Tarife: Einigung in Rheinland-Pfalz: Ecklohn ...
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Einigung in Rheinland-Pfalz: Ecklohn steigt um 36 Prozent

IMAGO / Panthermedia
Rheinland-Pfalz: Es gibt mehr Geld
Rheinland-Pfalz: Es gibt mehr Geld

Die Tarifparteien haben sich verständigt: Höhere Löhne und bessere Rahmenbedingungen ab April 2022.

Im Gastgewerbe in Rheinland-Pfalz wird es von April 2022 an kräftige Lohnsteigerungen und deutliche Verbesserungen der Rahmenbedingungen für die Beschäftigten geben. Das erfuhr die ahgz am Dienstag.

Mehr Geld und möglichst viele Dauerarbeitsplätze

So soll der Ecklohn um rund 36 Prozent von derzeit 11 Euro pro Stunde auf 15 Euro steigen. Ein weiterer Anstieg auf 16 Euro ist im April 2024 vorgesehen. Mit Jahresarbeitszeitkonten sollen im saisonal schwankenden Geschäft möglichst viele Dauerarbeitsplätze eingerichtet werden. Die Einstiegsgehälter sollen künftig stets mindestens fünf Prozent über dem Mindestlohn liegen.
„Es ist schon eine historische Vereinbarung in einer besonders herausfordernden Zeit.“
Gereon Haumann, Präsident Dehoga Rheinland-Pfalz.

Die Vergütung der Azubis im ersten Lehrjahr wird von derzeit 625 Euro auf 1000 Euro im Monat angehoben, im dritten Lehrjahr sind es dann 1200 Euro. Gleichzeitig wird eine Übernahmegarantie festgeschrieben. Insgesamt bedeutet das eine Steigerung je nach Ausbildungsjahr um 35 bis 70 Prozent.

Vertragsunterzeichnung am Donnerstag

Die Gewerkschaft NGG und der Dehoga wollen den neuen Entgelt- und Manteltarifvertrag an diesem Donnerstag in Bad Kreuznach unterzeichnen. Sie treten im April 2022 in Kraft, eine weitere Lohnerhöhung ist für April 2024 vereinbart. Die Verträge sind unbefristet vereinbart und können erstmals zum 31. März 2025 gekündigt werden. Darin enthalten ist auch, dass die Vereinbarkeit von Beruf mit Familie und Freizeit verbessert werden soll. Deshalb sollen Dienstpläne verlässlich und frühzeitig erstellt werden. 

Das Fazit von Dehoga-Landespräsident Gereon Haumann lautet: „Es ist schon eine historische Vereinbarung in einer besonders herausfordernden Zeit, um unsere wunderbare Branche für unsere so wichtigen Mitarbeiter zu einer echten Qualitätsarbeitgeber-Marke zu machen.“ Dieser Weg werde nur im Schulterschluss mit den Gästen möglich sein, die ihre Wertschätzung in der Akzeptanz höherer Preise zeigen sollten. Die Laufzeit gebe den Betrieben Planungssicherheit bis 2025. Außerdem ist gepant, die Allgemeinverbindlichkeit des Vertrags zu beantragen, damit die Löhne nicht unterboten werden können. 

Einigung auch in Hessen 

Auch in Hessen haben sich die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten NGG und der Dehoga auf einen neuen Anschlusstarifvertrag für das hessische Gastgewerbe geeinigt. Demnach steigen die tariflichen Entgelte im hessischen Gastgewerbe zunächst zum 1. März 2022 um 8,5 Prozent. In einer zweiten Stufe werden die Löhne um weitere 6,5 Prozent zum 1. Januar 2023 angehoben. Der Tarifvertrag ist erstmals zum 30. Juni 2024 kündbar und hat damit eine Gesamtlaufzeit von 28 Monaten.

 

Regelungen für Azubis in Rheinland-Pfalz ab April 2022

Regelungen für Azubis

 

 

ab 01.04.2022

 

 

Abiturienten, 2-jährige Ausbildung

ab

01.04.2024

 

 

Abiturienten, 2-jährige Ausbildung

1. Ausbildungsjahr

1.000,00 €

 

1.100,00 €

 

2. Ausbildungsjahr

1.100,00 €

 

1.100,00 €

1.200,00 €

1.200,00 €

3. Ausbildungsjahr

1.200,00 €

 

1.200,00 €

1.300,00 €

1.300,00 €

 

 

 

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