höheren Steuersatz, mit dem das übrige Einkommen besteuert wird. Neben der Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung für alle Betroffenen, könne dies – je nach Lage des Einzelfalls – auch zu weiteren Steuernachzahlungen oder geringeren Rückerstattungen führen.

"Das heißt: Wegen Corona gibt es Brutto weniger als 2019, dafür aber eine Steuernachzahlung. Wovon soll das bezahlt werden?", fragt die Gewerkschaft und drückt mit einer Petition aufs Tempo. "Wir fordern die Aussetzung des Progressionsvorbehaltes auf Lohn- und Entgeltersatzleistungen, wenigstens aber einen ausreichenden Corona-Freibetrag."

Zuspruch aus Heidelberg und Würzburg

Arbeitgeber aus der Hotellerie unterstützen das Anliegen: "Eine Zurückstellung der Corona-Lohnersatzleistungen bei der Besteuerung würde die finanziellen Sorgen der in der Pandemie stark Betroffenen mildern und zu einer sofortigen finanziellen Entlastung beitragen. Wir haben im Interesse der vielen Kolleginnen und Kollegen unterschrieben", so Caroline von Kretschmann, Europäischer Hof Heidelberg.

Ähnlich sieht es Christoph Unckell, Hotel Rebstock Würzburg: "Die ersten meiner Mitarbeiter waren schon beim Steuerberater und müssen mit mehreren hundert Euro, teils über 1000 Euro Steuernachzahlung auf Grund der Kurzarbeit rechnen. Und das nachdem sie seit 14 Monaten ohnehin schon nicht das volle Gehalt bekommen und auf Trinkgeld ganz verzichten mussten. Für viele Betroffene Geringverdiener eine echte Katastrophe! O-Ton eines Steuerberaters: Hätten sie sich gleich arbeitslos gemeldet, wären sie jetzt besser dran! Bitte helfen Sie, diese Ungerechtigkeit zu verhindern und unterzeichnen Sie diese Online-Petition!"

Zur Petition geht es hier.


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