Umfrage: Das Gastgewerbe hat Sorgen
Umfrage

Das Gastgewerbe hat Sorgen

IMAGO / Westend61
Rechnen mit spitzem Stift: Gastwirte und Hoteliers haben mit großen finanziellen Belastungen zu kämpfen
Rechnen mit spitzem Stift: Gastwirte und Hoteliers haben mit großen finanziellen Belastungen zu kämpfen

Die Branche steht weiter unter Druck. Das besagt eine aktuelle Umfrage des Dehoga Bundesverbands.

Nominal liegt der Juli-Umsatz zwar zum ersten Mal auf dem Vorkrisenniveau von 2019 befindet, allerdings sind laut Dehoga die preisbereinigten Umsätze noch weit von den Vergleichszahlen vor der Corona-Pandemie entfernt.
Dehoga-Präsident Guido Zöllick: "Den Umsätzen stehen weitaus höhere Kosten gegenüber als vor der Coronakrise." Insbesondere die explodierenden Gas- und Strompreise würden den Betrieben sehr große Sorgen bereiten. Zu Erwarten sei das dritte Verlustjahr in Folge für die Branche. Das Statistische Bundesamt weist von Januar bis Mai einen realen Umsatzverlust von 25,4 Prozent aus (nominal minus 16,9%).

Bei der Auswertung der Juli-Zahlen der Dehoga-Umfrage wird  zudem deutlich, dass die Anzahl der Umsatz-Verlierer höher ist als die der Umsatz-Gewinner. So vermelden 49,7 Prozent der Betriebe für den Juli schlechtere Umsätze als im Juli 2019, 27,8 Prozent der Betriebe sogar mit Umsatzverlusten von mehr als 20 Prozent. Gleichzeitig explodieren die Kosten: So stiegen die durchschnittlichen Kosten für Gas im Juli gegenüber dem Juli des Vorjahres um 60 Prozent, für Strom um 39 Prozent, für Lebensmittel um 25 Prozent, für Personal um 18 Prozent und für Getränke um 15 Prozent.

Die Sicherheit der Energieversorgung im kommenden Herbst und Winter beschäftigt die Unternehmen sehr. Dehoga-Präsident Zöllick fordert deshalb: "Wir erwarten, dass jetzt alles unternommen wird, um die Sicherheit der Energieversorgung zu gewährleisten und die Kostenexplosion bei Gas und Strom einzudämmen." 

Äußerst skepisch blickt die Branche auch auf die am 3. August vorgestellten Pläne zum Infektionsschutzgesetz für den Herbst und Winter. Auch wenn ein Lockdown nicht vorgesehen sei, sorgten die vorgesehene Maskenpflicht und weitere Maßnahmen für einen hohen Kontrollaufwand sowie für unnötige Verunsicherung. Zöllick: "Wir appellieren an die Bundesregierung und die Landesregierungen alles dafür zu tun, dass Auflagen und weitere Corona-Maßnahmen im Herbst nicht erforderlich sind." 
„Preisanpassungen dürfen nicht zu einer Überforderung der Gäste führen, die auch von der seit Monaten hohen Inflationsrate betroffen sind.“
Guido Zöllick

"Von ganz zentraler Bedeutung ist es, dass die Fortgeltung der 7 Prozent Mehrwertsteuer auf Speisen jetzt beschlossen wird", bekräftigt der Dehoga-Präsident und appelliert: "Die Gastronomen stehen unter einem enormen Kostendruck. Preisanpassungen dürfen nicht zu einer Überforderung der Gäste führen, die auch von der seit Monaten hohen Inflationsrate betroffen sind. Ein Unterlassen der Verlängerung hätte katastrophale Auswirkungen für die Betriebe und wäre inflationsbeschleunigend. Im Übrigen ist es eine Frage der einheitlichen Besteuerung von Essen mit 7 Prozent" 

In 21 EU-Staaten werde kein Unterschied bei der Besteuerung von Fertiggerichten aus dem Supermarkt und dem Essen auf dem Porzellanteller im Restaurant gemacht. So zeige man dort Wertschätzung für die "öffentlichen Wohnzimmer" der Gesellschaft, so Zöllick. 
Die Umfrage
An der Umfrage des Dehoga Bundesverbandes vom 1.8. bis 4.8. 2022 zur aktuellen Situation im Gastgewerbe nahmen 3509 Betriebe teil.


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