Corona-Folgen: Was bedeutet der erneute Shutd...
Corona-Folgen

Was bedeutet der erneute Shutdown in NRW für die Branche?

imago images / Hans Lucas
Shutdown-Light: Die Restaurants in den Landkreisen Gütersloh und Warendorf dürfen unter Auflagen öffnen
Shutdown-Light: Die Restaurants in den Landkreisen Gütersloh und Warendorf dürfen unter Auflagen öffnen

In den Landkreisen Gütersloh und Warendorf gelten nun wieder Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Auch die Gastronomie wird erneut zurückgefahren.

GÜTERSLOH. Nach dem massiven Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies wird das öffentliche Leben in den Kreisen Gütersloh und Warendorf erneut eingeschränkt. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat für diese Kreise die Lockerungen der vergangenen Wochen vorübergehend zurückgenommen. Jetzt gelten für die Bewohner bis zum 30. Juni dieselben Regeln wie während der Kontaktverbote im März. Wenn die Zahlen "niedrig bleiben" werde der Lockdown wieder aufgehoben, heißt es.

Was das für Hotellerie und Gastronomie in den Kreisen konkret bedeutet?

Die Corona Regional VO in der ab 24. Juni gültigen Verordnung für die Kreise Gütersloh und Warendorf sieht deutliche Verschärfungen zur Corona Sch VO vom 15. Juni vor und versetzt die Landkreise in weiten Teilen in den Zustand, der im März herrschte, zurück. Sie tritt am 30. Juni außer Kraft. Eine Verlängerung der Maßnahmen ist aber möglich.

Gastgewerbe insgesamt:
  • Kontaktbeschränkungen
  • Treffen dürfen sich im öffentlichen Raum nur noch: Mitglieder einer Familie oder einer häuslichen Gemeinschaft, zwei Personen aus unterschiedlichen Hausständen.
  • Reisebusfahrten sind wieder untersagt


Beherbergung:

Touristische wie geschäftlich bedingte Übernachtungen bleiben erlaubt. Wellnessbereiche, Schwimmbäder und Saunabetriebe können nicht genutzt werden.

Gastronomie:

Bars und die Bewirtung an Theken ist untersagt.

Hinweis:

Auch wenn Gaststätten ansonsten uneingeschränkt geöffnet haben dürfen, ergeben sich die wesentliche Beschränkungen dadurch, dass nur zwei Personen aus unterschiedlichen Hausständen oder einer Familie/Hausstand zusammentreffen dürfen.

Schwerpunkt Veranstaltungen:

Gesellige Veranstaltungen
  • sind wieder untersagt


Sonstige Veranstaltungen
  • sind nur erlaubt, wenn der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung oder der Daseinsfür- und -vorsorge (insbesondere politische Veranstaltungen von Parteien, Aufstellungsversammlungen zu Wahlen und Vorbereitungsversammlungen dazu sowie Blutspendetermine) zu dienen bestimmt sind oder bei denen es sich um Sitzungen von rechtlich vorgesehenen Gremien öffentlich-rechtlicher und privatrechtlicher Institutionen, Gesellschaften, Gemeinschaften, Parteien oder Vereine oder um Versammlungen nach dem Versammlungsgesetz handelt.


Herber Rückschlag für die Branche

 „Das Vorgehen des Landes hat uns aufgrund der Entwicklungen der letzten Tage nicht wirklich überrascht, zumal in der Bund-Länder-Vereinbarung solche Fälle mit den daraus resultierenden Konsequenzen ja auch beschrieben sind“, so Thorsten Hellwig, Pressesprecher Dehoga Nordrhein-Westfalen. Das Rückversetzen in den "März-Zustand" treffe die Branche allerdings zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt und sei ein herber Rückschlag für die Betriebe in den Kreisen Gütersloh und Warendorf, betont der Pressesprecher. Dort waren Gastronomie und Hotellerie wie überall in NRW und Deutschland gerade dabei, sich in kleinen Schritten mit viel Aufwand wieder an eine neue Normalität heranzuarbeiten. Die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise mit deutlichen Umsatzeinbußen sind immer noch katastrophal.

„Gütersloh und Warendorf zeigen, wie fragil die Situation coronabedingt insgesamt ist und dass jeder und jede Branche gehalten ist, sich an die Regelungen zu halten, um das Ganze nicht zu gefährden“, so Hellwig. „Besonders bitter: Das Gastgewerbe in den Kreisen Gütersloh und Warendorf ist jetzt zum zweiten Mal unverschuldet in den Lockdown geraten. Dafür erwarten wir einen Ausgleich von denen, die die Verantwortung für den neuerlichen Lockdown tragen.“

Andere Bundesländer reagieren



Und auch andere Bundesländer haben bereits auf den erneuten Lockdown reagiert. Gestern hat der Dehoga Bayern in einer Eilmeldung an seine Mitgliedsbetriebe mitgeteilt, dass Gäste aus den Landkreisen Gütersloh und Warendorf nicht beherbergt werden, es sei denn, sie verfügen über einen aktuellen Nachweis, dass sie negativ auf das Coronavirus getestet wurden.

Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern haben die Einreisebestimmungen verschärft. Reisende aus Corona-Risikogebieten wie dem Kreis Gütersloh oder Warendorf in Nordrhein-Westfalen müssen in Schleswig-Holstein künftig in Quarantäne. Sie sollen unverzüglich nach der Einreise ihre Wohnung oder eine andere geeignete Unterkunft beziehen, um sich dort 14 Tage zu isolieren, wie die Regierung in Kiel am Dienstag mitteilte. Auf der Insel Usedom waren Urlauber aus dem Kreis Gütersloh schon am Montag aufgefordert worden, Mecklenburg-Vorpommern wieder zu verlassen.

In der Fleischfabrik der Tönnies Unternehmensgruppe in Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh haben sich mehr als 1500 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Das hat zu demLockdown in den Kreisen Gütersloh und Warendorf geführt. Es ist dort verboten, öffentlich Sport in geschlossenen Räumen zu treiben. Fitnessstudios und Schwimmbäder bleiben geschlossen. Ebenso Kinos und Bars. Das Grillen im Freien ist verboten. Konzerte und sonstige Veranstaltungen dürfen nicht stattfinden. Ausstellungen und Museen müssen wieder schließen. Schulen und Kitas im Landkreis Gütersloh sind bereits seit 17. Juni zu.

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