Umfrage: So verändert sich das Reiseverhalten...
Umfrage

So verändert sich das Reiseverhalten der Deutschen

IMAGO / Westend61
Urlaub in den Bergen: Ferien in Deutschland stehen nach wie vor hoch im Kurs.
Urlaub in den Bergen: Ferien in Deutschland stehen nach wie vor hoch im Kurs.

Eine neue Studie untermauert: Geschäftsreisen wird es in Deutschland auch nach dem Ende der Corona-Pandemie seltener geben.

Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der NUMA Group, dem Treiber der neuen Assetklasse Commercial Living. Demnach haben nur zehn Prozent der Befragten während der Pandemie Geschäftsreisen durchgefüht. 82 Prozent reisen hingegen nie geschäftlich oder haben dies während der Pandemie nicht getan. Derweil bekräftigen 55 Prozent der Umfrageteilnehmer, dass sich ihr geschäftliches Reiseverhalten auch nach der Pandemie nicht ändern wird. Lediglich fünf Prozent gaben an, nach der Pandemie wieder erheblich öfter verreisen zu wollen.

Ziele in Deutschland oder Europa nach wie vor hoch im Kurs


Und wie sieht das bei den privaten Urlaubsplänen aus? Hier planen 34 Prozent der Befragten, ihren nächsten Urlaub im eigenen Land zu verbringen, weitere 23 Prozent wollen innerhalb Europas verreisen. Nur acht Prozent der Umfrageteilnehmer sind auf der Suche nach einem Urlaubsort außerhalb Europas. 27 Prozent aller Befragten planen hingegen gar keinen Urlaub. Das Budget für den nächsten Urlaub fällt derweil bei der Mehrheit der Befragten moderat aus: 58 Prozent von ihnen würden hierfür bis zu 2.000 Euro ausgeben, 13 Prozent bis zu 5.000 Euro. Nur drei Prozent der Teilnehmer können sich vorstellen, mehr als 5.000 Euro für ihren Urlaub auszugeben.

„Viele Reisende bevorzugen auch weiterhin die Anreise mit dem eigenen Pkw, weswegen Fernreisen an Bedeutung verlieren. In Städten mit einem Fokus auf Ferienreisen und vielen Besuchern aus der Europäischen Union wird sich der Tourismus vergleichsweise schnell erholen können“, so Christian Gaiser, CEO der NUMA Group.

Serviced-Apartments sind bei Reisenden beliebt

Sowohl Geschäftsreisende als auch Urlauber wurden zudem nach ihren Präferenzen bei der Art der Unterkunft befragt. 37 Prozent der Umfrageteilnehmer können sich ihren nächsten Urlaub am ehesten in einem hochwertigen Serviced-Apartment vorstellen. 32 Prozent ziehen hingegen ein klassisches Boutique-Hotel vor. 31 Prozent der Befragten wollten sich auf keine der beiden Varianten festlegen.

Bei kurzen Geschäftsreisen wiederum hält sich die Nachfrage nach Serviced-Apartments (23 Prozent) und Boutique-Hotels (22 Prozent) bei den Befragten in etwa die Waage. Ganze 47 Prozent der Befragten verreisen grundsätzlich beruflich nicht.

„Die Antworten der Befragten decken sich weitestgehend mit unserer Markteinschätzung. Der Geschäftstourismus wird auch mittelfristig noch unter dem Vorkrisenniveau verbleiben. Insbesondere die neue hybride Arbeitskultur – mehr Videocalls anstelle von persönlichen Meetings - in vielen Unternehmen verlangsamt die Erholung in diesem Bereich. Darüber hinaus verändert sich auch die Art von Geschäftsreisen. Viele Hotels sind noch nicht ausreichend auf die Anforderungen von Remote Work vorbereitet. Sie müssen sich zeitgleich auf weniger Reisende und eine längere durchschnittliche Aufenthaltsdauer einstellen“, sagt Gaiser.

Serviced-Apartments als wachsendes Marktsegment

Reisende die sich für ein Serviced-Apartment entscheiden haben der Umfrage zufolge klare Prioritäten in Bezug auf Ausstattung, Lage und Komfort. Für 40 Prozent der Befragten ist eine zentrale Lage entscheidend. Weitere 40 Prozent legen Wert auf ein ansprechendes Design. 37 Prozent halten es für wichtig, dass im Apartment eine voll ausgestattete Küche vorhanden ist. Eine gute Verkehrsanbindung wiederum halten 36 Prozent der Umfrageteilnehmer für wichtig. Auch das Vorhandensein von schnellem W-Lan zum mobilen Arbeiten halten 27 Prozent von ihnen für wesentlich. Immerhin 22 Prozent wünschen sich explizit, rund um die Uhr digital ein- und auschecken zu können. Gemeinschafts- und Wellnessbereiche, wie sie in vielen Hotels üblich sind, empfinden lediglich zehn Prozent der Befragten als wichtig.

Für Christian Gaiser bilden die Ergebnisse die aktuelle Nachfragesituation ab: „Bei kurzen und mittelfristigen Aufenthalten haben Serviced-Apartments zweifellos an Bedeutung gewonnen und werden als ernsthafte Alternative zum klassischen Hotel gesehen.Der Wunsch von mehr als einem Fünftel der Befragten nach digitaler Unabhängigkeit ohne physischen Check-in zeigt die Wachstumsperspektive für dieses Geschäftsmodell auf.“

Über die Umfrage
Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 2.079 Personen zwischen dem 10.08.2021 und 12.08.2021 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.


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