Wiedereröffnung : Alles anders im Wasserturm
Wiedereröffnung

Alles anders im Wasserturm

Wasserturm Hotel Cologne
Rundumsicht: Ganz oben, in der schmucken Bar Botanik, gibt's Drinks und kleine Gerichte, auf ein klassisches Restaurant wurde verzichtet.
Rundumsicht: Ganz oben, in der schmucken Bar Botanik, gibt's Drinks und kleine Gerichte, auf ein klassisches Restaurant wurde verzichtet.

Fast alles ist hier neu: das Konzept, der Betreiber, der Name. Das frühere Hotel im Wasserturm in Köln wird nach der Schließung im März 2020 in diesen Tagen von der GCH Hotel Group als Wasserturm Hotel Cologne wiedereröffnet.

Nach umfangreicher Kernsanierung firmiert es nun als eines von weltweit 90 Häusern der Curio Collection by Hilton – als erstes Haus in Deutschland. „Wir sind stolz darauf, zu dieser Lifestyle-Marke zu gehören“, sagt Jörg Schiffmann, Area Vice President East & West des Managements.

Eigentümer hat mehrere Millionen Euro investiert

Die GCH Hotel Group ist verantwortlich für 120 Hotels mit verschiedenen Franchisepartnern, in Kategorien von 2 Sternen bis 4 Sterne plus. Eigentümer des Wasserturms ist das Unternehmen Aroundtown. In die Sanierung der elf Etagen seien mehrere Millionen Euro geflossen, bestätigt Jörg Schiffmann.

Verantwortlich für ein Hotel der besonderen Art: Jörg Schiffmann (links) und Sven Beissel
Regina Goldlücke
Verantwortlich für ein Hotel der besonderen Art: Jörg Schiffmann (links) und Sven Beissel

Kapitän auf der Brücke im Wasserturm Hotel Cologne ist Sven Beissel. Ein begeisterter Gastgeber, der zuvor lange in Hilton-Diensten stand, unter anderem bis 2019 in Köln, und der viel im Ausland herumgekommen ist. Im Herzen ist er Rheinländer geblieben und brennt jetzt darauf, Gäste aus nah und fern zu begrüßen und zu verwöhnen.

"Das Hotel soll ausdrücklich auch eine Heimat für die Kölner sein", bekräftigt er. Ihren geliebten Dom hätten sie von der Dachterrasse mit Rundum-Panorama stets im Blick. Schmuckstück in luftiger Höhe ist die 360-Grad-Bar Botanik mit angegliedertem Private Dining Room. Einst gab es hier oben das 2-Sterne-Restaurant La Vision, in dem der vielgelobte Spitzenkoch Hans Horberth von 2008 bis 2012 ambitioniert aufkochte.

Horberths Karriere ist leider zu Ende. Im Mai 2016 gab er bekannt, dass er wegen eines tragischen Unfalls vier Jahre zuvor nicht mehr in seinem Beruf als Koch werde arbeiten können. Das aktuelle gastronomische Konzept der Location stellt sich anders auf. "Wir haben uns bewusst gegen ein klassisches Restaurant entschieden", erläutert Sven Beissel. "Der Appetit wird zwar ab 12 Uhr gastronomisch befriedigt, aber mit eher kleineren Portionen, die auf Tellerchen serviert und mit Löffel und Gabel verzehrt werden können. Ich bin mir sicher, die Bar wird eine Attraktion, zumal wir ein internationales Team dafür eingestellt haben."

Ergänzend und den Slow-Food-Gedanken aufgreifend, kommt im Erdgeschoss der Wintergarten fürs Frühstück dazu. Vor den großen Fenstern grünt es, im Sommer kann man auch draußen sitzen. "Wo hat man das schon, einen Garten mitten in der Stadt?" fragt der Direktor und verweist auf den separaten Eingang: "Praktisch für Kölner, die den Tag in unserem Hotel gemütlich beginnen wollen. Ein riesiges Buffet ist nicht vorgesehen, wir setzen auf Individualität und bereiten das Frühstück größtenteils frisch und auf Wunsch zu."

Stylish: Das Entrée der neugestalteten Hotel-Ikone.
Wasserturm Hotel Cologne
Stylish: Das Entrée der neugestalteten Hotel-Ikone.

Sven Beissel hat seit April 2021 die Renovierungsphase begleitet. Es gab reichlich Hürden zu nehmen, vor allem auch wegen des Denkmalschutzes und der außergewöhnlichen kreisrunden Form des Gebäudes. "Am kompliziertesten war das Orchestrieren, eine logistische Herausforderung bei den vielen beteiligten Gewerken", berichtet er.

Wenige Wochen vor der Eröffnung lagerten noch Betten und Möbel im künftigen Tagungsbereich. Etage für Etage wurden sie von oben nach unten eingeräumt. Bis auf die Zimmer in den Stockwerken 8, 9 und 10, die schon früher renoviert und nur aufgefrischt werden mussten, wurde alles komplett neu möbliert. Insgesamt gibt es 88 Zimmer, die Hälfte davon, auch das ist außergewöhnlich, sind Suiten. Und alle sind, den Grundrissen geschuldet, unterschiedlich eingerichtet, mit Bodenbelägen aus Teppich, Parkett oder Marmor. Die Übernachtung soll in den Zimmern ab 150 Euro kosten, in den Suiten ab rund 400 Euro. Manche sind themenbezogen und gehen ein auf die Geschichte des 140 Jahre alten Wasserturms. Entsprechend spielt auch Wasser eine Rolle, nicht nur bei der Ausstattung: "Wir werden unseren Gästen sogar unser eigenes Kölner Wasser anbieten", kündigt der Direktor an.

Stücke von Stardesignerin sind erhalten geblieben

Einzelne zeitlos schöne Design-Elemente behielt man bei, etwa die knallroten „Lippen-Sofas“ und die eleganten Lampen der Innenarchitektin Andrée Putman im Erdgeschoss. Dort gibt es einen großzügigen Bereich auf neuestem technischen Stand. Durch teilweise mobile Wände kann er für Tagungen, Festlichkeiten und lokale Events flexibel gestaltet werden. Für 2022 lägen schon viele Buchungen vor, sagt Sven Beissel. Ein gutes Zeichen, dass die allererste Feier im Wasserturm Hotel Cologne eine Hochzeit sein wird. Damit schauen beide voller Freude und Erwartung in die Zukunft – das junge Brautpaar und dieses einzigartige Haus.

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