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HSMA: „Wir brauchen eine gemeinsame Stimme“

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Der neue HSMA-Chef Zeev Rosenberg.
Der neue HSMA-Chef Zeev Rosenberg.

Der als Head of Business Development bei der Amano Group tätige Zeèv Rosenberg ist neuer Präsident der HSMA Deutschland. Er folgt auf Georg Ziegler (Director Brand, Content und Community bei HolidayCheck), der nicht mehr antrat. Rolf Westermann fragt Rosenberg nach seinen Zielen.

Zeèv Rosenberg, herzlichen Glückwunsch zur Wahl. Sie haben erklärt, dass Sie etwas in Bewegung bringen wollen. Was meinen Sie damit genau?

Rosenberg: Wir wollen in Zukunft die Innovationen des Verbandes weiterentwickeln und die positive Welle nutzen, um mehr Mitglieder zu gewinnen, die Zusammenarbeit mit Partnern ausbauen sowie bestehende und neue Formate zukunftsfähig gestalten. 

Welche neuen Akzente wollen Sie setzen?

Rosenberg: Es ist wichtig zu zeigen, dass die HSMA innovativ ist und bleibt, die Bedürfnisse und Wünsche der Mitglieder nutzt, um sich weiterzuentwickeln und für die Branche weiter Maßstäbe setzt. Die Bedeutung der HSMA soll so dargestellt und ausgebaut werden. Auch ist es wichtig für uns, dass wir den Bereich HR und Sales stärker in den Fokus nehmen. Generell werden wir unsere HSMA noch attraktiver, informativer und interessanter positionieren sowie weitersehen, was gegebenenfalls bei den Veranstaltungen noch zu optimieren ist. Natürlich wird auch ein wichtiger Punkt sein, die Kommunikation zu Verbänden und Partner zu verbessern und auszubauen. Die HSMA ist auf einen sehr guten Weg und wir müssen nicht jeden Stein umdrehen.

Es gibt viele Verbände im großen Bereich des Gastgewerbes. Wie steht die HSMA zu Kooperationen?

Rosenberg: Wir arbeiten bereits jetzt mit den Verbänden und Organisationen zusammen. Generell stehen wir positiv zu Kooperationen. Wo es für die HSMA und die Branche gut ist, werden wir dies weiterführen und ausbauen, es muss immer eine „Win-Win-Situation“ sein. In den letzten Jahren haben wir die Zusammenarbeit stetig ausgebaut und konnten viele gemeinsame Projekte umsetzten. Dennoch sollten wir sehen, dass alles, was wir machen, auch umsetzbar ist und wir uns nicht zu viel aufdrücken.

Stimmt die Mitgliederstruktur- und -zahl oder wollen Sie etwas verändern?

Rosenberg: Wir werden versuchen, den Anteil der Hotelmitglieder zu erweitern und auszubauen, um auch deren Stimme noch mehr ein Gewicht zu geben und ihnen weitere Informationen, Innovationen und Hintergründe für das tägliche Geschäft (in den Bereichen E-Commerce, Sales, MICE und HR) mitzugeben. Dies ist ein stetiger Prozess, der seit Jahren umgesetzt wird und wir sehen auch, dass dies erfolgreich ist.

Was können Verbände heutzutage erreichen? Welchen Einfluss haben Sie auf Politik und Gesellschaft?

Rosenberg: Wir können das Verständnis und die Wichtigkeit der Branche weitergeben und darstellen. Es ist hierbei bedeutsam, dass wir eine Sprache sprechen, es hilft nicht, wenn andere Verbände oder Organisationen sich untereinander streiten oder profilieren wollen. Jeder Verband hat sein Thema und ein Schwergewicht und kann sich darauf konzentrieren. Wenn jeder dem anderen reinreden möchte und denkt, er kann es besser, könnte dies kontraproduktiv sein. Zusammen sind wir stärker als einzelne. Wir sollten eine gemeinsame Stimme haben und keine Egobranche werden. Auf uns kommen noch schwere Zeiten zu, deshalb sollten wir es gemeinsam meistern. Die HSMA hat in den vergangenen Jahren sehr viel erreicht und ist auf aktuelle Themen eingegangen. Die Barcamps, HR Camps und unsere Day’s haben sich kontinuierlich weiterentwickelt, was wir auch bei unseren Teilnehmer und Mitgliederzahlen sehen. Gerade in Zeiten der Pandemie oder Krisen war es uns wichtig, mit den Mitgliedern und Partner sowie Verbände zukunftsorientiert und pro aktiv zu arbeiten. Die HSMA ist kein politischer, sondern ein Fachverband, daher haben wir uns aus politischen Themen herausgehalten, dies machen der Dehohga und die IHA weitaus besser und erfolgreicher.

Was sind die brennenden Themen der nächsten Jahre?

Rosenberg: Wie die meisten es seit Jahren wissen, ist das Thema Personal natürlich sehr wichtig, das war es auch schon vor der Pandemie, dazu kommt der mörderische Krieg von Putin, die Energiekrise und die Inflation. Generell, da alles teurer geworden ist und Lieferketten zeitlich gebrochen sind, haben wir quasi in allen Bereichen Probleme. Hier hilft es, innovativ, nachhaltig und modern zu handeln, um die Probleme zu meistern. Dies hilft natürlich auch nur, wenn wir gemeinsam und mit einer Stimme arbeiten. Wir sehen, dass die Menschen reisen wollen oder Tagungen planen, nur wird alles teurer und wir müssen auch sehen, dass wir das Personal haben, welches die Hoteldienstleistung anbieten kann und den Kunden dabei vermittelt, dass unsere Kosten und dadurch der Verkaufspreis gegebenenfalls steigen. Rundherum werden die kommenden Monate und Jahre sehr herausfordernd und interessant.

HSMA

Die HSMA (Hospitality Sales & Marketing Association) Deutschland e.V. ist der Fachverband für die Fach- und Führungskräfte aus Sales und Marketing in Hotellerie & Tourismus. Ziel des Verbandes ist es die beruflichen Interessen der über 1.400 Mitglieder zu fördern.

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