Tourismus

Schleswig-Holstein verbucht Übernachtungs-Rekord

Imago Frank Peter
Falckensteiner Strand an der Kieler Förde.
Falckensteiner Strand an der Kieler Förde.

Schleswig-Holstein hat im ersten Halbjahr mehr Übernachtungen gezählt als je zuvor.

Wie die Tourismusagentur berichtete, wurden von Januar bis einschließlich Juni rund 15,2 Millionen Übernachtungen registriert. Das ist ein Plus von 73,6 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum 2021 und eine Zunahme von 4,4 Prozent verglichen mit dem bisherigen Rekordhalbjahr 2019.

Unwägbarkeiten bleiben

Tourismusminister Claus Ruhe Madsen erklärte: "Für das nörd­lichste Bundesland ist das besonders erfreulich, da der Tourismus hier einer der wichtigsten Wirtschaftszweige ist." Die Halbjahresbilanz 2022 verdeutliche, dass der "echte Norden" sich im Wettbewerb mit Reisezielen im In- und Ausland behaupten kann. "Auf diesem Etappensieg dürfen wir uns aber nicht ausruhen. Das nächste Rennen hat bereits begonnen; die Strecke ist steil und voller Unwägbarkeiten. Die Energiefrage, schnell steigende Preise, Arbeitskräftemangel – diese Sorgen belasten alle Menschen und können auch die Tourismusbranche in ihrer Dynamik ausbremsen." 

Bei den Ankünften gab es mit 3,7 Millionen (inkl. Camping) im ersten Halbjahr 2022 ein Plus von 117,2 Prozent gegenüber 2021, aber noch ein Minus von 5,1 Prozent im Vergleich zu 2019.

Die Aufenthaltsdauer beträgt 4,1 Tage, das sind 0,4 Tage mehr als 2019. Somit zeigt sich, dass im ersten Halbjahr dieses Jahres in Schleswig-Holstein etwas weniger Gäste als 2019 übernachtet haben, dann aber länger geblieben sind. Das Fazit der Tourismusagentur lautet: Trotz des erstarkten touristischen Wettbewerbs im In- und Ausland etabliert sich Schleswig-Holstein als attraktive Reisedestination, vor allem für längere Urlaube. Insgesamt hätten sich die Regionen Ostsee und Nordsee schneller erholt als das Binnenland und die Städte. Andere Länder wie Thüringen oder Mecklenburg-Vorpommern hatten kürzlich Zahlen gemeldet, die noch unter dem Vor-Corona-Niveau geblieben sind.

Ausländische Gäste fehlen

Die Geschäftsführerin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein, Bettina Bunge, zeigte sich über die Entwicklung erfreut, betonte aber: "Es sind immer noch zu wenige kaufkräftige Gäste aus dem Ausland zurück, hier ist noch deutlicher Nachholbedarf."

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