Der Steuertipp: Vorsicht bei Renovierungen!
Der Steuertipp

Vorsicht bei Renovierungen!

Und wieder hat der Bundesfinanzhof (BFH) einen aus rein fiskalischen Gründen gesetzlich eingeführten Unfug mitgemacht, der Otto Normalsteuerzahler einfach nicht klarzumachen ist (BFH, Urteile v. 14.

Und wieder hat der Bundesfinanzhof (BFH) einen aus rein fiskalischen Gründen gesetzlich eingeführten Unfug mitgemacht, der Otto Normalsteuerzahler einfach nicht klarzumachen ist (BFH, Urteile v. 14.6.2016, IX R 22/15, IX R 25/14, IX R 15/15). Es geht dabei bei Gebäuden um den sogenannten „anschaffungsnahen Herstellungsaufwand“, der nicht sofort als Betriebsausgabe abgezogen werden darf, sondern dem Kaufpreis des Hauses zugeschlagen und mit ihm über Jahre abgeschrieben wird, wenn diese Zusatzkosten 15 Prozent des eigentlichen Kaufpreises übersteigen. So sagt es § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG.

Ein Beispiel: Sie erwerben ein altes Haus für 100.000 Euro. Daraus möchten Sie ein schönes kleines Landhotel machen. Dazu müssen Sie aber noch etwas reinstecken. Wenn diese Investitionen zusammengenommen (!) 14.999 Euro netto ohne Umsatzsteuer übersteigen, und das in einem Zeitraum von drei Jahren, macht es „klack“, und Sie müssen das dem Kaufpreis zuschlagen – und leider über viele Jahre gemäß dem entsprechenden Abschreibungsparagraphen abschreiben und nicht sofort alles bei der Steuer abziehen, was ja nun gerade während der Investitionsphase mehr als hilfreich wäre.

Der BFH ist dabei auch vernünftigen Planungen entgegengetreten, unterschiedliche Investitionen getrennt zu betrachten (ein Fahrstuhl ist steuerlich etwas anderes als Parkettboden). Alles hat zusammengerechnet zu werden, wenn 15.000 Euro – klack. Ein investitionsfeindlicher Irrsinn!

Tipp: Unbedingt den Kauf und die Renovierung vorher komplett durchplanen, Unwichtiges auch mal drei Jahre aufschieben.

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