Hotelimmobilien-Kongress 2021: Die Chancen in...
Hotelimmobilien-Kongress 2021

Die Chancen in der Krise

Hotel
Startklar: Tagungsraum im Steigenberger Airport Hotel Berlin.
Startklar: Tagungsraum im Steigenberger Airport Hotel Berlin.

Im Oktober treffen sich beim Hotelimmobilien-Kongress rund 200 Entscheider aus Hotellerie und Immobilienwirtschaft in Berlin, um gemeinsam die Weichen für die Zeit nach Corona zu stellen.

Corona hat in Deutschland den Tourismus über Monate hinweg lahmgelegt – und damit auch weitgehend die Hotellerie. Da viele Betriebe allein mit Geschäftsreisenden – zumal wenn auch deren Zahl in der Pandemie radikal geschrumpft ist – nicht rentabel wirtschaften können, schlossen etliche Häuser zeitweise ganz oder zumindest einzelne Trakte oder Etagen ihres Gebäudes.

Eine Herausforderung sind solche Schließzeiten und Durststrecken nicht nur für den Funktions- und Werterhalt der Hotelimmobilie, sondern auch für die Mitarbeiter. Ein durch Kurzarbeit zerstreutes Team will zusammengehalten, weitergebildet und motiviert sein, neue Aufgaben und Abläufe etwa im Zuge der Infektionsvermeidung müssen ebenso ausgearbeitet und umgesetzt werden wie eine Checkliste für das Wiederhochfahren des Betriebs. Oft wurde der erzwungene Leerlauf auch für Renovierungen und Umbauten genutzt.

Herausforderung: Die Dauerbaustelle BER

Mit dem Ausharren bis zur Aufnahme des Geschäftsbetriebs hat das Steigenberger Airport Hotel Berlin, in dem am 25. und 26. Oktober der 13. Hotelimmobilien-Kongress stattfindet, reichlich Erfahrung sammeln müssen. War das Haus am neuen Berliner Großflughafen BER doch bereits 2012 startklar, als die Eröffnung des Airports drei Wochen vor dem avisierten Termin abgesagt wurde. Erst mehr als acht Jahre später konnte der BER seiner Bestimmung übergeben werden, solange war auch das Steigenberger Airport Hotel unfreiwillig im Dornröschenschlaf, der Start musste verschoben werden. Ein Hotel gehobener Kategorie an einer reinen Dauerbaustelle am Rand der Hauptstadt macht wenig Sinn, auch wenn es sich um die bekannteste Baustelle Deutschlands handelt. Im Oktober vergangenen Jahres ging aber schließlich mit dem Flugbetrieb auch das Hotel an den Start.

Steigenberger am Airport: Die Welt im Anflug

Dort können die Gäste nun quasi am Rollfeld übernachten. Das Haus, das zur Deutschen Hospitality gehört, liegt direkt am Terminal des des neuen Flughafens Berlin-Brandenburg in Schönefeld. Das Steigenberger Airport Hotel bietet insgesamt 322 Zimmer, ein A-la-carte-Restaurant mit angeschlossener Bar sowie eine Spa Area in der fünften Etage auf 300 Quadratmetern mit separatem Fitnessbereich – wobei Wellness derzeit coronabedingt noch nicht möglich ist. Zudem gehört ein Konferenzzentrum mit elf Meetingräumen für Veranstaltungen bis zu 500 Personen zum Hotel, in dem sich im Oktober Entscheider aus der Hotelimmobilienwirtschaft und der Hotellerie treffen. Immobilienentwickler war das Unternehmen ECE. Direktorin ist Steffi Wisotzky, die zuletzt das Intercityhotel Berlin Hauptbahnhof zu einem der erfolgreichsten Hotels der Marke machte. Ihre Gäste beim Hotelimmobilien-Kongress können das Haus auch bei einer Führung in Augenschein nehmen.

Themen und Referenten
Beim Schwerpunkt Konjunkturprognose und Marktentwicklung stellen das Deutsche Institut für Wirtschsaftsforschung und MRP Consult aktuelle Analysen vor. Außerdem gibt es ein Panel zum Thema Ferienhotellerie – Profiteur der Krise?

Ein eigener Fokus liegt auf Investments und Transformationen. Unter anderem stellt René Schappner von Colliers die Assetklasse Serviced Apartments mit ihren Besonderheiten vor und Hannibal DuMont Schütte präsentiert sein Konzept Stayery.

Corona hat einen Schub bei Digitalisierung und Technologie gebracht. Josef Vollmayr von Limehome, Marcus Löwe von ipartment und Frank Seedorff von B&B Hotels diskutieren über die Erfolgsfaktoren dabei.

Auch das Kongressprogramm bietet reichlich fachlichen Input. Den Auftakt machen aktuelle Daten zur Entwicklung der deutschen Wirtschaft, präsentiert von Professor Claus Michelsen vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin. Die Hotelimmobilien-Branche mehr als ein Jahr nach dem Ausbruch von Corona beleuchtet Martin Schaffer von MRP Cosult Österreich. Dass die Pandemie und die damit einhergehenden Reisebeschränkungen den Inlandstourismus pushen, war bereits im Sommer 2020 offensichtlich. Seitdem stehen Resorthotels in Ferienregionen bei Betreibern und Investoren hoch im Kurs.

Vor allem an den Küsten konnten in der Sommersaison zuletzt Zimmerpreise aufgerufen werden, die die Interessenten überzeugten. Erfahrung damit sammelte Jens Sroka von den Heimathafen Hotels. „Anfragen sind da, wichtig ist der Betreiber. Aber es gibt definitiv mehr Interesse, an bestimmten Standorten an der Küste auch institutionell zu investieren“, so der Hotelier. Ob die Ferienhotellerie daher ein Profiteur der Krise ist, darüber diskutieren Dieter Kornek von Tui Hotels & Resorts, Jörg Lindner von 12.18. Investment Management, Karl Heinz Pawlizki von Dorint und Alexander Winter von arcona.

Gefragt: Technik für kontaktfreien Aufenthalt

Ein Segment, das ebenfalls durch die Corona-Themen Social Distancing und kontaktfreies Reisen auf erhöhte Nachfrage trifft, ist das der Serviced Apartments. Mehrere Anbieter wie Stayery, ipartment und Limehome stellen beim Kongress ihre Konzepte vor. Überhaupt sind Digitalisierung und Technologie in der deutschen Hotellerie nun auf dem Vormarsch. Auch zu Vertragsrecht und Versicherungen, als wichtige Aspekte im Krisenfall, werden Workshops angeboten.

Hotelimmobilien-Kongress 2021
Wann: 25. und 26. Oktober
Wo: Steigenberger Airport Hotel Berlin
Motto: Transformation und Neustart
Preis: 1449 Euro zzgl. MwSt. für Abonnenten, Nicht-Abonnenten zahlen 100 Euro zzgl. MwSt.mehr
Anmeldung: www.dfvcg.de/hik21
Hintergrund: Die Veranstaltung von Heuer Dialog und dfv Conference Group findet dieses Jahr zum 13. Mal statt, sie ist als „clean & safe“ zertifiziert.

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