Stimmen zur Wahl (2) : "Klimawandel und sozia...
Stimmen zur Wahl (2)

"Klimawandel und soziale Gerechtigkeit sind Zukunftsfragen für die Branche"

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Stimmabgabe in einem Berliner Wahllokal
Stimmabgabe in einem Berliner Wahllokal

Die Statements zum Ergebnis der Bundestagswahl spiegeln die Vielfalt der Branche und die Indivdualität der befragten Persönlichkeiten wider. 

Andreas Widmann
Dietmar Pleil
Andreas Widmann
Andreas Widmann, Widmann's Albleben, Königsbronn-Zang: "Persönlich bin ich zunächst froh, dass die extremen Ränder im Land an Stimmen verloren haben. Für unsere Branche fordere ich, egal wer ins Kanzleramt einzieht, dass wir in Zukunft nicht nur als kleiner Wirtschaftsfaktor sondern vor allem als gesellschaftlich immens wichtiger Baustein angesehen werden. Gerade im Bereich des Klimawandels und der sozialen Gerechtigkeit stellen sich auch in unserer Branche wichtige Zukunftsfragen." 

Urban Uttenweiler
HGK
Urban Uttenweiler
Urban Uttenweiler, HGK: "Ein enges Ergebnis war zu erwarten. Viel hängt jetzt von den Koalitionsverhandlungen ab. Aber nicht alles, was in die Koalitionsvereinbarungen hineinverhandelt und geschrieben wird, wird nachher auch gemacht – manchmal auch gut so! Ich habe niedrige Erwartungen für Unterstützung durch die Politik.  Umso mehr sollten wir das Heft des Handelns selber in die Hand nehmen und dafür kämpfen, dass wir insgesamt – Hospitality, Foodservice- und Tourismusindustrie - endlich als eine Schlüsselbranche wahrgenommen werden."

Jürgen Gangl
HDV
Jürgen Gangl
Jürgen Gangl, Park Inn Berlin und 1. Vorsitzender HDV: "Nach dem spannenden Wahlabend sind viele Fragen offen. Insbesondere die nach der Regierungsbildung. Denn nach der diesjährigen Bundestagswahl liegen Sieg und Niederlage so nah beieinander wie selten zuvor. Ein historisches Ergebnis, wie es das Land noch nicht gesehen hat. Wer künftig Deutschland repräsentieren wird, ist am Tag zwei nach der Wahl noch lange nicht entschieden. SPD und Union beanspruchen beide den Auftrag zur Regierungsbildung. Die Grünen als drittstärkste Kraft und die FDP werden voraussichtlich an der Regierungsbildung beteiligt sein.

Die Medien sprechen jetzt schon von den Königsmachern Grüne und FDP. Ein Dreierbündnis scheint wahrscheinlich. Wichtig und erfreulich ist, dass die politischen Ränder abgestraft wurden und die politische Mitte gestärkt aus der Wahl hervorgegangen ist.

Ein klares Votum für die demokratischen Parteien und eine entscheidende Wahlschlappe für die AfD, sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. In der derzeitigen Situation kann es Wochen bis Monate dauern, bis sich eine tragfähige Koalition präsentiert, eine Zeit des politischen Vakuums.

Es bleibt zu hoffen, dass sich eine Koalition findet, die auch unserer Branche Aufbruchstimmung, Zukunftsperspektiven, Planungssicherheit, bürokratische und steuerliche Entlastung vermittelt."


Reiner Nittka
Reiner Nittka, GBI Holding AG: "Auch für die Hotelbranche wird Nachhaltigkeit zu einem immer zentraleren Thema. Sehr genau werden Betreiber, Entwickler und Investoren deshalb beobachten, wie  in der neuen Bundesregierung das Zusammenspiel von Klima (Grüne) und Markt (FDP) funktioniert. Beide Parteien werden das Regierungsprojekt bestimmen und können sich ihren Kanzler nun aussuchen.

Durch die Einführung des BEG Förderprogramms der KfW für gewerbliche Immobilien, wird auch hier der Druck erhöht. Whitbread (Premier Inn) hat bereits einen Green Bonds aufgelegt und die deutschen Hotelinvestoren werden sicherlich bald nachziehen.

Insofern hoffen alle Akteure auf einen weiteren ESG-Schub durch Steuererleichterungen für klimafreundliche Investitionen, mit deutlich gezielteren, anspruchsvolleren staatlichen Investitions- und Förderprogrammen. Zudem sollte bei allen Corona-Maßnahmen der neuen Bundesregierung Planungssicherheit und Kontinuität im Vordergrund stehen. Diese Perspektive ist wichtig, damit aus dem Buchungsboom des Sommers wieder ein belastbarer Aufwärtstrend wird."

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