Studie

Europas Hoteliers zwischen Vorsicht und Optimismus

Imago / Panthermedia
Wie wird die Zukunft? Dazu wurden europäische Hoteliers befragt.
Wie wird die Zukunft? Dazu wurden europäische Hoteliers befragt.

Nach den Corona-Jahren 2020 und 2021 zeichnet sich eine Erholung im Hotelgewerbe ab. Trotz anhaltender Herausforderungen sind europäische Hoteliers vorsichtig optimistisch, so das European Accomodation Barometers 2022 von Booking.com und Statista.

Dafür wurden Hoteliers in 23 europäischen Ländern befragt, darunter auch hierzulande: 66 Prozent der Befragten in Deutschland bezeichneten die Entwicklung in den letzten sechs Monaten als gut oder sehr gut. 54 Prozent gaben an, dass die aktuelle finanzielle Situation ihres Unternehmens gut oder sehr gut ist. Diese Werte entsprechen ungefähr den Umfrageergebnissen auf europäischer Ebene.

Doch es gibt auch Herausforderungen: In Deutschland werden die Energiekosten von 88 Prozent der Befragten als kritisch bewertet, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen empfinden 59 Prozent als schwierig. 55 Prozent der Befragten nennen den Personalmangel als großes Problem. Deutsche Hotelier fühlen sich insgesamt geforderter als ihre europäischen Kollegen alle Werte waren höher, als der Europa-Durchschnitt.

Wie steht es um die einzelnen Hotelsegmente und Kapazitäten? Hotelketten schätzen ihre Lage deutlich besser ein, als Einzelhotels – 77 Prozent der Ketten(hotels) melden positive Geschäftsergebnisse, bei den unabhängigen Häusern sind es 68 Prozent. Zudem gilt, dass größere Hotels die Entwicklung positiver sehen, sie verweisen auf entsprechende Kennziffern. Speziell im Bereich ab 250 Zimmern aufwärts kommt das zum Tragen.

Allerdings: Nur 38 Prozent der Befragten gaben an, dass sie in den nächsten sechs Monaten eine positive Geschäftsentwicklung erwarten. In Deutschland sind es sogar nur 30 Prozent. Nur 16 Prozent der deutschen Hoteliers beabsichtigen, in Zukunft mehr zu investieren als in den letzten sechs Monaten.

Die Digitalisierung gilt als Schlüsselbegriff der Branche: Die Mehrheit (59 %) aller Umfrageteilnehmer schätzt ihre Bemühungen in diesem Bereich als groß oder sehr groß ein, nur 12 Prozent sind mit ihren eigenen Digitalisierungsbemühungen unzufrieden. Auch hier sind Ketten und größere Hotels im Vergleich zu unabhängigen und kleineren Hotels besser platziert. 67 Prozent der befragten Ketten(hotels) gaben an, dass sie gut oder sehr gut auf die digitale Transformation eingestellt sind, verglichen mit 57 Prozent der unabhängigen Befragten.

Wenn es um die Nachhaltigkeit geht, sind europäische Hoteliers etwas vorsichtiger. Nur zwei von fünf Befragten sehen sich gut auf Umwelt- und Klimaschutz vorbereitet. Erstaunlich: Was den Standort betrifft, so sind Hotels in Städten besser auf die grüne Transformation vorbereitet als Hotels auf dem Land.

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