Die Fuchs-Story: Warum wir keine Hunde essen
Die Fuchs-Story

Warum wir keine Hunde essen

Heute interessiert uns die Frage, warum gewisse Tiere kategorisch nicht auf der Speisekarte stehen. Nun, Speisetabus haben unterschiedliche Ursachen – religiöse, ästhetische, ökonomische,

Heute interessiert uns die Frage, warum gewisse Tiere kategorisch nicht auf der Speisekarte stehen. Nun, Speisetabus haben unterschiedliche Ursachen – religiöse, ästhetische, ökonomische, politische oder militärische. Pferdefleisch zum Beispiel ist auch heute noch kaum auf Speisekarten in Deutschland zu finden. Das Pferd hatte in der heidnischen Kultur einen besonderen Status: Es wurde als Opfertier geschlachtet, Blut und Körperteile wie der Pferdepenis zu Ritualen genutzt, das Fleisch in Opfermahlen verzehrt. Das Christentum wandte sich gegen die heidnischen Rituale, päpstliche Anordnungen verboten den Genuss von „Götzenopferfleisch“. Darüber hinaus besaß das Pferd ein edles Image und war in vielen Kulturen über Jahrtausende äußerst wichtig für die Kriegsführung. Fußsoldaten hatten gegen Reiterheere keine Chance. Gegessen wurden so eher nur kranke oder alte Tiere, vor allem von den Armen. Im Krieg und bei Hungersnöten wurden Pferde als Notnahrung gesehen.

Warum aber essen Menschen in Vietnam Mäuse, in Ecuador Meerschweinchen oder in China Hunde? Ein Grund dafür, dass sie dort auf der Speisekarte stehen, ist der Mangel an anderen Fleischquellen. Forscher argumentieren in einer schlüssigen Formel: Wenn Tiere tot mehr Wert liefern als lebendig, werden sie gegessen. Liefern sie lebendig einen höheren Wert – etwa zum Schutz, Transport, Sport oder als „Familienmitglied“ – dann werden sie nicht verzehrt.

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