Vor Bund-Länder-Beratungen: Update: Verbände ...
Vor Bund-Länder-Beratungen

Update: Verbände werden "laut"

Kay-Uwe Fischer
Gibt den Löffel ab: Dehoga-Präsident Henning Thomas Graf von Schwerin
Gibt den Löffel ab: Dehoga-Präsident Henning Thomas Graf von Schwerin

Mit Mahnwachen, Kundgebungen und einer Dance-Challenge will das Gastgewerbe Stärke zeigen. Klare Botschaft an die Politik: "Ohne Perspektive geben wir den Löffel ab".

Touristische Betriebe werden zu Grabe getragen, Mahnwachen gestartet und Löffel abgegeben: Das Gastgewerbe will somit vor Vorfeld der nächsten Bund-Länder-Konferenz am kommenden Mittwoch "lautstark" auf seine verzweifelte Lage aufmerksam machen.

Ein Beispiel, wie es deutschlandweit viele gibt: Auf Usedom kommt der Frühling und mit ihm würde die Ostersaison starten. Doch wo sonst Urlaubsgäste beim Strandspaziergang die ersten warmen Momente des Jahres genießen würden, herrscht jetzt gähnende Leere. So hat sich der Hotelverband zu einer Plakataktion entschlossen, um auf "die traurige Situation der Tourismusbranche aufmerksam zu machen".

 

Bis zu den nächsten Lockdown-Beschlüssen am 3. März werden deutschlandweit noch weitere Aktionen von Verbänden stattfinden:
  • Montag 1. März: Aktion Stiller Protest des Dehoga Bayern - Betriebe sollen einen gedeckten Tisch oder ein gemachtes Bett auf einem zentralen Platz aufstellen (zwischen 11 und 14 Uhr). Eine Kundgebung mit Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger wird um 11 Uhr vor dem Brauereigasthof in Aying stattfinden
  • Montag 1. März, 11.55 Uhr: Der Leaders Club Deutschland ruft zu einer Dance Challange zum Corona-Hit Jerusalema auf
  • Montag 1. März: Kundgebung "Alarmstufe Rot" am Max-Josefs-Platz in Rosenheim (16 Uhr)
  • Montag Abend, 1. März: Initiative Gastronomie Frankfurt e. V. (IGF) ruft zur Aktion Grünes Licht auf - die Politik soll grünes Licht geben, entsprechend erleuchten Gastgeber ihre Innenräume in den Abendstunden
  • Dienstag 2. Marz: Kundgebung des Dehoga Baden-Württemberg auf dem Stuttgarter Karlsplatz (11 Uhr)
  • Dehoga Mahnwache am 2. März: In Mainz am Schillerplatz, 11 Uhr

    So geht der Tanz: #Stay strong - Jerusalma Dance


Bisher hatte die Bundesregierung bei einem dauerhaften Wert von unter 35 weitere Lockdown-Öffnungen in Aussicht gestellt - etwa die Gastronomie oder touristische Übernachtungen. Allerdings positionieren sich immer mehr Länder mit eigenen Entscheidungen: Bayern öffnet Baumärkte (ab 1. März), Sachsen-Anhalt ebenfalls - dazu Gärtnereien - aber auch Fahr- und Flugschulen. Mecklenburg-Vorpommern will Osterurlaub für Gäste aus dem eigenen Bundesland und Hessen die Bewirtung in der Außengastronomie ab 1. April möglich machen. Außerdem forderte Vizekanzler und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) kürzlich in einer Talkshow ein Umdenken in der Corona-Politik.

Fast sechs Monate sind Restaurants und Hotels in Deutschland nun seit Pandemiebeginn geschlossen. Die Branche verzeichnete 2020 einen nie dagewesenen Umsatzeinbruch. Bezogen auf die Corona-Monate März bis Dezember brach der Umsatz um real 45,5 Prozent ein. Daher machen die wichtigsten Branchenverbände in den nächsten Tagen mit verschiedenen Aktionen auf ihre verzweifelte Lage aufmerksam. Einziger Lichtblick in letzter Zeit: Die nochmalige Anpassung der Überbrückungshilfe III. Dazu hat die Bundesregierung nochmals ihren F&Q-Bereich aktualisiert.

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