Generation 50plus: Zeit für Genuss (und Actio...
Generation 50plus

Zeit für Genuss (und Action)

50plus Hotels

„Der Senior ist nicht mehr positiv besetzt“ – was Eckart Hammer, Professor für Soziale Gerontologie an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg kürzlich in einem Interview mit derStuttgarter

„Der Senior ist nicht mehr positiv besetzt“ – was Eckart Hammer, Professor für Soziale Gerontologie an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg kürzlich in einem Interview mit derStuttgarter Zeitung sagte, weist auf das Problem mit dem Alter und den Begrifflichkeiten hin. „Es will keiner ein Senior sein heutzutage“, ergänzt Gastronomie- und Hotellerieberater Jean Ploner. Tatsächlich sind vor allem die 50- bis 69-Jährigen heute fitter und aktiver, kommunikativer, genussfreudiger und reiselustiger als je zuvor. Sie stehen mitten im Leben, haben Geld und sind meist unabhängig, weil die Kinder aus dem Haus sind und das aktive Berufsleben hinter ihnen liegt. Wenn da nicht das leidige Älterwerden und die damit verbundenen Wortschöpfungen wären: Generation Gold, Silver Ager, Golden Ager, Third Ager, Mid-Ager, Master Consumer, Mature Consumer, Senior Citizens und so fort. Sie sind Beleg für die Knackpunkte: Zum einen ist diese kontinuierlich wachsende Zielgruppe äußerst heterogen, zum anderen mag sie es nicht, dauernd mit ihren Lebensjahren konfrontiert zu werden. Das gefühlte Alter liegt im Schnitt zehn Jahre unter dem tatsächlichen.

Was also tun als Hotelier und Gastronom, der ältere Gäste gezielt ansprechen möchte? Am Besten radikal verzichten auf Wortspielereien und lieber zeigen, was man hat. Die Grundvoraussetzungen sind gut: Menschen ab 50 übernachten ausgesprochen gern in Hotels – und deutsche Häuser kommen hier besonders gut weg (Artikel links). Wichtigste Urlaubsmotive sind Genuss, Wohlfühlen, Natur und Kultur. Ältere wollen Entspannung und Erholung, Komfort und Bequemlichkeit, Sicherheit und Verlässlichkeit, aber auch körperliche Betätigung, Freizeitangebote und Kontaktmöglichkeiten zu anderen Gästen, heißt es im Branchenreport des IHA. Hotels, die dies bieten können, haben gute Chancen, sich als bevorzugte Adresse zu etablieren -- ob dies mit einem Adult-only-Konzept einhergeht, ist übrigens Geschmackssache. Fest steht aber, dass Ältere beim Service und der Atmosphäre anspruchsvoller sind. Sie verbringen mehr Zeit im Haus als Jüngere, reagieren empfindlicher auf Servicelücken und allzu lockeren Ton (Interview Seite 5). So gilt es auch hier, die Balance von psychologischem Feingefühl und professioneller Distanz zu halten.

Zurück zur Physis: Ab einem bestimmten Alter sind Gebrechen eher die Regel als die Ausnahme. Reisen ist aber auch dann möglich. Möglich machen es Häuser wie die Carehotels, Zielvereinbarungen zur Barrierefreiheit sowie Projekte wie „Reisen für Alle“, an dem auch der DEHOGA mitwirkt. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Christoph Aichele



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