Hotelmarkt Stuttgart : Zuwachs, aber Angst vo...
Hotelmarkt Stuttgart

Zuwachs, aber Angst vor Feinstaub-Stigma

DEHOGA
Im Gespräch: (von links) Markus Hofherr, Michael Föll und Bernd Schäfer-Surén.
Im Gespräch: (von links) Markus Hofherr, Michael Föll und Bernd Schäfer-Surén.

Stuttgarts Hotellerie verzeichnet wieder Wachstum. Ein neues Kongresszentrum soll langfristig den Tagungsstandort stärken. Feinstaub-Alarm jedoch trübt das Image.

STUTTGART. Die Zeichen für Stuttgarts Hotellerie stehen weiterhin auf Wachstum. Markus Hofherr, DEHOGA-Chef der Kreisstelle Stuttgart, hatte für die rund 400 Gäste beim Neujahrsempfang im Hotel Le Méridien gute Zahlen im Gepäck. Er konnte Gästen aus Hotellerie und Politik ein geschätztes Wachstum von knapp 4 Prozent für 2016 verkünden.

Bisher lägen zwar nur die konkreten Zahlen bis November vor, allerdings dürfe man fest mit mehr als 3,9 Mio. Übernachtungen für 2016 rechnen, so Hofherr. Die Branche sei ein bedeutender Wirtschaftsfaktor: 1800 Betriebe mit 18.000 Hotelbetten setzten im vergangenen Jahr 930 Mio. Euro (2015: knapp 900 Mio. Euro) um und stellen mehr als 11.000 sozialversicherungspflichtige Jobs. Die durchschnittliche Zimmerauslastung lag bei rund 68 Prozent, die Bettenauslastung bei 53 Prozent. "Das sind erfreuliche Werte", so Hofherrs Fazit.

Allerdings verwies Hofherr auch auf Gefahren, die das Wachstum künftig trüben könnten. Zum einen appellierte er an die Politik, gerade im Wahlkampfjahr das Thema Arbeitszeitgesetz auf der Agenda zu haben. Hierbei handelt es sich jedoch um ein Bundesgesetz, auf das der politische Gastredner des Abends, der Erste Bürgermeister Michael Föll, keinen direkten Einfluss hat. Wohl aber auf das „unschöne Bild von Stuttgart“, das durch das Thema Feinstaub entsteht. Hier sieht Hofherr die Politik in der Verantwortung, an einem besseren Image für die Landeshauptstadt zu feilen. Zudem wünschte er sich einen kulanten Umgang mit Touristen ohne Umweltplakette sowie ein besseres Fußgänger-Leitsystem im Baustellen-Areal rund um den Bahnhof.

Langfristig gut aufgestellt sähe sich die Branche durch den Bau eines neuen zentralen Tagungszentrums. Föll versicherte, dass er es „sehr gern“ bauen würde. Ebenso wie ein Konzerthaus und ein neues Völkerkundemuseum. In diesem Jahr würden einige Grundsatzentscheidungen fallen, so Föll. Er rechne damit, dass Stuttgart im Jahr 2017 die 4-Mio.-Übernachtungshürde schaffen werde. 

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